Fachartikel aus PROTECTOR 1-2/2017, S. 43

Diskussionsrunde zur Digitalisierung Beherrschte Komplexität

Ende 2016 lud Honeywell zu einem Presse-Roundtable im Honeywell Demo-Center in Frankfurt Offenbach ein. Anlass zu der Diskussions- und Präsentationsrunde war die zunehmende Digitalisierung von Alltags- und Geschäftsabläufen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für Unternehmen in puncto Sicherheit und Ressourcennutzung.

Bild: Lehmann
Gerard Gumprecht erläutert die Geschäftsfelder von Honeywell. (Bild: Lehmann)

In verschiedenen Vorträgen erläuterten Experten anhand von Beispielen, wie das intelligente Management von Liegenschaften heute effizient betrieben werden kann und welche Lösungen Honeywell dazu bereitstellt. Den Einstieg in die Thematik gab Gerard Gumprecht, Geschäftsführer Honeywell Building Solutions (HBS), mit einem Überblick über die Unternehmensbereiche „Smart Home“ und „Connected Buildings“. Jährlich werden weltweit bis zu 15 Millionen Smart Devices installiert, die Anzahl vernetzter Gebäude und dazugehöriger Software wächst zweistellig. Gumprecht betonte das umfassende Dienstleistungs-Portfolio, das Honeywell Building Solutions hier anbietet, etwa die Integration der verschiedenen Subsysteme, Regelung und Steuerung sowie Anlagen eines Gebäudes.

Michael Wanka, Customer Consultant Security Manager HBS, ging in seinem Vortrag auf die Sicherheitsaspekte einer digitalen und vernetzten Gebäudeinfrastruktur ein. Das Internet-of-Things, Cloud-Lösungen und Industrie 4.0 bestimmen zunehmend die Prozesse in Unternehmen. Auf der einen Seite bedeutet dies ein effizienteres Wirtschaften, auf der anderen Seite beinhalten diese Technologien auch gewisse Risiken, vor allem im Bereich der Cybersicherheit. Lösungsorientiert Dabei wandeln sich im Sicherheitsbereich produktorientierte Konzepte hin zu lösungsorientierten. Was früher noch Insellösungen im Sinne lokaler Überwachungssysteme darstellten, wird künftig immer mehr eine vollständige IT-Integration aller digitalen Systeme eines Unternehmens sein, einschließlich Videoanalyse und IP-basierte zentralisierte Überwachung.

Dies bedingt dann auch eine Integration von cyber-, physikalischer und elektronischer Sicherheit. „Der Trend geht eindeutig Richtung Mobilgeräte als Identifikationsmittel und zur Multiapplikation auf Identmedien“, so Wanka. Im Vortrag von Ulrich Schmöe, Energy Consultant Manager HBS, stand die Energieeffizienz von Unternehmen im Mittelpunkt. Steigender Kostendruck bei Unternehmen, gekoppelt mit Umweltauflagen und Energiekosten, stellen Entscheider vor die Herausforderungen, geeignete Konzepte für Liegenschaften und Anklagen zu entwickeln und umzusetzen. Mit entsprechenden Geräten und dazugehöriger Software für ein umfassendes Reporting ließen sich vielerorts die Kosten für Energie nachweislich senken.

Den Vorteil integrierter Gebäudeautomation als Schlüssel für eine effiziente Betriebsführung betonte auch Joachim E. Frosch von JEF Automation. Allein in Deutschland sind drei Viertel aller Wohngebäude energetisch sanierungsbedürftig. Die Technik muss, um den künftigen Herausforderungen gerecht zu werden, unter anderem auf proprietäre Systeme verzichten und auf allgemeine Industriestandards setzen. Offene Kommunikationsstandards (Bacnet) müssen die Regel sein, und Systeme müssen sich erweitern und nachrüsten lasen, gerade bei neuen technologischen Entwicklungen. Betreiber wiederum müssen bei der Planung und Konzeption vor allem die Folgekosten bestehender Anlagen und Gewerke im Auge behalten. Tobias Kalb, District Field Service Leader BIS, hob in seinem abschließenden Vortrag die Bedeutung digitaler Serviceleistungen hervor. Das Internet der Dinge wird bis 2020 rund 50 Milliarden vernetzbare Geräte umfassen, und das dazugehörige Datenvolumen wird 2020 etwa 40 Milliarden Gigabyte betragen. 37 Prozent davon werden in der Cloud gelagert. Diese generierten Datenmengen erfordern eine kompetente Analyse und entsprechende Maßnahmen zur Wartung, um Störungen zu vermeiden. HL

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