Fachartikel vom 11/11/2010

Senioren im Web Bevorzugte Beute von Hackern

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Da hilft es wenig, den Kunden zum wöchentlichen Wechsel seiner PIN aufzufordern, ihm wahre Passwort-Monster mit allen verfügbaren Sonderzeichen aufzubrummen oder ihm das Öffnen „verdächtiger“ Mails zu verbieten. Hier wird oft nur versucht, die Verantwortung abzuwälzen. Erfahrungsgemäß bringt das selbst bei PC-gewohnten jüngeren Anwendern wenig. Umso bescheidener dürfte der Erfolg bei Senioren sein.

Bei wirklich sinnvollen Sicherheitsmaßnahmen ist der Kunde allerdings durchaus kooperationswillig. Das zeigen auch die Umfragen von Infratest: Demnach sind 81,4 Prozent der Befragen bereit, Sicherheitsprogramme zu installieren. Für 81,2 Prozent kommt eine regelmäßige Überprüfung der Umsätze als Sicherheitsmaßnahme in Frage.

Sicherheit praktikabel umsetzen

Von entscheidender Bedeutung ist gerade bei älteren Menschen ein sicheres und vor allem praktikables Strong-Authentication-Konzept. Doch gerade hier hapert es − sowohl bei der Bekanntheit wie auch bei der Nutzung innovativer Technologien. So vertrauen immer noch 48 Prozent der Online-Banking-User der guten alten TAN-Liste – obwohl diese keinen Schutz vor Man-in-the-Middle-Attacken bietet. Innovative und sichere Signaturverfahren sind immer noch eher die Ausnahme. SmartTAN plus zum Beispiel bringt es gerade mal auf einen Anteil von 5,7 Prozent. Ebenfalls interessant: Nur 6,9 Prozent aller Befragten kennen dieses Verfahren überhaupt. Hier herrscht also gerade in der Informationspolitik noch ein ganz erheblicher Nachholbedarf.

Auf dem Vormarsch ist dagegen die Authentisierung per SMS: 59,1 Prozent nutzen bereits mobileTAN. Dieses Verfahren ist zwar sicherer als die die TAN-Liste, greift aber gerade bei der Zielgruppe der über 50-Jährigen oft ins Leere: Ein Viertel der 50- bis 64-Jahrigen haben nach Bitkom-Angaben noch kein Mobiltelefon, von den über 65-Jährigen sind gar die Hälfte nicht per Handy erreichbar.

Zeitgemäße Technik gegen althergebrachte Skepsis

Statistiken und Nutzungsdaten sprechen eine deutliche Sprache: Senioren sind durchaus aufgeschlossen gegenüber Internet und Online-Banking. Hier gibt es also einen Markt mit viel Wachstumspotenzial. Andererseits schätzen gerade ältere Menschen das Risiko bei Online-Transaktionen höher ein als jüngere.

Wer also im 50+-Markt erfolgreich sein will, wird mehr aufbieten müssen als eine papierne TAN-Liste und eine Menge mehr oder weniger praktikabler Sicherheitsratschläge. So sollte man auf einen flexiblen und ausbaufähigen Authentisierung-Server setzen. Zeitgemäße Plattformen wie Vacman Controller von Vasco ermöglichen nicht nur auf die zurzeit populäre SMS-Authentisierung, sondern unterstützen eine Vielzahl von Endgeräten für Zugangskontrolle und digitale Signatur, wie sie zum Beispiel das Digipass-System bietet. Da gibt es reine Software-Lösungen für PDAs oder Smartphones, aber auch Signatur-Hardware, die individuell auf die Bedürfnisse der Zielgruppe ausgelegt ist.

Bild: Vasco
Digipass 840 Comfort Voice von Vasco. (Bild: Vasco)

Fürs Online-Banking gibt es heute schon übersichtliche Geräte mit großem Display und großen Tasten. Spezialmodelle wie zum Beispiel Digipass 840 Comfort Voice verfügen sogar über ein Sprach-Interface und können damit auch von Menschen mit Sehbehinderungen eingesetzt werden. Die Geräte benötigen keine Verbindung zum PC. Es müssen auch keinerlei Treiber installiert werden. Die Personalisierung der Hardware erfolgt bequem durch das Einstecken einer Chipkarte. Die Geheimdaten können nicht ausgelesen werden.

Die Angst des Senioren vor dem Hacker mag vielen überzogen erscheinen – mindestens ebenso problematisch dürfte allerdings die Sorglosigkeit sein, mit der vielen Onliner und leider auch viele Geldinstitute den Gefahren des Internets begegnen. Egal ob alt oder jung: Die Erhebungen zeigen – wenig überaschender Weise –, dass Sicherheit und Datenschutz bei den Anwendern ganz oben auf der Prioritätsliste stehen. Die rasant zunehmende Angst vor Hackern und Crackern ist ein eindeutiges Indiz: Es ist mehr als an der Zeit, zeitgemäße Sicherheitssysteme flächendeckend bekannt und verfügbar zu machen - nicht nur für Senioren.

Autor: Jan Valcke, seit 2002 President und COO bei Vasco Data Security, Belgien.

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