Fachartikel aus PROTECTOR 11/2017, S. 15

VfS-Fachtagung Aus der Praxis

Im September lud der VfS zur Fachtagung Zutritts- und Berechtigungsmanagement IV ins Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD ein. Etwa 60 Teilnehmer konnten dort verschiedenen Vorträgen rund um die Themen Zutrittsorganisation und Berechtigungsmanagement folgen.

Bild: Lehmann
Der Geschäftsführer des VfS, Wilfried Joswig, begrüßte die Teilnehmer. (Bild: Lehmann)

Oftmals stehen Unternehmen vor der Frage, ob sie ein bestehendes Zutrittskontrollsystem durch ein neues ersetzen sollen. Anders als bei einem Neubau, bei dem bereits in der Planungs- und Konzeptionsphase die entsprechende Lösung von Beginn an mitgedacht werden kann, gilt es, bei der Migration eine Vielzahl an Details zu beachten. Volker Kraiss, Kraiss Wilke & Kollegen, zeigte, dass es bei solchen Projekten oftmals die kleinen Dinge sind, die später zu größeren Problemen, etwa bei der Akzeptanz, führen können. Hier gilt es, sich im Zweifelsfall frühzeitig kompetente Hilfe zu holen, damit möglichst alle Fallstricke mit berücksichtigt werden können. Ein Praxisbeispiel für eine erfolgreiche Implementation eines Besuchermanagements an verschiedenen Standorten bot Silviu Wagner, Edeka Gruppe.

Hier zeigte sich, wie sinnvoll und wichtig es ist, im Vorfeld mit den betroffenen Personen zu sprechen, die letztendlich mit dem System arbeiten, und eine angemessen Umsetzungs- und Testphase im Live-Betrieb einzuplanen. Zum Thema Berechtigungsmanagement bot der Vortrag von Jaromir Likavec, Fraunhofer IGD, Darmstadt, einen Einblick in die praktische Umsetzung von Zugriffsmöglichkeiten im Fraunhofer IGD Netzwerk. Er zeigte, wie Sicherheit mit Performance, Zuverlässigkeit und Bedienung unter einer Netzwerk- Architektur vereint werden können. Mithilfe von Gerätezertifikaten wird bei über LAN, WLAN, Gästenetz oder VPN angeschlossenen Geräten vor der Authentifizierung des Benutzers ermittelt, ob es sich um ein institutseigenes oder fremdes Gerät handelt. Institutsfremde Geräte erhalten dabei über ein getrenntes Zugangsnetz Zugang zu benötigten freigegebenen Daten oder Diensten.

Über die Trennung der Geräte (dienstlich/ privat) wird die Sicherheit damit im Netzwerk deutlich erhöht. Günter Grundmann vom VdS ging in seinem Vortrag auf die Nutzungsmöglichkeiten biometrischer Systeme und deren Vor- und Nachteile ein. Die Vorteile dieser Lösungen bestehen in der unmittelbaren Bindung an die Person – ein solches Merkmal kann im Gegensatz zu Identmedien nicht verloren gehen, eine Kopie von Merkmalen ist nur sehr schwer möglich ist. Demgegenüber steht die Akzeptanz, die teilweise noch nicht sonderlich stark ist. Zudem ist die Technik immer noch je nach System relativ teuer und die Lösungen arbeiten immer mit Wahrscheinlichkeiten. Die Bedeutung der Veranstaltung unterstrich Wilfried Joswig, Geschäftsführer des VfS: „Gerade bei den Themen Zutritts- und Berechtigungsmanagement gibt es viele Prozesse, die vereinfacht und optimiert werden können. Eine sorgfältige Planung ist notwendig, um Lösungen auf die Betriebsabläufe abzustimmen. Ansonsten kann es sein, dass an den Mitarbeitern vorbei gedacht wird, die aber später die neue Lösung täglich nutzen. HL

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