Fachartikel vom 11/29/2010

Terrorabwehr Bundeswehr-Uni untersucht Akzeptanz von Sicherheitsmaßnahmen

Angesichts erhöhter Terrorwarnungen, eines vermeintlichen Kofferbombenfunds in Namibia und verschärfter Sicherheitsvorkehrungen auf Flughäfen und bei Großveranstaltungen rückt die Frage nach einem angemessenen Verhältnis von Freiheit und Sicherheit in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte.

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Die Universität der Bundeswehr München leitet das Forschungsprojekt „Sicherheit im öffentlichen Raum“. (Bild: unibw.de)

Von Flüssigkeits-beschränkungen im Fluggepäck über Vorratsdaten-speicherung und biometrische Ausweise bis hin zu sogenannten Nacktscannern ist das Thema seit „9/11“ gerade in der deutschen Öffentlichkeit mit besonderer Heftigkeit diskutiert worden. Durch den zunehmenden Einsatz von Sicherheitsmaßnahmen verschiebt sich das Gleichgewicht zwischen bürgerlichen Freiheitsrechten und öffentlicher Sicherheit – zuungunsten der Freiheitsrechte.

Allerdings lassen sich vor dem Hintergrund dieses allgemeinen Trends, etwa im internationalen Vergleich, große Unterschiede feststellen, wenn es um die gesellschaftliche Akzeptanz von Sicherheitsmaßnahmen geht. Diesem Thema widmet sich das von Prof. Carlo Masala, Professor für internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München, geleitete und von der Bundesregierung geförderte Forschungsprojekt „Sicherheit im öffentlichen Raum“ (Sira).

Sind Sicherheitsmaßnahmen angemessen?

Ziel des bis 2013 laufenden Projekts ist es, zu untersuchen, welche Faktoren die Akzeptanz oder Ablehnung von Sicherheitsmaßnahmen im öffentlichen Raum beeinflussen. Um diese Frage zu beantworten, werden Fallstudien in zwei Teilbereichen durchgeführt. Der erste Bereich beschäftigt sich mit Sicherheitsmaßnahmen im Personenluftverkehr („Luftverkehrssicherheit“), der zweite Bereich widmet sich der Erhebung und Speicherung von Daten durch staatliche Organe zur Herstellung von Sicherheit („Informationssicherheit“).

Zentrale These des Projekts ist, dass die Akzeptanz von Sicherheitsmaßnahmen maßgeblich vom gesellschaftlichen Umfeld abhängt. Um den Einfluss sogenannter soziokultureller Faktoren zu untersuchen, wird im Projekt ein entsprechender theoretischer Rahmen entwickelt, der gleichzeitig Grundlage und Bezugspunkt für die empirischen Fallstudien ist.

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Prof. Carlo Masala, Professor für internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München. (Bild: unibw.de)

Sicherheitsforschung der Bundesregierung

Das Projekt Sira wird im Rahmen des Sicherheitsforschungsprogramms der Bundesregierung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund zwei Millionen Euro gefördert. Zum von Prof. Masala koordinierten Forschungskonsortium gehören insgesamt acht Partner, darunter zwei Fraunhofer-Institute, mehrere universitäre Einrichtungen sowie ein privatwirtschaftliches Unternehmen. Von Seiten der Universität der Bundeswehr München sind neben Prof. Masala auch Prof. Ursula Münch, Professorin für Innenpolitik und vergleichende Regierungslehre, und Prof. Wolfgang Bonß, Professor für Soziologie, beteiligt. Auf die drei an der Universität der Bundeswehr München angesiedelten Teilprojekte im Rahmen von Sira entfallen rund eine Million Euro.

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