Fachartikel aus PROTECTOR 6/2017, S. 36 bis 37

Krankenhaus Heinsberg Ein Chip für alle Fälle

Das Städtische Krankenhaus Heinsberg ist ein Regionalkrankenhaus mit 187 Planbetten in den Fachabteilungen Anästhesie, Chirurgie, Innere Medizin und Palliativmedizin, Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie in der Belegabteilung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde.

Bild: Krankenhaus Heinsberg
Das traditionsreiche Krankenhaus Heinsberg in Aachen ist heute ein hochmodernes Medizin-Zentrum. (Bild: Krankenhaus Heinsberg)

Die Geschichte eines Hauses zur Versorgung von Kranken innerhalb des Stadtgebietes von Heinsberg geht zurück bis in das Jahr 1861. Damals wurde das St. Josef-Stift als neues Armenhaus eröffnet. 1925 nahm dann der erste Arzt, ein so genannter Vollchirurg, seine ausschließliche Tätigkeit im Stift auf und es wurde beschlossen, ein Krankenhaus zu bauen. 1929 wurde das neue, für damalige Verhältnisse bereits große Heinsberger Krankenhaus eingeweiht. Während des Zweiten Weltkriegs wurde es zum größten Teil zerstört. Ab 1945 wurde das Hauptgebäude auf seinen Grundmauern wiederaufgebaut. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Krankenhaus immer wieder um zusätzliche Flügel und Gebäude erweitert. 2003 folgte der Neubau eines Westflügels mit der Funktionsdiagnostik Innere Medizin, Physikalische Therapie, Intensivstation und Kreißsälen.

Nach Abschluss dieser vielfältigen Baumaßnahmen präsentiert sich das Städtische Krankenhaus als ein hochmodernes Medizin-Zentrum, das den Anforderungen des medizinischen Fortschrittes voll gerecht wird. 2010 wurde außerdem ein Medizinisches Dienstleistungszentrum auf dem Krankenhausgelände eröffnet. Hier sind insgesamt neun Fachpraxen verschiedener Ausrichtung und weitere medizinische Leistungsanbieter untergebracht.

Heute verfügt das Krankenhaus über die Fachabteilungen Chirurgie (Schwerpunkte Unfallchirurgie, Viszeralchirurgie und Gefäßchirurgie), Innere Medizin (Schwerpunkte Angiologie, Kardiologie, Pneumologie, Gastroenterologie und Diabetologie), Gynäkologie und Geburtshilfe, HNO und Anästhesie sowie ein Gefäß-, Diabetes-, Magen-Darm- und ein Brustzentrum. 450 Mitarbeiter versorgen rund 10.000 stationäre und über 30.000 ambulante Patienten. Dabei stehen die Wünsche und Bedürfnisse der Patienten stets im Mittelpunkt des Handelns.

Medikamentenschränke sichern

Um die Sicherheit zu erhöhen, flexibler zu sein und zusätzliche Funktionen nutzen zu können, entschied sich die Krankenhausleitung letztes Jahr, die bestehende mechanische Schließanlage schrittweise durch ein elektronisches Zutrittssystem zu ersetzen. „Die Schließanlagenverwaltung ist komplex und aufwändig, außerdem ist ein Schlüsselverlust ein großes Risiko“, erklärt Werner Joerißen, der technische Leiter des Krankenhauses. „Wir wollten weniger Aufwand, bessere Kontrolle und höhere Sicherheit. Dies bietet uns eine elektronische Zutrittskontrolle. Ziel war es, mit einem Chip möglichst viele Anwendungen zu nutzen.“ Nachdem man sich mehrere Systeme angeschaut hatte, entschied man sich für eine Testinstallation des Systems Matrix von Dormakaba.

Die Komponenten wurden an einer stark beanspruchten Werkstatt-Tür auf ihre Robustheit getestet. Sowohl der Leser als auchder Beschlag bestanden diesen Härtetest mitBravur. „Außerdem gefiel uns die filigraneTechnik des Matrix Air Beschlags, der zudemeinfach zu installieren ist.“ Auch dieSoftware überzeugte durch ihre Einfachheit.Sie läuft komplett im Browser und kann vonmehreren Clients aufgerufen werden. „Wirhaben eine kurze Einführung erhalten undkonnten dann schon damit arbeiten, zumBeispiel Zeitprofile hinterlegen oder Transponderschnell programmieren“, erklärt Werner Joerißen. Nach dem Prinzip „Access on Card“ sind die jeweiligen Berechtigungen der Mitarbeiter auf ihrem Ausweismedium gespeichert. Diese werden an einem zentralen Punkt über Funk auf das Zutrittsmedium geladen.

Schrittweise Einführung der Zutrittskontrolle

Nach einer positiven Testphase entschied sich das Krankenhaus dafür, das System Matrix schrittweise, Abteilung nach Abteilung, einzuführen. Begonnen wurde mit der Notaufnahme, dem OP- und Intensivbereich und dem Aufwachraum. Hier wurden an den Zugangstüren Online-Leser, aber auch elektronische Beschläge installiert. In der Regel wurden an den Schiebetüren Online-Leser und an Brandschutz- und Schallschutztüren die Matrix Air Beschläge montiert. Es folgten der Verwaltungsbereich und die Zugänge zu den einzelnen Abteilungen, wie der Anästhesie und der Röntgenabteilung, die mit Leser gesichert wurden. Beschläge sichern die Zugänge zu Untersuchungsräumen und zu Einzelbüros. Alle Mitarbeiter erhielten neue Mifare Desfire Chips als Schlüsselanhänger. „Die sind schön klein und man hat sie am Schlüsselbund immer dabei“, begründet der technische Leiter die Entscheidung. An zwei Aufladestationen holen sich die Mitarbeiter regelmäßig ihre jeweiligen Zutrittsberechtigungen, bevor sie an den Türen buchen.

Alle Mitarbeiter sind in das System eingebunden, auch die Chefärzte. „Die Ärzte und das Pflegepersonal kommen wunderbar mit dem System klar“, betont Werner Joerißen. Auch der Ärztliche Leiter des Krankenhauses ist von der Lösung begeistert. Zunächst war befürchtet worden, dass das Vorhalten der Transponder ein ungeliebter zusätzlicher Handgriff für die Mitarbeiter ist. Aber diese Bedenken haben sich nicht bewahrheitet, arbeitet das System doch mit einer guten Geschwindigkeit. Die nun immer abgeschlossenen Medikamentenschränke sind eine willkommene Sicherheit.

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Weniger Aufwand, bessere Kontrolle

Die Einführung der Zutrittskontrolle ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber das Krankenhaus profitiert bereits von den Vorteilen des neuen Systems. „Das elektronische System Matrix bietet uns deutlich höhere Sicherheit und mehr Flexibilität“, betont der technische Leiter des Krankenhauses Werner Joerißen. „Unsere Türen sind automatisch zu, vor allem die zu den Medikamenten. Wir können jetzt einfach und schnell Rechte zuteilen oder entziehen. Wird ein Chip verloren, kann man ihn sofort sperren. Mit der Software lassen sich die Komponenten einfach und schnell programmieren. Die Zutrittskontrolle funktioniert gut, deshalb sind wir mit dem System und auch mit der Betreuung durch Dormakaba sehr zufrieden.“ So ist der weitere Ausbau des Systems fest geplant. Als nächstes wird der Zugang zur zentralen Umkleide im Neubau mit einem Leser abgesichert.

Petra Eisenbeis-Trinkle, Kaba GmbH

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