News vom 07/03/2017

BMI Wirtschaftsschutz muss Chefsache sein

Rund 200 Vertreter aus Unternehmen, Verbänden, Sicherheitsbehörden und Forschungseinrichtungen trafen sich im Juni 2017 in Berlin, um bei der Tagung unter dem Titel „Wirtschaftsschutz gemeinsam stärken“ die Herausforderungen

Bild: Henning Schacht
Machen Wirtschaftsschutz zur Chefsache (v.l.): Hans-Georg Maaßen, BfV, Dieter Kempf, BDI, Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière und Hartmut Mai, Allianz Global Corporate & Specialty. (Bild: Henning Schacht )

Eingeladen hatten hierzu das Bundesministeriums des Innern (BMI) und der Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) e.V., die vor einem Jahr gemeinsam die "Initiative Wirtschaftsschutz" ins Leben gerufen hatten.

Nicht nur vor dem Hintergrund wiederholter Attacken auf private und öffentliche Einrichtungen etwa durch Hacker oder auch Terroristen und ausländische Geheimdienste standen hoch aktuelle Fragen auf der Agenda: Welche Herausforderungen kommen angesichts fortschreitender Globalisierung und zunehmender Vernetzung auf Staat und Wirtschaft zu? Welche analogen und digitalen Bedrohungen gilt es zu bewältigen und wie arbeiten wir hierbei lösungsorientiert zusammen?

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Auf dem Podium machten der Bundesminister des Innern Dr. Thomas de Maizière und der Präsident des BDI Prof. Dieter Kempf im Dialog deutlich, dass ein funktionierender Wirtschaftsschutz in der gemeinsamen Verantwortung von Politik, Sicherheitsbehörden und Wirtschaft liegt. Um den vielfältigen aktuellen Herausforderungen dauerhaft wirksam zu begegnen, sollen der Dialog zwischen Wirtschaft und Staat weiter ausgebaut, Cybersicherheit und Wirtschaftsschutz enger verzahnt und die internationale Zusammenarbeit zum Schutz der deutschen Wirtschaft weiter gestärkt werden.

Wirtschaftsschutz müsse in den Unternehmen Chefsache sein - das könne nicht jemand machen, der schon zehn andere Aufgaben habe, sagte Innenminister de Maizère und appellierte vor allem an kleine und mittlere Unternehmen, sich dieses Problems anzunehmen. Die Initiative Wirtschaftsschutz sei ein Angebot an alle, betonte er.

Da die Resilienz der Unternehmen tagtäglich auf den Prüfstand steht, wird nur das Handeln im partnerschaftlichen Verbund den Wettbewerbsvorteil für den Wirtschaftsstandort sichern. Es geht aber nicht nur um den wirtschaftlichen Erfolg und Arbeitsplätze. Unternehmen hätten eine große Mitverantwortung für die ganze Gesellschaft, sagte Minister de Maizière.

Wirtschaftsbetriebe hätten Sorge dafür zu tragen, dass sie nicht missbraucht und zum Instrument feindlicher Angriffe auf das Gemeinwohl würden. Die großen Konzerne könnten viele Maßnahmen selbst und kompetent in die Wege leiten. Aber ein Mittelständler wisse doch gar nicht, wo er anfangen solle, so de Maizière weiter. In diese Lücke stößt die „Initiative Wirtschaftsschutz“ mit ihrem Beratungsangebot.

Bei einer Podiumsdiskussion diskutierten im Anschluss Unternehmensvertreter aus den Bereichen Medizin- und Sicherheitstechnik, Konstruktionstechnik und Maschinenbau, Wirtschaftsprüfung sowie Finanzdienstleistung mit dem Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz Dr. Hans-Georg Maaßen. Er riet den Vertretern der Wirtschaft, ein wachsames Auge innerhalb der Betriebe zu haben, denn die Gefährdung komme nicht nur von ausländischen Terroristen, sondern auch von Innentätern, die das Unternehmen gut kennen würden. Es sei wichtig, die Sicherheitsbehörden einzuschalten, wenn Auffälligkeiten im Unternehmen deutlich würden.

In der Diskussionsrunde konkretisierte Maaßen, wie der Wirtschaftsschutz tätig werden kann. Wenn man von Wirtschaftsschutz rede, meine man nicht, dass die Unternehmen alles in den Panzerschrank steckten, sagte Maaßen. Stattdessen müsse bei der Präventionsarbeit analysiert werden, welche Werte des Unternehmens für Außenstehende von besonderem Interesse sein könnten. Statt materiellen Gütern könnten es beispielweise die Kontakte von Außendienstmitarbeitern sein, worauf es die Angreifer abgesehen hätten.

Auch gegen „Maulwürfe“ im Betrieb bietet die „Initiative Wirtschaftsschutz“ Hilfestellung. Bei der hoch aktuellen Gefahr des Cybercrime ist ein ganzheitlicher Ansatz im Verbund mit staatlichen Sicherheitsstellen notwendig. Betroffene Unternehmen sind gut beraten, die vorhandenen Hilfestellungen in Anspruch zu nehmen - und das möglichst bevor irreparabler Schaden entsteht.

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