Fachartikel aus PROTECTOR 5/2017, S. 24 bis 25

Melder managen Sicher warten

Fehlalarme durch während der Durchführung von Wartungsarbeiten in einem Gebäude auslösende Brandmelder belasten das Sicherheitspersonal unnötig. Andererseits hätte die Nichterkennung eines Brandes gravierende Folgen. In Verbindung mit einem Gefahrenmanagementsystem können Schaltungen parallel zum normalen Meldungsbetrieb erfolgen.

Bild: Lukassek, Rawpixel.com/Shutterstock
Über ein Software-Modul lassen sich zum Beispiel Brandmelder bei Wartungsarbeiten bequem ab- und danach wieder zuschalten. (Bild: Lukassek, Rawpixel.com/Shutterstock)

Oft werden nicht nur die Brandmeldeanlage, sondern alle in einem Gebäude installierten technischen Systeme inklusive der gesamten Kommunikations- technik über ein herstellerneutrales, übergeordnetes Sicherheits- und Gebäude-managementsystem einheitlich gesteuert. Ein solches unabhängiges Gefahren- managementsystem, wie beispielsweise Winguard von Advancis, unterstützt das zuständige Personal nicht nur bei Notfällen, sondern erleichtert auch wiederkehrende Arbeitsabläufe.

Datenpunkte verwalten

Für das Management von Zu- und Abschaltungen von Sensoren und Aktoren, so genannten Datenpunkten, zum Beispiel für Wartungszwecke, stehen den Verantwortlichen in der Leitstelle bislang jedoch nur unzureichende Konzepte zur Verfügung. Gerade diese Aktionen gehören aber zum Tagesgeschäft des Leitstellenpersonals. Oft werden diese auch turnusmäßig zu festen Zeiten realisiert. Sie müssen immer korrekt ausgeführt – das reine Absetzen eines Befehls reicht nicht – und wieder rückgängig gemacht werden. Darüber hinaus sollte der gesamte Vorgang dokumentiert werden. Zwar lassen sich Ab- und auch die Zuschaltungen oftmals vorplanen, dies muss jedoch meist sehr umständlich realisiert werden. Ob ein abgesetzter Abschalt- oder Zuschaltbefehl tatsächlich ausgeführt wird, muss der Benutzer zudem manuell durch Einsicht des Status prüfen. Hier wird er bei einer Vielzahl gleichzeitiger Abschaltungen überfordert und Fehler sind quasi vorprogrammiert.

Automatische Steuerbefehle

Abhilfe schafft ein neues Konzept, das ein Abschaltungs- Management parallel zum normalen Meldungsbetrieb ermöglicht, sich aber nicht nur auf die Bedürfnisse bei der Abschaltung von Brandmeldern beschränkt. Mit Hilfe eines Software-Moduls zum Management von Schaltvorgängen lassen sich Zeiträume einzeln oder zyklisch festlegen, in denen bestimmte angeschlossene Sensoren und Aktoren (Datenpunkte) in einen definierten Zielzustand versetzt werden sollen. Zu Beginn beziehungsweise Ende eines derart definierten Zeitraums werden hierzu Steuerbefehle, vollautomatisch oder nach Rückfrage, an die betroffenen Datenpunkte geschickt. Die Zustände der Datenpunkte werden anschließend überwacht. Sind nach einer bestimmten Toleranzzeit, etwa durch fehlgeschlagene Schaltbefehle, noch abweichende Zielzustände vorhanden, wird dies dem Benutzer signalisiert. Bei jedem Schaltvorgang können Informationen wie Betreff und Info hinterlegt werden. Diese Informationen können am geschalteten Datenpunkt abgerufen werden und lassen sich auch bei Ereignismeldungen, die direkt aufgrund eines Schaltvorgangs erzeugt werden, einblenden. Ansonsten gibt es zwischen Schaltvorgängen und Meldungen keine Verbindung. Auch Reaktionserfordernis und Fehlerzustände bei Schaltvorgängen werden nicht über Meldungen signalisiert, sondern es gibt hierfür einen über die Rechte festgelegten eigenständigen Mechanismus des „Beobachtens“.

Rückschaltung sicherstellen

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Zusätzlich zur Planung und Automatisierung von Schaltzeiten übernimmt ein Schaltvorgänge-Modul auch deren Verwaltung und Dokumentation. Die Einrichtung von Schaltzeiten kann so organisiert werden, dass Schaltvorgänge von einem bestimmten Benutzerkreis nur angefordert und beobachtet werden können, aber erst nach Freigabe durch eine berechtigte Person tatsächlich aktiviert werden. Die Anforderung von Schaltvorgängen ist hierbei auch über ein spezielles Webinterface möglich. Daneben ist es möglich, auch „ad hoc“ durchgeführte Schaltungen über einen Schaltvorgang verwalten zu lassen, um etwa die Rückschaltung sicherzustellen. Bereits durchgeführte Schaltvorgänge werden gemeinsam mit den hinterlegten Informationen und tatsächlichen Schaltzeiten archiviert. Dies entlastet und unterstützt die Verantwortlichen in der Leitstelle nicht nur in Gefahrensituationen, sondern auch bei wiederkehrenden Wartungsarbeiten optimal.

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