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Fachartikel aus W&S 2/2010, S. 16 bis 17

RFID für Sicherheits-Dienste

Handybasierte Wächterkontrolle

Konventionelle Wächterkontrollsysteme sind zumeist teuer, unflexibel und umständlich in der Handhabung. Die Erfassung von Daten erfolgt in der Regel nur zeitverzögert und ist oftmals intransparent. Handybasierte Anwendungen, die die RFID-Technologie nutzen, sind eine kostengünstige Alternative.

Bild: virtic
Der Streifengänger führt an jedem Checkpoint mit seinem Handy eine Buchung aus. (Bild: virtic)

Früher war alles etwas komplizierter bei der Sicom Sicherheits- und Kommunikations-technik GmbH: Die Fahrer und Streifengänger nutzten bisher Wächterkontroll-systeme, die kostspielig waren und deren Daten beim Wachdienstleiter nur zeitverzögert vorlagen. Außerdem mussten sie zur Kommunikation mit dem Leitstand zusätzlich ein Funkgerät am Mann haben. „Mit der alten Lösung war ich unzufrieden“, sagt Bernd Steffan, Geschäftsführer des Unternehmens aus dem niederrheinischen Erkelenz.Heute verwenden die Angestellten im Wachdienst ein System der Dortmunder virtic GmbH, das Mobiltelefone mit RFID-Technologie (Radiofrequenz-Identifikation) verknüpft. Das Prinzip hinter der neuen Lösung namens „virtic Security“ ist einfach: Jeder Streifengänger erhält für den Dienst ein Handy, das über eine RFID-Lesefunktion und eine spezielle Software verfügt. Gleichzeitig werden die anzulaufenden Kontrollpunkte mit einer fälschungssicheren RFID-Karte versehen.

Buchung bei Annäherung

Bei Annäherung des Handys an den Checkpoint erfolgt automatisch eine Buchung, die sofort über eine internetbasierte Benutzeroberfläche im Leitstand einsehbar ist. Auf dem Handydisplay werden im Bedarfsfall besondere Hinweise oder der Weg zum nächsten Checkpoint angezeigt. Sollte sich der Kontrollpunkt in Bereichen mit schlechtem Empfang wie Kellerräumen befinden, erfolgen die Buchungen offline. Sobald wieder eine Netzverbindung hergestellt ist, sendet das Handy die Daten automatisch an die Zentrale. Eine Totmannfunktion ist ebenfalls vorhanden. Jeder Kontrollgang wird im Leitstand lückenlos dokumentiert. Über das webbasierte Kontrollportal Cockpit können sämtliche Vorgänge eingesehen werden. Da es sich um eine Software-as-a-Service-Lösung (SaaS) handelt, sind keine Investitionen in Hard- und Software erforderlich.

Bei ausgelassenen Kontrollpunkten erfolgt automatisch eine Meldung, was die Arbeit in der Zentrale deutlich erleichtert. „Der Wachdienstleiter muss im Gegensatz zu früher nicht mehr jeden Vorgang im Nachhinein händisch überprüfen. Alle Daten sind sofort auf Knopfdruck verfügbar“, erklärt Steffan.

Elektronisches Wachbuch

Besondere Ereignisse wie offene Fenster oder unverschlossene Türen werden ebenfalls über das Handy erfasst und im elektronischen Wachbuch vermerkt. Nachträgliche Änderungen der Reports sind nicht möglich. Eine automatische Benachrichtigungsfunktion per SMS oder E-Mail für den Kunden ist integriert.

„Ein besonderes Merkmal der Lösung ist die Möglichkeit, individuell auf die Kundenbedürfnisse einzugehen“, sagt Bernd Wolff, Geschäftsführer der virtic GmbH. „Manche Kunden wünschen auf den Rundgängen die Erfassung von Zählerständen oder Temperaturmesswerten. Entsprechende Funktionen sind problemlos implementierbar.“ Bei der Überschreitung von Schwellwerten könne zudem eine Alarmfunktion eingerichtet werden. Auch eine Ortungsfunktion ist verfügbar.

Dokumentation in Echtzeit

Doch nicht nur im Außeneinsatz ergeben sich für Sicom Erleichterungen. „Die höhere Transparenz gegenüber dem Kunden ist für uns besonders wichtig“, erklärt Steffan. Mittels eines personalisierten Zugangs zu dem Internetportal kann der Auftraggeber den Status der Streifengänger in Echtzeit einsehen. Früher bekam der Kunde erst am Monatsende eine Dokumentation.

Auch die Verarbeitung der Personaldaten hat sich deutlich vereinfacht. Jeder Mitarbeiter erhält eine personalisierte RFID-Karte, über die er sich bei Schichtbeginn am Mobiltelefon anmeldet. Auf diesem Wege können sich mehrere Mitarbeiter ein Telefon teilen. Die Arbeitszeiten werden auf die Minute genau erfasst, wobei das System automatisch die richtigen Zuschläge für Nacht- und Wochenenddienst berechnet. Diese Daten können über die Schnittstellen der Oberfläche in jede gängige Lohnbuchhaltungssoftware oder Anwendungen wie SAP oder Excel exportiert werden. Außerdem sind die Arbeitszeiten projekt- und objektspezifisch einsehbar, was die Nachkalkulation vereinfacht. „Durch die Lösung haben wir Arbeitsaufwand, Betriebs- und Anschaffungskosten deutlich reduziert“, resümiert Steffan.

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