Fachartikel aus PROTECTOR 5/2011, S. 31

Integration von Videoüberwachung und Gebäudemanagement Symbiose der Strukturen

Bei der Integration von Videotechnik und Gebäudemanagement gibt es unterschiedliche Ansätze, deren Anwendung sich nach der Projektgröße und den spezifischen Anforderungen richtet.

Bild: Accellence
Gebäudemanagement mit Videoüberwachung. (Bild: Accellence)

Zum Gebäudemanagement gehören die Verwaltung und der optimale Einsatz der technischen Einrichtungen eines Gebäudes. Dazu gehören beispielsweise Heizung und Klima, Beleuchtung, Verschattung (Markisen, Rolläden), Aufzüge und Rolltreppen, Sprechanlagen (Intercom), Elektroakustische Anlage für Durchsagen (ELA), Zutrittskontrollsysteme (Drehkreuze, Türen, Rolltore), Fluchttürsteuerung, Einbruchmeldeanlagen (EMA), Brandmeldeanlagen mit Brandmeldezentrale (BMZ) sowie Videoüberwachung.

Viele dieser Anlagen weisen eine ähnliche Systemstruktur auf: Es gibt im Gebäude verteilte Komponenten, die mit einer Zentrale verbunden sind, in der alle Informationen zusammenlaufen und von der aus die gesamte Anlage überwacht und gesteuert wird. Entscheidend für den Projekterfolg bei einer Integration der Systeme ist eine genaue Anforderungsanalyse: Welche Funktionen werden benötigt? Welche Arbeitsabläufe sollen unterstützt werden?

Je nach Anforderungen und Größe des Projektes passt einer der vier möglichen Lösungsansätze, mit denen Video- und Gebäudetechnik miteinander kombiniert werden können:

1.Unabhängiger Parallelbetrieb: Dies ist häufig der „gewachsene“ Zustand, der sich dadurch ergibt, dass nacheinander bei Bedarf verschiedene Teilsysteme für verschiedene Aufgaben beschafft und unabhängig voneinander installiert wurden.

2. Videosystem steuert Gebäudetechnik: Viele Bildquellen enthalten neben der Videotechnik weitere Funktionen und Anschlüsse, die auch für einfache Aufgaben der Gebäudetechnik genutzt werden können, beispielsweise um auf Türkontakte zu reagieren oder um Licht zu schalten.

3. Gebäudemanagement steuert Videotechnik: Video ist dabei nahtlos in die Gebäudemanagement-Software integriert, die auf diese Anwendung aber nicht spezialisiert ist. Das bedeutet, die Video-Funktionen sind meist sehr eingeschränkt.

4. Videomanagement als Subsystem des Gebäudemanagements: Unter dem Dach des Gebäudemanagement-Systems kommt neben den (Unter-)Zentralen der Gebäudetechnik auch ein leistungsfähiges eigenständiges Videomanagement-System zum Einsatz.

Wenn Investitionssicherheit eine Rolle spielt, sollte darauf geachtet werden, dass vom Videomanagement-System Videokomponenten verschiedener Hersteller unterstützt werden, damit man bei künftigen Ersatz- oder Erweiterungsbeschaffungen unabhängig bleibt. Ein System, dass diese Unterstützung bietet, ist beispielsweise Ebüs.

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