Fachartikel vom 04/09/2010

Komsib-Studie Qualifizierungsanforderungen für Sicherheitskräfte

Das Kompetenzzentrum für Qualifizierung und Industriekooperationen für Sicherheit (Komsib) der Fachhochschule Brandenburg hat die Ergebnisse einer Befragung mit den aktuellen Qualifizierungsanforderungen innerhalb der Sicherheit vorgestellt.

Das Komsib hat über einen Zeitraum von 15 Monaten eine Studie zur „Bedarfsermittlung von Qualifizierungsanforderungen im Bereich der Sicherheit“ durchgeführt. In Kooperation mit der Simedia GmbH wurden deutschlandweit Sicherheitsbeauftragte und Sicherheitsbevollmächtigte führender Unternehmen sowie Verbände und Sicherheitsberater befragt. Teilnehmer sind Vertreter des Sicherheitsmanagements, des Werk- und Wachschutzes, der IT-Sicherheit, der externen Sicherheitsdienstleister sowie eine Gruppe der „Sonstigen“, die sich aus Sicherheitsberatern, Vertretern von Verbänden und Bildungseinrichtungen zusammensetzt.

Bild: Pixelio.de/Arno Bachert
Die Umfrageteilnehmer sprachen sich für eine Mindestausbildung aus, die die bisherigen Schulungsmaßnahmen nach § 34a Gewerbeordnung deutlich übersteigt. (Bild: Pixelio.de/Arno Bachert)

Es stellte sich heraus, dass die derzeitigen Qualifizierungs-angebote im Bereich der Sicherheit den tatsächlichen Erfordernissen des Marktes nur unzureichend entsprechen. Des Weiteren wurde erkannt, dass sich sowohl Strukturen als auch Inhalte der Qualifizierungs-angebote den Unternehmen aufgrund einer schwer zu überblickenden Vielzahl an Aus- und Weiterbildungs-angeboten nicht hinreichend erschließen. Die Anforderungen an unternehmensspezifische Prozesse in den Qualifizierungsangeboten finden in ungenügendem Maß Berücksichtigung. Schließlich wurden auch aufgrund von historisch bedingten festgefahrenen Unternehmensstrukturen auf Seiten der Anwender und der Sicherheitsdienstleister mögliche Potentiale nicht ausgeschöpft. Die unzureichende Etablierung des Themas Sicherheit, vor allem in der Unternehmensführung, spiegelte sich in Bereichen wie Wertschöpfung, Finanzierung, Auftragsvergabe und letztlich auch in der Qualifizierung wider.

Empfohlen wird unter anderem, dass eine enge Verflechtung in der Zusammenarbeit zwischen Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Gewerkschaften und Bildung stattfinden und eine übersichtliche Struktur in den bestehenden Qualifizierungspfaden im Bereich der Sicherheit geschaffen werden muss. Dabei sollen idealerweise konkrete Ausbildungs- und Studieninhalte zwischen Bildungseinrichtungen und der Wirtschaft abgestimmt werden können. Außerdem sollte eine Mindestausbildung durchgesetzt werden, welche die bisherigen Schulungsmaßnahmen nach § 34a GewO (Gewerbeordnung) deutlich übersteigt.

Zukünftigen Mitarbeitern sollte, in Vorbereitung auf ihre Tätigkeiten, seitens der Unternehmen die Gelegenheit für Praxiszeiten während des Ausbildungs- oder Studienzeitraums gegeben werden. Bereits ausgebildete Fachkräfte sollten zudem eine gezielte Förderung erfahren, um nicht zuletzt eine Chance auf einen beruflichen Aufstieg zu erhalten. Weiterhin würde eine Normierung der Sicherheitsprozesse helfen, die Qualifizierungsinhalte praxisnah und gleichzeitig standardisiert anzubieten. Schließlich könnte das Outsourcing von Sicherheitsmanagement-Prozessen an Sicherheitsdienstleister zu einer hohen Transparenz führen und damit betriebswirtschaftliche Potentiale ausschöpfen, was wiederum der Qualifizierung zu Gute kommen würde. Die vollständige Studie ist unter folgendem Link verfügbar: opus.kobv.de/fhbrb/volltexte/2010/74

Quelle: Komsib FH Brandenburg

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