Fachartikel aus PROTECTOR 4/2017, S. 60

Schutz kritischer Infrastruktur Digitalfunk für Betreiber

Das Symposium „Schutz Kritischer Infrastruktur – Lagebild 2017“ fand Mitte März 2017 in Wien statt. Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka stellte dabei das Projekt „Gemeinsam.Sicher mit Betreibern kritischer Infrastruktur“ vor. Eine Wochen zuvor war außerdem eine Vereinbarung über die Kooperation im Bereich der Prävention für die österreichische Wirtschaft erneuert worden.

Bild: LPD Wien, Thomas Cerny
„Wir möchten Betreiber von Unternehmen kritischer Infrastruktur unterstützen, dass sie unter- einander und mit der Polizei kommunizieren können“, sagte Innenminister Wolfgang Sobotka (4. v.l.). (Bild: LPD Wien, Thomas Cerny)

Zu dem von der Europäischen Union geförderten und vom Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismus- bekämpfung (BVT) organisierten Informations- und Vernetzungstreffen Mitte März in Wien waren Unternehmens- und Sicherheitschefs der strategisch wichtigsten Unternehmen kritischer Infrastruktur in Österreich eingeladen. Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka stellte dabei das Projekt „Gemeinsam.Sicher mit Betreibern kritischer Infrastruktur“ vor. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Generaldirektor für die öffentliche Si- cherheit, Mag. Mag. (FH) Konrad Kogler, und BVT-Direktor Mag. Peter Gridling. Anschließend referierten Fachexperten des BVT über die Kooperation zwischen Betreibern kritischer Infrastruktur mit Behörden, über Gefahren durch politisch motivierte Angriffe sowie über islamistische und staatsfeindliche Verbindungen für kritische Infrastruktur in Österreich.

Sicherheitsexperten aus der Schweiz und Deutschland gaben einen Einblick in Sicherheitsstrategien auf den Schutz kritischer Infrastrukturen. Sicherheitsverantwortliche von A1 Telekom, Flughafen Wien und der Österreichische Bundesbahnen (ÖBB) referierten über Vorfälle und Kooperationen mit dem BVT und der Polizei. Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka übergab Digitalfunkgeräte an Vertreter ausgewählter Unternehmen kritischer Infrastrukturen. „Wir möchten die Betreiber von Unternehmen und Organisationen kritischer Infrastruktur neben den Schutzmaßnahmen durch das BVT auch dahingehend unterstützen, dass sie in einem Anlassfall schnell und sicher untereinander und mit der Polizei kommunizieren können“, sagte Sobotka. Das Projekt „Gemeinsam.Sicher mit Betreibern kritischer Infrastruktur“ wurde mit 130 Unternehmen gestartet. Betreiber von Unternehmen und Organisationen, die der kritischen Infrastruktur des Landes zuzurechnen sind, sollen dadurch Partner in dem vom Innenministerium betriebenen Projekt „Digitalfunk BOS Austria“ werden – dem Kommunikationssystem der Sicherheitsbehörden und der Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Das System gewährleistet eine ausfallsichere und verschlüsselte Kommunikation im digitalen Funknetz untereinander.

Kooperation in der Prävention

Eine Woche vor dem Symposium zum Schutz kritischer Infrastrukturen war bereits eine Kooperationsvereinbarung zwischen Wirtschaftskammer Österreich (WKO) und dem Innenministerium zum Schutz vor Cyberangriffen beschlossen worden.

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„Das Thema Cyberkriminalität ist eine zentrale Herausforderung der Zukunft, sowohl für Wirtschaftsbetriebe, als auch die Bevölkerung im Allgemeinen. Das Ziel ist, die bereits vorhandene Zusammenarbeit zwischen der WKO und dem Innenministerium zu intensivieren und mit einer bundesweiten Koordination, Evaluierung und Optimierung von Best-Practice-Modellen eine Win-Win- Situation für beide Kooperationspartner zu erreichen“, so Wolfgang Sobotka. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl betonte: „In Österreich verschiebt sich die Kriminalität gerade weg von Gewaltdelikten hin zu Netzdelikten. Schwere Gewaltdelikte am Tatort Unternehmen, wie schwerer Raub oder schwerer Diebstahl, sind zuletzt um 30 Prozent gesunken, Cybercrime dagegen ist um 30 Prozent gestiegen. Zum ersten kann man dem Innenminister nur gratulieren. Bei zweitem ist eine entsprechende Vorsorge extrem wichtig“.

Bundesministerium für Inneres, www.bmi.gv.at