Fachartikel aus PROTECTOR 1-2/2017, S. 26 bis 27

Kontrollierter Zutritt Ein Ausweis statt vieler Schlüssel

Mitsubishi Electric ist seit 1978 in Deutschland vertreten. Im November 2015 bezog das Unternehmen mit etwa 450 Mitarbeitern die neugebaute Deutschland-Zentrale in Ratingen. Schon im alten Gebäude war Zutrittskontrolle installiert, nun aber sollte ein mehrstufiges Sicherheitskonzept die Unternehmenssicherheit gewährleisten.

Bild: Mitsubishi Electric
Die neue Zentrale von Mitsubishi Electric Deutschland in Ratingen. (Bild: Mitsubishi Electric)

Unser neues Gebäude sollte umfassend gesichert sein. Wir wollten ein elektronisches System, das einfach und flexibel ist, und sich leicht an zukünftige Änderungen anpassen lässt“, erläutert Tino Räpke, General Manager IT, Compliance & Organisation der deutschen Niederlassung von Mitsubishi Electric. Das System sollte auch die Effizienz der Abläufe verbessern. „Wir wollten einen Ausweis, statt vieler Schlüssel.“ Gefordert war ein Zutrittsmedium, mit dem man auch andere Systeme im Haus bedienen kann, zum Beispiel vorhandene Drucker und die Medientechnik. Mit der Realisierung der Zutrittskontrolle mit kompletter sicherheitstechnischer Beratung inklusive Brandmeldetechnik beauftragte der Bauträger den Kaba-Partner Freihoff Sicherheitsservice GmbH aus Langenfeld.

Mit diesem Unternehmen für Sicherheitstechnik und Service erarbeitete Mitsubishi Electric unter Berücksichtigung der Schutzziele ein umfassendes Sicherheitskonzept. So wurden diverse Workshops durchgeführt, bis das endgültige Konzept stand. Ein wichtiges Thema war hier auch die Besucherverwaltung und die Anbindung der Zutrittskontrolle an das vorhandene Gingco Raumbuchungssystem.

Denn ein Großteil der Besucher wird in diesem Management-Tool angemeldet. Über die Besucherverwaltung werden auch die KFZ- Kennzeichen der Gäste erfasst und an die Kennzeichenerkennungskamera an der Zufahrt zur Tiefgarage weitergeleitet. Zur Übergabe all dieser Besucherdaten entwickelte Kaba eine spezielle Schnittstelle. „Eine große Herausforderung für das Projekt war die kurze Bauzeit“, betont Frank Pokropp, Geschäftsführer der Freihoff Sicherheitsservice GmbH.

Zutrittsrechte auf der Mitarbeiterkarte

Die Absicherung der Außenhaut und hochsensibler Bereiche im Innern, wie Labore und IT-Räume, erfolgte durch Online-Leser. Alle Außentüren des Gebäudes sowie alle Türen aus den Treppenhäusern in die einzelnen Büroflächen wurden mit insgesamt 161 Erfassungseinheiten abgesichert, alle Bürotüren im Inneren durch Cardlink-Komponenten, und nicht mehr wie ursprünglich geplant mit mechanischen Schließzylindern.

Dadurch erreichte man das Ziel, möglichst wenig herkömmliche Schlüssel einzusetzen. Die jeweiligen Zutrittsrechte befinden sich auf einer individuellen Mitarbeiterkarte. Somit wird sichergestellt, dass die Mitarbeiter nur die Bereiche betreten können, für die sie auch berechtigt sind.

Sonderschnittstellen Implementiert

„Das Kaba Exos System hat uns überzeugt, weil man hier sehr einfach Online- und Offline-Komponenten in einem System kombinieren kann“, erklärt Tino Räpke.

Bild: Mitsubishi Electric
Die Aufzugsteuerung ist in das Sicherheitskonzept eingebunden. (Bild: Mitsubishi Electric)

Um alle Anforderungen von Mitsubishi Electric zu erfüllen, wurden durch Kaba noch weitere Sonderschnittstellen implementiert. So wurde beispielsweise zur vereinfachten Datenpflege eine Schnittstelle zum Mitsubishi Electric Global Active Directory geschaffen, um die Personalstammdaten der Mitarbeiter automatisch in das Kaba Exos System zu importieren.

Außerdem wurde eine Schnittstelle zum Gingco Raumbuchungssystem geschaffen. Mit dieser Schnittstelle erhalten Mitarbeiter, die zu einem Meeting in einen Besprechungsraum eingeladen werden, automatisch das Zutrittsrecht für die Dauer der Besprechung zu diesem Raum. Für eine spontane Raumbelegung steht ein Gingco Webterminal zur Verfügung, an dem die aktuelle Raumbelegung eingesehen werden kann.

Ein freier Raum kann sofort am Webterminal gebucht werden, das Zutrittsrecht für diesen Raum wird dann am nächstgelegenen Online-Leser auf die Karte geschrieben. Das komplette System ging zum Einzug im November 2015 live. Dank des hohen Engagements durch die Mitarbeiter von Freihoff Sicherheitsservice erfolgte die Installation des Systems problemlos in der sehr kurzen dafür vorgesehenen Zeit.

Mit dem Tag des Einzugs konnten alle Mitarbeiter ihr Büro betreten. Ihre Gäste können sie mit der neuen webbasierten Besucherverwaltung via Webclient voranmelden. Somit verkürzt sich für die Besucher die Wartezeit am Empfang. Für die vorangemeldeten Besucher werden zentral aus dem Kaba System die Besucherausweise gedruckt. Unangemeldete Besucher werden in der Kaba Besucherverwaltung direkt am Empfang erfasst.

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Mitsubishi Electric ist mit dem Projektverlauf und der Zusammenarbeit mit Freihoff Sicherheitsservice und Kaba sehr zufrieden. „Die Mitarbeiter von Freihoff haben sehr gute Arbeit geleistet, auch die Programmierung der Schnittstellen durch Kaba hat funktioniert. Das System lief von Anfang an gut“, betont Tino Räpke. „Wir haben die gewünschte Sicherheit, effiziente Abläufe und ein flexibles System, bei dem wir Zutrittsrechte schnell ändern können. Und wir können uns tagsüber ohne Schlüssel bewegen.“

Petra Eisenbeis-Trinkle, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Marketing Deutschland, Kaba GmbH, Dormakaba Gruppe, www.dormakaba.de

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