Fachartikel aus PROTECTOR 6/2017, S. 16 bis 17

VfS-Kongress 2017 Der Ort der Vernetzung

Am 9. und 10. Mai hatte der VfS zum dritten Mal in Folge zu seinem Kongress nach Potsdam geladen. Unter dem Motto „Vernetzung der Sicherheit“ machten die 460 Teilnehmer, 53 Aussteller, 30 Vorträge und ein ansprechendes Rahmenprogramm die Veranstaltung erneut zu einem vollen Erfolg.

Bild: Albrecht
VfS-Geschäftsführer Wilfried Joswig. (Bild: Albrecht)

Überschattet wurde der Kongress von der Nachricht, dass kurz zuvor der langjährige VfS-Geschäftsführer Peter Reithmeier verstorben war. Sichtlich bewegt verkündete VfS-Geschäftsführer Wilfried Joswig zur Eröffnung des jährlichen Kongresses den Tod Peter Reithmeiers und erinnerte an die gemeinsame Zeit und den prägenden Einfluss seines Vorgängers auf Verband und Kongress: „Ohne ihn würden wir uns heute nicht in dieser Form hier treffen“, betonte Joswig und forderte die Teilnehmer zum Gedenken an Peter Reithmeier zu einer Schweigeminute auf.

Eines der großen Talente Peter Reithmeiers war es laut Wilfried Joswig, Menschen aus verschiedenen Branchen und Funktionen zusammen und miteinander ins Gespräch zu bringen. Und so vielfältig wie die Teilnehmerstruktur des VfS-Kongresses war erneut auch dessen Programm, das in diesem Jahr bezeichnenderweise unter dem Motto „Vernetzung der Sicherheitstechnik“ stand. In den drei parallelen Vortragsreihen fanden sich Sicherheitsverantwortliche, Planer, Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Behörden neben Dienstleistungsunternehmern oder Industrievertretern.

Vorträge hochkarätig besetzt

Zu den Highlights der Veranstaltung zählte unter anderem die Rede des ehemaligen BKA-Präsidenten Jörg Ziercke, der die Bedrohungslage durch den internationalen Terrorismus aus Sicht der Polizei erläuterte und die Frage stellte: „Wie bedroht ist Deutschland wirklich?“ Vor dem Hintergrund der latenten Terrorgefahr appellierte Ziercke unter anderem, diese nicht mit der Flüchtlingskrise in Zusammenhang zu bringen. Wer beides miteinander verknüpfe, verkenne die Entwicklung terroristischer Gewalt in Deutschland und Europa, die lange vorher eingesetzthabe.

Traditionell sind in den Vorträgen beim VfS-Kongress neben den Anwendern auch Planer und Forscher stark vertreten, so auch in diesem Jahr. Der Sachverständige Markus Piendl etwa stellte die Ergebnisse eines unabhängigen Vergleichstest zur Detektion und Abwehr von Drohnen vor. Dr. David Oswald vom Beratungsunternehmen Kasper & Oswald erläuterte anschaulich und unterhaltsam Angriffsmöglichkeiten im Bereich RFID und Zutrittskontrollsystemen.

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Anwendungen live erleben

Wie Geräte und Konzepte bereits heute zusammenarbeiten und welche Neuheiten es gibt, konnten die Teilnehmer in einer angegliederten Ausstellung bei zahlreichen Herstellern von Sicherheitstechnik live erleben. Auf gut 700 Quadratmetern Fläche präsentieren Anbieter, Ingenieurbüros, Systemintegratoren und Dienstleister ihre Lösungen und informierten über Neuentwicklungen. Auch in Sachen Erfahrungsaustausch und Networking konnte der Kongress wieder punkten. Während der Pausen und einer abendlichen Schifffahrt auf dem Templiner See bot sich ausreichend Gelegenheit, sich kennen zu lernen, zu diskutieren und die angenehme Atmosphäre zu genießen.

Andreas Albrecht

Nachruf auf Peter Reithmeier
Bild: VfS
Peter Reithmeier. (Bild: VfS)

Es ist schwer einen guten Menschen zu verlieren, aber es ist tröstlich zu wissen, dass viel von ihm in Ideen und Gedanken fortbesteht und weiterlebt. Peter Reithmeier war eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die uns mit ihrem breiten und fundierten Wissen, ihren Erfahrungen sowie ihrem unermüdlichen Charme immer wieder in den Bann zog. Als gebürtiger Österreicher konnte er seinen Charme sehr gezielt einsetzen und kaum jemand konnte sich seiner klugen und ruhigen Art entziehen, mit der er die Dinge strategisch und stets sehr überlegt anpackte. Peter Reithmeier war ein echter Macher, man hätte ihn auch als rastlos bezeichnen können. Aber das war er nicht, er hatte einfach sehr viele gute Ideen, wollte Menschen zusammenbringen und hatte noch sehr viel vor. Bis zuletzt war er voller Pläne und Ideen, die er noch anstoßen und verwirklichen wollte. Durch die schwere Krankheit, die letztes Jahr im Herbst bei ihm diagnostiziert wurde, war ihm dies leider nicht mehr vergönnt. Aber der große Zuspruch der Menschen für die vielen interessanten Themen auf dem VfS-Jahreskongress Anfang Mai, den er maßgeblich aufgebaut, vorangetrieben und mit zu dem gemacht hat, was er heute ist, hätte ihm wieder sehr viel Spaß gemacht, Zufriedenheit gegeben und wäre ganz sicher in seinem Sinne gewesen. Am 18. April 2017 starb Peter Reithmeier im Alter von 79 Jahren, 23 davon war sein Name fest mit dem VfS verbunden. Der Verband und seine Mitglieder werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Dr. Clemens Gause, Mitglied des Beirates des VfS e.V.

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