Fachartikel aus PROTECTOR 7-8/2010, S. 26

Integrierte Videofunktionen beschleunigen Arbeitsabläufe Die Augen der Leitstelle

Moderne Leitstellen bieten ihren Kunden ein breites Spektrum an Dienstleistungen. Viele Aufgaben, die früher großen Personal- und Fahrtaufwand erforderten, können heute dank integrierter Videofunktionen schnell und effizient von der Zentrale aus erledigt werden. Entscheidend ist die Auswahl der passenden Videomanagement-Software.

Bild: Accellence
Umfassende Bildinformationen helfen Leitstellenmitarbeitern, schnell zu einer zutreffenden Einschätzung der Lage zu kommen, um angemessen und gezielt reagieren zu können. (Bild: Accellence )

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – dies gilt besonders, wenn sich eine Leitstelle im Alarmfall einen Überblick über die Situation verschaffen muss: Umfassende Bildinformationen helfen, schnell zu einer zutreffenden Einschätzung der Lage zu kommen, um angemessen und gezielt reagieren zu können.

Mittels Video können die Mitarbeiter der Leitstelle sehen, was in dem überwachten Objekt vor sich geht, und ohne Zeitverzug direkt von ihrem Arbeitsplatz aus alle nötigen Maßnahmen in die Wege leiten.

Voraussetzung dafür ist, dass alle bei den Kunden vorhandenen Videosysteme problemlos aufgeschaltet und umfassend gesteuert werden können. Dies leistet eine herstellerübergreifende Videomanagement-Software.

Checkliste Video-Funktionen

Bei der Auswahl der passenden Software hilft eine Liste der Funktionen, die in Leitstellen typischerweise benötigt werden:

  • Empfang von Videoalarmen, die durch Bewegungsanalyse (Motion Detection) oder andere Ereignisse ausgelöst wurden,
  • Videoaufschaltung auf alle bei den Kunden vorhandenen Gerätetypen,
  • Videoaufschaltung über alle üblichen Übertragungswege (Ethernet, WLAN, DSL, UMTS, ISDN),
  • zentrale Konfiguration und bedarfsgesteuerter Aufbau der dazu nötigen VPN- und DFÜ-Verbindungen,
  • automatische Authentifizierung bei den Bildquellen mit im Videomanagement hinterlegten Zugangsdaten, damit die Anwender nicht bei jeder Aufschaltung erneut Benutzernamen und Passworte eingeben müssen,
  • Kamerasteuerung: Schwenken – Neigen – Zoomen (SNZ), Blende (Iris), Schärfe (Fokus), Auto-Iris, Autofokus, Wischer,
  • Anfahren von voreingestellten Kamerapositionen (Presets),
  • Umschalten der Bildauflösung je nach Beobachtungsaufgabe: hohe Auflösung für Details (Gesichter, Kennzeichen), niedrige Auflösung für schnelle Bewegungen und Kameraschwenks,
  • Digital-Zoom für Ausschnittsvergrößerungen in hochauflösenden Videobildern,
  • Referenzbilder, die bei der Auswahl einzelner Kameras oder dem Anfahren bestimmter Kamerapositionen für einen Soll-Ist-Vergleich automatisch angezeigt werden,
  • Schaltkontakte aus der Ferne betätigen (wie Licht, Türöffner, Schranke oder Sirene),
  • Signalzustände und Messwerte aus dem überwachten Objekt auswerten (Telemetrie),
  • Audiofunktionen: Hören (akustische Raumüberwachung), Sprechen (Lautsprecher-Durchsagen), Wechselsprechen, Gegensprechen,
  • Abruf von vor Ort gespeicherten Bildern (Video-Recherche),
  • Weiterleiten per E-Mail oder Web-Export,
  • Protokollierung aller Alarme, Benutzeraktionen und Systemzustände.

Arbeitsabläufe integrieren

Um Bildinformationen mit den Arbeitsabläufen der Leitstelle zu verknüpfen, muss die Software über eine offene Schnittstelle, wie etwa AMS_RCP (Alarm Management System Remote Control Protocol) verfügen, über die sie vom vorhandenen Managementsystem gesteuert werden kann: Zu jedem bearbeiteten Vorfall werden auf diese Weise automatisch die zugehörigen Bilder gezeigt.

Damit alle empfangenen Bilder einfach weiterverarbeitet werden können, müssen sie von der Videomanagement-Software in ein einheitliches Format transcodiert werden. Gut geeignet ist dafür JPEG, da dieses Format von den meisten Programmen direkt eingelesen werden kann.

Bilder in diesem Format können problemlos per E-Mail verschickt oder in Office-Anwendungen übernommen werden, etwa für einen Bericht an den Kunden.

Bewährte Lösung

Alle genannten Funktionen bietet Ebüs, das „Einheitliche Bildübertragungs System“ der Accellence Technologies GmbH. Es wurde in enger Zusammenarbeit mit dem BHE, dem BDWS und der Polizei entwickelt und genau auf die Arbeitsabläufe von Leitstellen zugeschnitten.

Gemeinsam mit den Praktikern in den Leitstellen wurde eine besonders einfache und intuitive Bedienung erarbeitet: Ein einheitliches Farbkonzept, bei dem beispielsweise die Farbe „Rot“ exklusiv für Alarme und Fehler reserviert ist; eine klare Benutzerführung, die bei Fehlbedienung passende Hinweise gibt; kurze Mauswege; Bildauswahl mit dem Mausrad; nützliche Hinweise zum Einrichten und Konfigurieren jeder Bildquelle.

Eine Besonderheit sind die „Bildnotizen“: Zu jedem einzelnen Bild kann man einen freien Text eintragen oder per Mauslick vordefinierte Texte auswählen.

Diese Bildnotizen werden zusammen mit den Bildern weitergeleitet, gedruckt und gespeichert. Alle Bildnotizen werden in einer Liste zur Auswahl angeboten, und es kann gezielt nach bestimmten Textfragmenten gesucht werden. So können Bilder von bestimmten Vorgängen jederzeit leicht wiedergefunden werden.

Mit Ebüs können nicht nur IP-Kameras, sondern insbesondere Digitale Videorecorder (DVR), Netzwerkvideorecorder (NVR) und Video-Encoder aller relevanten Hersteller aufgeschaltet und gesteuert werden.

Kontakt- und Firmen-Infos im Branchenverzeichnis