Fachartikel aus PROTECTOR 4/2017, S. 18

Intersec Forum Im Gebäude der Zukunft

Nach der erfolgreichen Premiere 2016 veranstaltete die Messe Frankfurt Mitte März zum zweiten Mal das Intersec Forum, das in diesem Jahr gleichzeitig zur ISH, Fachmesse für Gebäude-, Energie-, und Klimatechnik, stattfand. 180 Teilnehmer aus den Bereichen Betrieb, Planung und Errichtung sicherheitstechnischer Anlagen diskutierten vor dem Hintergrund der Digitalisierung die Vernetzung unterschiedlicher Gewerke im Gebäude.

Bild: Albrecht
Nach ihren Vorträgen diskutierten Bosch- Geschäftsführer Dr. Stefan Hartung, Dr. Ulrich Kipper, Servicebereichsleiter Fraport, Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der Geschäftsführung des ZVEI und BSI-Präsident Arne Schönbohm (von links) über Herausforderungen und Aufgaben der Digitalisierung. (Bild: Albrecht)

Im jährlichen Wechsel mit der zweiten, großen Messe für Gebäudeautomation, der Light + Building, werde man das Intersec Forum langfristig als „vernetztes Interface“ etablieren, kündigte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Wolfgang Marzin, zur Eröffnung der Sicherheitstechnik-Konferenz an. Das anschließende Programm orientierte sich an den aktuellen Themen der Brandmeldetechnik, Notfallbeleuchtung, Vernetzung von Überwachungs- und Zutrittskontrollsystemen, IT- und Cybersicherheit sowie an neuen Geschäftsmodellen und Dienstleistungen für das digitale Gebäude der Zukunft. Die Konferenzteilnehmer lobten vor allem das breite Themenspektrum der rund 40 Redner und die Gelegenheit zum Branchen-Austausch.

Grad der Vernetzung

Durchaus kontrovers diskutierten Redner und Teilnehmer den erforderlichen Grad der Vernetzung in gewerblichen Gebäuden und im privaten Wohnbereich – und damit die Abwägung der Sicherheitsrisiken durch Internetangriffe gegen die Chancen für Anwenderfreundlichkeit und Komfort. Konsens bestand jedoch in der Priorisierung sicherheitstechnischer Belange: „IT-Sicherheit von zunehmend digitalisierten Gebäuden, Produkten oder Dienstleistungen ist kein reiner Kostenfaktor, sondern die Grundlage für erfolgreiches wirtschaftliches Handeln. Deswegen muss eine sichere IT-Infrastruktur Chefsache sein und fest im unternehmerischen Handeln verankert werden,“ erklärte Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Der Appell des BSI-Präsidenten zog sich durch die Foren und viele Gespräche. Der Branchendialog Planer und Errichter (Forum 1) zeigte den Zuhörern die rechtlichen und unternehmerischen Aspekte sowie die neuen beruflichen Anforderungen auf, vor denen die Branche steht. Teilnehmer Torsten Sohlbach, Ingenieur für Sicherheitstechnik im Bankensektor, hat das Intersec Forum einen interessanten Einblick in den Vernetzungsstatus anderer Branchen verschafft: „Für uns als Betreiber von integrierten Gebäudesicherheitsanlagen ist die Herausforderung die Integration der verschiedenen Gewerke ohne den riskanten Schritt, offen in Cloud-basierte Systeme zu gehen. Das Forum Dialog Planer & Errichter hat heute einen ersten kritischen Blick auf die Haftungsrisiken der neuen IP-Welt geworfen. Hier wird in Zukunft jedoch viel differenzierter definiert werden müssen, welche Verantwortung und technische Kompetenz die Beteiligten, also Hersteller und Lieferanten versus Planer versus Errichter und versus Betreiber haben müssen, zumindest in sensiblen Infrastrukturen.“ Iris Jeglitza-Moshage, Geschäftsleiterin der Messe Frankfurt, resümierte am Schlusstag der Konferenz: „Das Intersec Forum hat unsere Erwartungen dieses

Jahr mehr als erfüllt: Das erweiterte Programm hat 20 Prozent mehr Teilnehmer nach Frankfurt geführt als die Premiere im Vorjahr – eine gute Basis, um das Intersec Forum als jährliches Konferenzformat hier in Frankfurt weiter zu etablieren“. Das dritte Intersec Forum findet am 20. und 21. März 2018 erneut im Portalhaus auf dem Frankfurter Messegelände zeitgleich zur Light + Building statt. AA

Messe Frankfurt GmbH, www.messefrankfurt.com

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