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Fachartikel aus PROTECTOR 11/2017, S. 3

Editorial Neue Perspektiven

Die (Sicherheits-)welt ist im Wandel. Stichworte wie Digitalisierung, IoT, Cyberangriffe, aber auch Terrorismus und Katastrophenmanagement finden sich in den Programmen von Sicherheitskonferenzen und Vorträgen: Neue Problemstellungen, die nach neuen Lösungen verlangen.

Annabelle Schott-Lung. 

Manche Themen dagegen verändern sich nicht so schnell, wie man denken könnte. Vor zwei Jahren wurde die gesetzliche Frauenquote für Aufsichtsräte von börsennotierten Unternehmen eingeführt, die seither auch brav umgesetzt wird. Die „Ermahnung“ an Unternehmen, den Frauenanteil auch in anderen Führungsjobs zu erhöhen, wurde dagegen nicht so ernst genommen. 30 Prozent Frauen, die in verantwortlichen Führungspositionen im Bereich Sicherheit arbeiten, sind wohl auf lange Zeit noch nicht in Sicht.

Die meisten Frauen in der Sicherheitsbranche arbeiten auf niedrigem Lohnniveau im Bewachungsgewerbe. Da gerade dieser Bereich, wie andere im Niedriglohnsektor auch, an „Nachwuchsproblemen“ leidet, gibt es zahlreiche Versuche, dieses Berufsbild über verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten und eine entsprechende Bezahlung attraktiver zu gestalten. Der demographische Wandel und der sich abzeichnende Fachkräftemangel wird es aber auch mit sich bringen, dass Arbeitgeber bei der Besetzung von Führungspositionen im Bereich Sicherheit nicht an Frauen vorbeigehen können.

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Die Quotenregelung stößt dabei immer wieder auf das Gegenargument, dass nicht das Geschlecht, sondern die Qualifikation eines Bewerbers ausschlaggebend bei einer Stellenbesetzung sein sollte. Gerade im Bereich Sicherheit gilt es, keine Abstriche in puncto Qualität der Leistung zu machen. Aber zahlreiche neue Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten sorgen dafür, dass auch qualitativ hoch ausgebildete Frauen für anspruchsvolle Tätigkeiten in unterschiedlichen Sicherheitsbereichen wie beispielsweise dem Sicherheitsmanagement zur Verfügung stehen. Und die Anmeldungen zu diesen Studiengängen zeigen, dass das Interesse von Frauen für die Sicherheitsbranche weiter ansteigt. Eine ideale Plattform, sich auch mit männlichen Kollegen über aktuelle Sicherheitsfragen auszutauschen, bot übrigens die diesjährige ASIS Germany Konferenz mit dem Thema „Women in Security“ (Nachbereicht auf Seite 66-67). Gemeinsam sollte es den verantwortlichen Frauen und Männern gelingen, Antworten auf die dringenden Sicherheitsfragen zu finden.

Annabelle Schott-Lung, stellvertretende Chefredakteurin

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