Fachartikel aus PROTECTOR Special Brandschutz 2010, S. 8 bis 11

Umsetzung der MLAR Richtig interpretieren

Die Bedeutung der 2005 neu aufgelegten Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR) für Brandmeldesysteme ist mittlerweile allgemein anerkannt, die Notwendigkeit des in den Vorgaben geregelten Funktionserhaltes unumstritten. Weniger bekannt ist noch immer, mit welchen konkreten Lösungen sich die MLAR bei Anlagen des technischen Brandschutzes sinnvoll umsetzen lassen - automatische Lösch- und Sprachalarmsysteme stellen dabei hohe Anforderungen.

Bild: Siemens
  (Bild: Siemens)

Die von der Fachkommission Bauaufsicht der Bauministerkonferenz (Argebau) erarbeitete Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR) ist in der Fassung von 2005 mittlerweile in allen Bundesländern Baugesetz.

Für Sonderbauten – wie beispielsweise Krankenhäuser und Schulen – regelt sie unter anderem auch die Bedingungen zur Verlegung von Leitungsanlagen unter den Gesichtspunkten des Brandschutzes.

Im Fall von Brandmeldeanlagen gilt dabei wie für herkömmliche Leitungen: Sie sollen möglichst keine zusätzliche Brandlast darstellen. Darüber hinaus besteht die Forderung nach einer Begrenzung der Brandausbreitung.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Leitungen müssen Brandmeldeanlagen jedoch zusätzlich die in Punkt fünf der MLAR beschriebene Forderung nach einem zeitlich festgelegten Funktionserhalt erfüllen.

Damit ist die Konzeption von Brandmeldeanlagen direkt an die Bestimmungen der Leitungsanlagen-Richtlinien gekoppelt. Die bekannten DIN-Normen (DIN 14675, DIN VDE 0833-2 und die Gerätenormen DIN EN 54), die den Aufbau und Betrieb von Brandmeldeanlagen regeln, sind unabhängig hiervon zu betrachten.

Funktionserhalt für alle sicherheitsrelevanten Installationen

Die MLAR regelt, dass die Funktion von Druckerhöhungsanlagen zur Löschwasserversorgung, Lüftungsanlagen in Sicherheitstreppenhäusern, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen sowie von Feuerwehraufzügen 90 Minuten lang aufrechterhalten werden muss.

Bei allen anderen sicherheitsrelevanten Installationen muss der Funktionserhalt im Brandfall mindestens 30 Minuten lang gewährleistet sein. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass nach dieser Zeit die Selbstrettung der Gebäudenutzer abgeschlossen ist und die Feuerwehr die weiteren Schritte übernimmt.

Bei den Anlagen mit 30-minütigem Funktionserhalt handelt es sich zunächst um die Komponenten der eigentlichen Brandmeldeanlage. Diese besteht – unabhängig von der konkreten Auslegung – im Wesentlichen immer aus Sensorik (Brandmelder, Meldungskoppler), Aktorik (Alarmierungsmittel, Schalter, Ausgabebaustein), einer Brandmeldezentrale und dem Leitungsnetz.

Darüber hinaus sind aber – soweit im Gebäude vorhanden – auch automatische Löschanlagen sowie elektroakustische Notfallwarnsysteme (ENS) beziehungsweise Sprachalarmanlagen (SAA) im Hinblick auf die MLAR zu berücksichtigen. Im Fall eines Feuers leisten sie im Zusammenspiel mit der Brandmeldeanlage (BMA) einen entscheidenden Beitrag beim Schutz von Personen.

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