Fachartikel aus PROTECTOR Special Brandschutz 2017, S. 40

Brandschutzlager für Gefahrstoffe Zulassungen lohnen sich

Die Lagerung von Gefahrstoffen bringt eine große Verantwortung für Betreiber mit sich. Eine Vielzahl an Gesetzen, Verordnungen und behördlichen Anforderungen regelt die Lagerung gefährlicher Substanzen. Zulassungen und Zertifizierungen beinhalten auch hohe Anforderungen an den Brandschutz.

Bild: Denios
Die theoretischen Anforderungen müssen durch reale Brandversuche nach genormten Vorgaben überprüft werden. (Bild: Denios)

Erst seit den 1990er Jahren werden Brandschutzlager als Gesamtsysteme am Markt angeboten. Diese sind aus Brandschutz- materialien und Stahl gefertigt, individuell für den Kunden angefertigt und flexibel auf dem Gelände aufstellbar. Hersteller mit langjährigem Know-how am Markt bieten ein umfangreiches Standardprogramm solcher Raumsysteme, die alle möglichen Anwendungsfälle abdecken, allerdings auch jederzeit individuell anpassbar sind. Als vollwertiger Brandschutzabschnitt können diese Raumsysteme mitten in der Produktion aufgestellt werden, etwa um im Inneren mit Farben, Lacken oder anderen entzündlichen Materialien sicher umgehen zu können. Hersteller wie die Denios AG garantieren Kunden und Anwendern die Sicherheit ihrer Systeme. Dahinter steckt ein intensiver Prozess der Entwicklung und nicht zuletzt der Vorgang der behördlichen Zulassung.

Der Weg zum Zertifikat

Auf dem deutschen Markt ist die Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik aus Berlin (DIBt) maßgeblich für eine schnelle Genehmigung des Bauvorhabens (Gefahrstofflager gelten als Sonderbauwerke) und die Sicherheit des Betreibers gegenüber Behörden und Versicherungen. Es ist also mehr ein Muss denn ein Wettbewerbsfaktor, wenn die eigenen Produkte diese Zulassung bekommen. Teil der DIBt-Zulassung ist auf der einen Seite die Konstruktion des Lagersystems, die verbaute Auffangwanne auf der andere Seite. Für die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung muss nachgewiesen werden, dass ein Bauwerk durch witterungsbedingte Lasten keinen Schaden nimmt – beispielsweise durch Wind oder Schnee. Weiterhin muss nachgewiesen werden, dass austretende Flüssigkeiten sicher aufgefangen werden. Diese Nachweise erfolgen anhand einer statischen Berechnung. Da Stahl im Brandfall ab circa 200 Grad Celsius die Festigkeit verliert, wird die Berechnung mit erhöhten Temperaturen zusätzlich ausgeführt und dabei als Rechenmodell überprüft, ob das Raumsystem im Brandfall weiterhin standsicher ist. Dieses Verfahren nennt sich Heißbemessung.

Reale Brandversuche

Die vorgenannten theoretischen Betrachtungen müssen anschließend durch reale Brandversuche nach genormten Vorgaben überprüft werden. Dabei wird eine Seite des Gefahrstofflagers in einem Ofen auf etwa 1.200 Grad Celsius aufgeheizt. Die feuerabgewandte Oberfläche darf sich dabei lediglich um 180 Kelvin gegenüber der Raumtemperatur aufheizen. Die Konstruktion muss den ex tremen Bedingungen mindestens 90 Minuten widerstehen, um die Brandschutzeigenschaften nachzuweisen.

Internationale Standards

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Was für Deutschland obligatorisch ist, unterscheidet sich oft grundlegend von den europäischen oder internationalen Märkten. Im Zuge der Angleichung der Normung in Europa sind die Brandschutzeigenschaften unter der Normenreihe EN 13501-1 und -2 überarbeitet worden. Die aus der bisherigen Norm DIN 4102 bekannten Begriffe F 90 oder Feuerbeständig wurden dabei in R („Resistance“ für Tragfähigkeit) E („Etancheite“ für Raumabschluss) und I („Isolation“ für Wärmedämmung) definiert. Die Zahl entspricht der Dauer der Beständigkeit, hier 90 Minuten. REI 90 bedeutet nichts anderes, als dass ein Brandschutzlager in den Punkten Tragfähigkeit, Raumabschluss und Isolation mindestens 90 Minuten standhält. In Frankreich und Spanien ist sogar ein Brandschutz nach REI 120 vorgeschrieben. Basierend auf diesen Anforderungen sind die meisten Denios-Brandschutzsysteme ausgelegt und zertifiziert.

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