Fachartikel aus PROTECTOR 3/2017, S. 28 bis 29

Kabellose Zutrittssysteme Plug, Play und Enter

Arbeitsplatz am Morgen, Fitnesscenter nach Feierabend, das eigene Heim am Abend: tagtäglich werden unterschiedliche Gebäude betreten, ohne dass sich jemand allzu viele Gedanken darüber macht, wie man hineingelangt. Dieser Selbstverständlichkeit im Alltag liegen ausgeklügelte Zutrittslösungen zu Grunde.

Bild: Glutz
Mit dem elektronischen Zutrittssystem „eAccess“ lassen sich Türen mit einem ausgewählten Identifikationsmittel öffnen. (Bild: Glutz)

Die Tür als Zutrittsobjekt muss viele Aufgaben bewältigen und Ansprüchen standhalten. Je nach Gebäudeart und -nutzung ist der Zutritt zunächst nach organisatorischen Gesichtspunkten zu regeln. Einige Türpunkte müssen einbruchsicher sein und andere als Flucht- oder Notausgangstüren dienen. Elektronische Zutrittskontrolle kombiniert Mechanik und Elektronik auf sicherste und modernste Art: flexible und zeitgesteuerte Zutrittsberechtigungen, die übers Internet oder per SMS von einer oder mehreren Administrationsstellen vergeben werden können.

Online- oder Offline-Systeme

Die optimale Lösung für den elektronischen Zutritt kombiniert mechatronische und mechanische Komponenten. Bei diesen Zutrittskontrollsystemen gibt es zwei wesentliche Unterschiede im Aufbau: Offline- und Online-Systeme. Online-Systeme sind permanent vernetzt; Administratoren verwalten und vergeben Berechtigungen zentral. Des Weiteren verfügen sie über aktuelle Statusmeldungen aller Türen, sind jedoch mit einem hohen und kostspieligen Installationsaufwand und aufwändiger Verkabelung, verbunden. Offline-Systeme sind dagegen wesentlich einfacher und kostengünstiger zu installieren. Sie erfordern bei der Vergabe neuer Berechtigungen jedoch deutlich mehr Aufwand, Stichwort „Turnschuhnetzwerk”.

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Mit einem Repeater können bis zu 20 Türen in rund 30 Metern Entfernung vom Funkstick erreicht werden. (Bild: Glutz)

Ein elektronisches Zutrittssystem wie das „eAccess“ von der Glutz Deutschland GmbH arbeitet mit einer Funkvernetzung und verbindet so die Vorteile beider Welten miteinander. In naher Zukunft wird eine Statusüberwachung der Türöffnung per App möglich sein, dann erfüllt das System nahezu alle Funktionen einer Online-Lösung. „eAccess“ besteht also zum einen aus bewährten mechanischen Elementen, die für Sicherheit sorgen. Zum anderen erleichtern Technologien wie Funk und RFID (Radiofrequenz-Identifikation) das Programmieren und die tägliche Benutzung der Zutrittslösung. Mit nur einem Medium werden so Türen komfortabel und berührungslos entriegelt. Haustür, Wohnungstür, Zufahrt, Garage oder Briefkasten lassen sich künftig ganz einfach mit einem ausgewählten Identifikationsmittel öffnen. Die Geräte reagieren dabei auf Clips, Karten oder einen persönlichen Code. Weiterer Vorteil: Wenn keiner zuhause ist, können beschränkte Zutrittsberechtigungen beispielsweise für Handwerker, Pflegepersonal oder Paketboten gewährt werden.

Die Vorteile von Funk

Ob für Neu- oder Bestandsbauten, jeder Immobilienbesitzer ist an einer idealen Zutrittslösung interessiert. Das bedeutet, sie muss sicher und komfortabel in der Anwendung sein. Außerdem spielen auch die Zukunftsfähigkeit und die Möglichkeit eines Mitwachsens des Systems sowie geringe Folgekosten eine große Rolle. Daher bieten moderne und flexible Funk-Lösungen einige Vorteile. Bei einem Ausbau beispielsweise ist die Skalierung dieser Lösungen jederzeit möglich. Dies bedeutet, dass sich die hauseigene Funk-Lösung ganz einfach und ohne großen Aufwand anpassen lässt. Dabei wird der nachträglichen Umsetzbarkeit kaum Grenzen gesetzt. Neue Kabel müssen nur sehr selten, etwa bei Motorschlössern, verlegt werden.

Auch sind bei größeren Ausbauten in Unternehmen keine neuen Lizenzen nötig, da die Software kostenlos ist und Administratoren somit bis zu 500.000 Türen und Nutzer verwalten können. Auch Fragen nach Zwölf- oder 24-Volt-Anschlüssen stellt das System nicht, es arbeitet zuverlässig mit beiden. Große Bürokomplexe oder Miethäuser mit mehreren Mietparteien können problemlos angebunden werden, da die Lösung voll mandantenfähig ist. Jeder Mieter hat ausschließlich auf seine Türen und Berechtigungen Zugriff. Auch die konkrete Umsetzung und Installation des Systems ist überschaubar: So reicht für die Basisinstallation in der Regel eine Person, natürlich in Abhängigkeit von der Gesamtgröße. Anschaffungs- und Installationskosten sind also gut planbar und halten sich im Kalkulationsrahmen auf, Überraschungen bleiben aus.

1.000 Berechtigungen, ein Klick

Nicht nur die Plug & Play-Installation, auch der Gebrauch der entsprechenden kostenlosen Software ist kinderleicht – Glutz plant grundsätzlich maximal einen Schulungstag ein. Da Berechtigungen in der Tür und nicht im Chip gespeichert werden, bleibt das System auch in der Anwendung mit vielen Nutzern und in großen Gebäuden flexibel. Installationsaufwand und Kosten entsprechen denen eines Offline-Systems, Komfort für Nutzer und Verwaltung dem eines Online-Systems. Die Programmierung von Beschlägen, Zylindern und Lesern erfolgt ganz einfach per Funkstick über den eigenen Computer. Entsprechende Repeater leiten diese Daten in größeren Gebäuden weiter. Über ein Online-Gateway können dementsprechend auch mehrere Standorte von einem Ort und Rechner aus konfiguriert werden.

So kann der zuständige Administrator mit wenigen Klicks tausende Berechtigungen auf Türen neu erstellen, ohne dabei einen Schritt gehen und kilometerlang Kabel verlegen zu müssen. Dank einer Funk-Online-Lösung kommen Anwender in den Genuss fast aller Funktionen einer verkabelten Online-Lösung, mit den Kosten einer Offline-Lösung. Alle „eAccess“-Komponenten sind technisch voll ausgebaut, so dass eine Erweiterung jederzeit möglich ist. Wird etwa zuerst ein reines Offline-System installiert, kann dies jederzeit ohne Firmware-Update oder Platinentausch auf eine Funk-Programmierung ausgebaut werden. So wird aus einem reinen Offline-System in wenigen Augenblicken ein Funk-Online-System. Batterien halten rund 50.000 Schließungen oder drei Jahre im Standby-Modus und geben rechtzeitig eine Warnmeldung ab, wenn sie bei zehn Prozent nutzbarer Kapazität stehen.

Mehrere Etagen verwalten

Mit einem Repeater können bis zu 20 Türen in rund 30 Metern Entfernung vom Funkstick erreicht werden, so dass auch größere Gebäude und mehrere Etagen einfach per Funk verwaltet werden können. Dank einer Triple-DES-Verschlüsselung ist der Sicherheitsfaktor besonders hoch. Störungen im Funknetz sind kein Problem. Die Identifikationsgeräte arbeiten auch bei

Ausfall zuverlässig, da die Berechtigungen auf jedem einzelnen Gerät gespeichert sind. Möglich macht dies der bidirektionale Datenabgleich. Das „eAccess“-System wird auf die Sicherheitsbedürfnisse abgestimmt. Denn jede Tür und jeder Zugang eines Gebäudes besitzt ein individuelles Risikoprofil. Hochsicherheitszonen erhalten einen E- Schutzbeschlag. Türen mit geringerem Risiko werden mit dem E-Organisationsbeschlag ausgestattet. Adäquat zu den Risiken werden dann die Identifikationsmittel ausgewählt. Die Geräte zeichnen außerdem jede Aktion auf – wodurch einzelne Ereignisse gezielt rekonstruiert werden können.

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