Fachartikel aus PROTECTOR 11/2017, S. 46 bis 47

Branderkennung für Kindergärten Funk funktioniert

Im Rahmen eines energetischen Sanierungsprogramms wurden in Berlin mehrere Kindergärten und Kinderkrippen umfassend modernisiert. Als Bestandteil dieser Baumaßnahme galt es, jeweils eine passgenaue Brandschutzlösung umzusetzen.

Bild: Atral-Secal
Da die Beschallung in den relevanten Bereichen liegt mit 85 Dezibel für Rauchmelder und 110 Dezibel für die Funk-Sirenen weit über den geforderten 75 Dezibel. (Bild: Atral-Secal)

Da der Tagesbetrieb in den Einrichtungen nur teilweise ausgelagert werden sollte und konnte, lautete die Vorgabe: Bei den nachfolgenden Installationsarbeiten der Brandschutztechnik durften im Innern der eingeschossigen Gebäude keine Wände geschlitzt oder Zwischendecken mit Kabelgewicht belastet werden. Da eine rechtssichere, zeitsparende und möglichst kostengünstige Lösung gefragt war, wurden in zwei evangelischen Kindergärten und einer Kinderkrippe jeweils eine Daitem Funk-Branderkennungsanlage „BEKA“ installiert. Weil im Umfeld einer Einrichtung die Einbruchskriminalität stark angestiegen ist, kam hier auch eine D22 Funk-Alarmanlage als zusätzliche Präventionsmaßnahme zum Einsatz. Vor Beginn der energetischen Sanierungsmaßnahmen waren die rund 30 Jahre alten Gebäude von drei Berliner Kitas für den möglichen Brandfall nicht ausreichend gesichert. In diesen Sonderbauten, die in den Stadtteilen Steglitz und Lichterfelde liegen, waren zum Teil noch Rauchwarnmelder ohne Vernetzung, ohne häusliche Alarmierung sowie ohne redundante Spannungsversorgung vorzufinden. In der Bauanforderung wurden nach DIN 14676 – speziell für Gruppenräume und Flure – Rauchwarnmelder mit Sirenen gefordert. Ebenfalls vorgeschrieben waren Druckknopfmelder zur manuellen Alarmauslösung im Brandfall.

Kostenintensive Suche

Nach Abschluss der energetischen Sanierungsmaßnahmen zeigte sich, dass die ursprünglichen Positionen der stellenweise auch verkabelten Melder an den Innendecken und/oder Wänden meist nicht mehr eindeutig bestimmbar waren. Eine Suche wäre sehr zeit- und kostenintensiv geworden. Darüber hinaus hätten neue Kabelzüge die Decken unnötig belastet. Da im Innern der Zweckbauten teilweise auch einfach gemauerte Wandflächen das Erscheinungsbild prägen, sollten diese keinesfalls geschlitzt werden. Darüber hinaus bestand gegen Ende der Sanierungsmaßnahmen doppelter Zeitdruck. Weil der Betrieb in allen Kitas in eingeschränktem Maße weiterlief, wollten alle ausgelagerten Gruppen schnellstmöglich ihre neuen Räume beziehen. Während die Maler die letzten Pinselstriche machten, war eine schnelle und saubere Montage der Brandschutztechnik gefordert. Als Funk-Lösung kam die Daitem-Anlage „BEKA“ zum Einsatz, da diese speziell für den Einsatz in kleinen bis mittleren Sonderbauten konzipiert wurde. Die Funk-Branderkennungsanlage ist nach DIN EN 54 zertifiziert und erfüllt zusätzlich auch die Anforderungen der geplanten Richtlinie für „Hausalarmanlagen Typ B“ (HAA-B). Im Vergleich zu vernetzten Rauchwarnmeldern gewährleistet die Anlage bestmögliche Sicherheit für Schutzbefohlene in Kindergärten mit mehr als 20 Plätzen. Wie das aktuelle Einsatzbeispiel zeigt, schließt die Funklösung die Lücke zwischen vernetzten Rauchwarnmeldern und einer klassischen Brandmeldeanlage.

Identifizierung des Brandorts

Ergänzend zur schnellen örtlichen Alarmierung von Kindern und Erziehern ist mit der neuen Anlage eine Identifizierung des Brandorts mittels Anzeige an der Branderkennungszentrale sowie optional auch die Rufweiterleitung an eine hilfeleistende interne oder externe Stelle möglich. Da die Beschallung in den relevanten Bereichen – mit 85 Dezibel für Rauchmelder und 110 Dezibel für die Funk-Sirenen – weit über den geforderten 75 Dezibel liegt, werden bei einem Alarm vor Ort auch die Erzieher, die sich auf Spielplätzen um die Kitas aufhalten, rechtzeitig gewarnt. Als Vorteil für die beiden evangelischen Kirchengemeinden als Träger der drei Kitas bietet die „BEKA“ innerhalb eines Gebäudes die gleiche Sicherheit, wie eine klassische Brandmeldeanlage. Aufgrund der vergleichsweise sehr viel günstigeren Anschaffungs- und Wartungskosten eignet sich die Anlage als kosteneffiziente und schnell umsetzbare Lösung.

Schnelle Installation

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Die Montage der neuen Funk-Technik konnte – aufgrund der ähnlichen Gebäudeausführungen und Gebäudegrößen in den Kitas – von einem Zwei-Mann-Team, bestehend aus einem Techniker und einem Helfer, innerhalb von zwei Tagen geleistet werden. Es wurde dabei jeweils eine Funk-Zentrale mit einer Relaisstation verbaut. Je nach Objekt komplettieren bis zu elf Funk-Druckknopfmelder, vier Funk-Sirenen sowie 26 optische Funk-Rauchmelder mit Sirene das Portfolio der weiteren Komponenten. In der Kita in Steglitz wurde das Objekt ergänzend mit einer D22 Funk- Alarmanlage gesichert.

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