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Fachartikel aus PROTECTOR 7-8/08, S. 38

Kosten und Zeitaufwand reduzieren

Videoanalyse im Einzelhandel

Der Einzelhandel steht unter enormem Druck. Starke Konkurrenz zwingt zur ständigen Kostenoptimierung und erfordert höchste Effizienz in der Organisation. Moderne Hilfsmittel können es erleichtern, unter diesen Bedingungen zu bestehen. Mit Videoanalyse lassen sich Kosten- und Zeitaufwand effektiv reduzieren.

Bild: Aimetis
Grafische Darstellung der Objektzählung: Im Einzelhandel findet sich ein breites Feld möglicher Anwendungen für Videoanalyse. (Bild: Aimetis)

Videoanalysesysteme dienen als Instrument zur Erhöhung der Sicherheit in Unternehmen und in öffentlichen Bereichen. Leistungsstarke Algorithmen erkennen Gefahren und menschliches Fehlverhalten und ermöglichen so eine gezielte und rasche Reaktion. Darüber hinaus bieten die Systeme weiteres Potenzial. Der Einzelhandel kann durch ihren Einsatz viel Geld sparen – und ganz nebenbei auch den Nutzen für die Kunden erhöhen. Ein an der Johannes Gutenberg Universität Mainz in Zusammenarbeit mit dem Hersteller von Videoanalyse Aimetis erstellter Marketingplan beschreibt nun die Vorteile und Möglichkeiten für den Retailbereich.

Vorteilhaft flexibel

Die Untersuchung der Uni Mainz zeigt: Lösungen, wie Aira von Aimetis, können bestehende Überwachungssysteme mit Überwachungskameras oder Server- und Aufzeichnungsstrukturen weiter nutzen und mit intelligenten Features sinnvoll erweitern. So lassen sich wertvolle Beobachtungsdaten erzeugen, die zur Werbewirkungskontrolle oder der (Re-)Organisierung der Displayanordnungen und der Regale dienen können. Das Einkaufsverhalten kann sowohl zeitabhängig, beispielsweise zum Erforschen von Trends, als auch raumabhängig analysiert und verglichen werden. Die Vernetzung erlaubt es, Beobachtungsdaten verschiedener Filialen, beispielsweise zu Benchmarkingzwecken, miteinander zu vergleichen; ein wertvolles Koordinations- und Kontrollinstrument. Dank der erhaltenen Daten ist es weiter möglich, Absatzrückgänge spezieller Produkte vor den Herstellern zu erklären. Für den Kunden bedeutet es ebenfalls einen Gewinn: Die Optimierung des Einkaufsprozesses, die Beschleunigung des Kassiervorgangs und des Kundenservices wird er an den damit verbundenen kürzeren Wartezeiten bemerken.

Anwendungsfülle

Im Retail-Alltag eröffnet sich ein breites Feld möglicher Anwendungen für Videoanalyse. Einige der möglichen Anwendungsgebiete sind:

Durchführung von Kundenzählungen: Alle Personen, die in den Kamerabereich eintreten, werden automatisch erfasst und gezählt.

Erweiterte Suchfunktion: Analysesysteme können zwischen verschiedenen Objekten unterscheiden. Dabei sind sie in der Lage, Fahrzeuge, Einkaufswagen oder Menschen zu erkennen und zu klassifizieren.

Messung der Verweildauer an Regalen, Displays, Sonderpositionen: Dies ermöglicht eine Werbewirksamkeitskontrolle.

Laufwegstudien: Die Kundenlaufwege werden erfasst und zur Steuerung des Besucherstroms genutzt. Dies vermeidet außerdem unerwünschte Ballungszonen.

Selektive Alarmierung: Hierbei ist es möglich, das System so zu programmieren, dass ein Alarm ausgelöst wird, sobald ein Kunde an einer nicht besetzten Kasse den Markt verlässt.

Personalmanagement: Gerade bei hochpreisigen Produkten, die eine intensive Beratung erfordern, kann das System eine Mitteilung an das Servicepersonal senden, sobald ein potentieller Käufer länger vor einem bestimmten Produkt verweilt.

Vernetzung mit Scannerkassen: Die Verbindung der Verkaufszahlen aus den Scannerkassen mit den Aufenthaltszeiten der Kunden vor dem Produkt erlaubt einen Abgleich zwischen beobachtetem Produktinteresse und tatsächlichem Absatz.

Darüber hinaus sind auch eine Erkennung und Zählung von Einkaufswagen, die Überprüfung der Parkplatznutzung sowie Überwachungsfunktionen bei Tag und Nacht realisierbar – je nach Kundenwunsch in beliebigen Kombinationen.

Autor: Michael Gückel

Aimetis GmbH, www.aimetis.de

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