Fachartikel aus PROTECTOR 12/2017, S. 40 bis 41

Flexibel einsetzbare HD-Videotechnik Vom OP bis zum Kuhstall

Videoanlagen sind heute extrem vielfältig einsetzbar – sei es für klassische Sicherheitsaufgaben oder zur Optimierung von Prozessen. Zudem lassen sich Systeme auch mit vorhandener Infrastruktur auf HD-Niveau befördern.

Bild: lunaHD GmbH
Das „lunaCMS“ ist als moderne Managementsoftware für diverse Videoüberwachungsaufgaben einsetzbar. (Bild: lunaHD GmbH)

Im Jahr 2016 dokumentierte die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 6.372.526 Straftaten. Dazu zählten unter anderem auch 378.448 Ladendiebstähle; Aufklärungsquote über 90 Prozent. Woher kommt diese gute Quote? Sind dir Bürger aufmerksamer und wachsamer geworden? Sind die Geschäfte durch mehr Ladendetektive und mehr Videoüberwachungskameras besser gesichert? Eine Antwort zu diesen Fragen liefert der jährliche Bericht der Kriminalstatistik leider nicht. Festzuhalten ist aber, dass die Qualität der Videos und die Analysefunktionen heutiger Videoüberwachungsanlagen wesentlich mehr Möglichkeiten bieten und so zum Beispiel eine bessere und schnellere Identifizierung von Kriminellen ermöglichen. Darüber hinaus ist die Videoüberwachungsanlage eine sicherheitstechnische Maßnahme, die neben der Aufklärung von Straftaten zusätzlich präventiv wirken und einen Vorfall vereiteln kann.

Straftaten verhindern

Ein wichtiger Aspekt pro Videoüberwachung wird häufig vergessen: die abschreckende Wirkung. Eine Studie in England hat gezeigt, dass besonders in Parkhäusern die Kombination aus Videoüberwachung und anderen technischen Hilfsmitteln, wie verbesserter Beleuchtung, die Delikte um circa 40 Prozent reduziert haben. Jedoch ist die Videoüberwachung keine universelle Lösung, die vor allen Verbrechen schützt. Besonders die mögliche Ausweitung der Videoüberwachung im öffentlichen Raum in Deutschland wird von vielen sehr kritisch gesehen. Viele Politiker, Datenschützer und Polizisten bezweifeln, dass mehr Videokameras auch mehr Sicherheit mit sich bringen. In einem aktuellen Pilotprojekt am Bahnhof Berlin-Südkreuz wird erforscht, wie weit die Gesichtserkennung helfen kann, Straftäter auf öffentlichen Plätzen aufzuspüren, um so schon im Vorfeld Straftaten zu vereiteln. Man darf gespannt sein, welches Ergebnis diese Testphase bringt.

Moderne Videoüberwachung

Der größte Vorteil einer heutigen Videoüberwachung ist die Bildqualität. Die minimale Auflösung der Kameras ist Full-HD (1.920 mal 1.080 Pixel), viele Systeme liefern aber auch schon Videos bis zu 4K (etwa 3.840 mal 2.160 Pixel). Durch die detaillierten Bilder steigt die Wahrscheinlichkeit der Verfolgung und Aufklärung von Straftaten enorm. Das gilt von der direkten Erfassung von Ladendieben über die Nachverfolgung von Tankstellendieben bis hin zur Auffindung von Personen auf Fahndungsbildern. Zusätzlich verfügen die neuen Systeme über clevere Suchfunktionen sowie intelligente Videoanalysen. Mit der wachsenden Digitalisierung und Vernetzung steigt auch die Flexibilität in der Videoüberwachung. Mit Hilfe spezieller Apps und Managementsoftwares ist es möglich, die Videos auch über das Smartphone abzurufen. Bei Auffälligkeiten bekommt der Nutzer sofort eine Meldung und kann schnellstmöglich reagieren.

Privatanwender und Unternehmen

Mittlerweile nutzen immer mehr Privathäuser die Möglichkeit der Videoüberwachung – Stichwort Smart Home –, und auch viele Unternehmen (große Gelände, Lager, Versorgungsunternehmen) setzen auf die Vorteile von Videoüberwachungsanlagen. In den meisten Fällen wird Video zum Schutz vor Einbrüchen und Diebstählen eingesetzt. „Es gibt diverse Bereiche, in denen professionelle Videoüberwachung sehr wirksam sein kann; und zwar nicht nur zur Abschreckung von Tätern und bei der Aufklärung strafbarer Delikte, sondern auch überall da, wo Videoaufnahmen einen Mehrwert liefern können“, erklärt Ingo Take, Business Development Manager von LunaHD GmbH. „Ladengeschäfte, Tankstellen, Firmengelände oder öffentliche Plätze sind die Klassiker – die Anwendungsgebiete von Videoüberwachung können aber stark variieren.“ Die Überwachung per Video dient nicht nur dem Schutz gegen äußere Feinde und Angriffe.

In Unternehmen können ebenso die eigenen Mitarbeiter in Gefahrenzonen, zum Beispiel. Laboren, oder an Alleinarbeitsplätzen besser geschützt werden. Szenario Landwirtschaft Bei der Videoüberwachung geht es allerdings nicht immer nur darum, Menschen, Räume oder Gebäude zu schützen. Auch in der Landwirtschaft hat sich diese Überwachungstechnologie schon etabliert. Landwirte können so ihren Fuhrpark, die Nutzflächen und Tiere ständig im Blick haben. Teure Maschinen können auf diese Weise besser vor Diebstahl und Manipulation geschützt und die Aktivitäten der Tiere nachverfolgt werden. Besonders Reitställe nutzen vermehrt den Mehrwert heutiger Videoüberwachung, etwa bei der Geburt von Fohlen. Ein Beispiel aus dem Handel: Der Einzelhandel möchte gerne mehr über das Einkaufsverhalten der Kunden wissen. Wie viele Personen kommen in das Geschäft? Wo halten sie sich besonders lange auf? Auch dort kann die moderne Videoüberwachung helfen: Bei Kundenstromanalysen und Heatmaps werden Kundenbewegungen mithilfe der Videoüberwachungstechnik erfasst. Eine Auswertung dieser Daten hilft insbesondere dem Marketing und der Produktpräsentation. Auch Krankenhäuser setzen mittlerweile vermehrt auf Videoüberwachung. Zu Dokumentationszwecken wird in den Operationssälen gefilmt, und die Aufwachräume werden zum Patientenschutz überwacht.

HD trotz Altsystem

Immer noch verlassen sich viele Unternehmen auf ihre alten Videoüberwachungssysteme. Doch mehr als eine abschreckende Wirkung haben diese Altanlagen aufgrund der schlechten Bildqualität meistens nicht. Take betont, dass bei der Aufklärung verschiedener Vorkommnisse dennoch nur detailreiche Videoaufzeichnungen helfen. Inzwischen gibt es in der Videoüberwachung mehrere Technologien, die HD-Bilder liefern. Eine Möglichkeit bietet die HD-CVI-Technologie. Hierbei werden die hochauflösenden Bilder über Koaxialkabel übertragen. Vorteil dieser Technik: Altanlagen können schnell auf HD umgerüstet werden, weil die vorhandene Infrastruktur weiter genutzt werden kann. Keine Neuverkabelung, sondern nur Kameras und Rekorder tauschen – das bedeutet einen geringen Installationsaufwand und dadurch geringe Kosten für den Kunden.

Ziele setzen

Videoüberwachung schützt nicht überall präventiv vor Verbrechen. Doch die bessere Bildqualität der Videos ermöglicht heute eine Vielzahl von neuen Anwendungen. Viele Unternehmen verschiedener Branchen nutzen daher die Videoüberwachung nicht nur zum Schutz vor Überfällen, sondern um zum Beispiel Arbeitsprozesse zu optimieren. Wer die Vorzüge einer modernen Videoüberwachungsanlage nutzen will, sollte im Vorfeld überlegen, welches Ziel mit der Überwachung verfolgt wird. Bei einer bevorstehenden Umrüstung sollten vorab die Möglichkeiten der unterschiedlichen Technologien betrachtet werden, denn dabei kann häufig Geld gespart werden. In allen Fällen empfiehlt es sich, eine sachkundige Beratung in Anspruch zur nehmen.

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