Fachartikel aus PROTECTOR 3/2018, S. 68 bis 69

Fahrzeug- und Maschinendiebstahl Diebe abschrecken

Beim Thema Diebstahl denken viele Menschen zunächst an Wohnungseinbrüche oder die Entwendung eines Autos. Doch es geht auch eine Nummer größer: Der Diebstahl von Lkw und deren Ladung sowie von Baumaschinen ist ein ernstzunehmendes Problem für Unternehmen. Wie können Mensch und Maschine effektiv vor Vandalismus und Diebstahl geschützt werden?

Bild: Dedenet
Moderne Telematik-Lösungen bieten Diebstahlschutz für Baumaschinen. (Bild: Dedenet)

Rund jeder sechste europäische Fernfahrer ist in den vergangenen Jahren Opfer eines Überfalls geworden, so die Zahlen einer aktuellen Statistik der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK). Bei einer großen Mehrheit der Überfälle handelt es sich um Lkw- und Ladungsdiebstahl. Vor allem Spezialfahrzeuge wie Betonmischer und -pumpen waren in den vergangenen Jahren ein attraktives Ziel für kriminelle Banden. Abgesehen von der Gefahr für den Fahrer bedeutet ein schwerer Diebstahl immer auch finanzielle Einbußen für den Fahrzeugbesitzer. Doch es gibt Möglichkeiten, wie Unternehmen ihre Fahrer, das Transportgut und das Fahrzeug selbst vor Gefahren schützen können. Bereits jetzt kommen in nahezu allen Lastkraftwagen Telematik-Lösungen zum Einsatz. Allerdings sind diese in vielen Fällen nur mit Standardfunktionen ausgestattet. Ein zusätzliches Modul zur Echtzeitortung hätte gleich mehrere Vorteile: Zum einen lassen sich Touren optimieren – was in einer umkämpften Branche wie der Logistikbranche auch aus wirtschaftlichen Gründen interessant ist –, es dient aber auch dem Schutz des Fahrers und des Fahrzeugs.

GPS-Ortung zum Diebstahlschutz

Kein Zweifel, Telematik-Lösungen mit Streckenplanung, Zeiterfassung und Tankbericht sind eine solide Grundlage, um Daten zu verwalten. Doch Lösungen mit umfassenderen Funktionen, beispielsweise die Fuhrparkverwaltungs-Software Dedefleet der Dedenet GmbH, verfügen über erweiterte Funktionalitäten wie Diebstahlschutz, Echtzeitortung und die Kontrolle der Lenk und Ruhezeiten. Über ein Webportal kann der Unternehmer zudem die gesamte Route unter der Berücksichtigung von Besuchszeiten beim Kunden planen, verfolgen und in Rücksprache mit dem Fahrer gegebenenfalls ändern. Auch beim Diebstahlschutz kommt eben dieses Ortungsgerät, mit dem die Route verfolgt werden kann, zum Einsatz. Die Bewegungen des Fahrzeuges werden in regelmäßigen Intervallen verfolgt, und im Falle einer Abweichung kann direkt mit dem Fahrer Kontakt aufgenommen und die Gründe können erforscht werden. Optional besteht die Möglichkeit, unmittelbar bei einer Bewegung einen Alarm auszulösen. Dies ist vor allem dann interessant, wenn ein Fahrzeug beispielsweise nachts auf dem Firmengelände oder auf einem ungesicherten Parkplatz abgestellt ist und plötzlich diesen Bereich verlässt. Handelt es sich tatsächlich um einen Schadens oder Missbrauchsfall, kann der Betreiber mithilfe der Geofence-Sektorenüberwachung zeitnah die Strafverfolgungsbehörden informieren und ihnen die GPS-Daten des Fahrzeuges übermitteln. Auch zeigt sich, dass der Einsatz von GPS-Tracking potenzielle Kriminelle vom Diebstahl abhält.

Flexibel einsetzbar für alle Fahrzeugarten

Einsatzbereiche für die moderne Telematik-Technologie sind Fahrzeuge jeder Art wie Lkw, Transporter und andere Nutzfahrzeuge, aber auch Pkw sowie Bau- und Landmaschinen. Flotten und Fuhrparks können mit der Fuhrparkverwaltungs-Software größenunabhängig überwacht und kontrolliert werden. Neben den Ortungsmöglichkeiten steht dem Fahrer zudem eine schnelle und digitale Kommunikation mit der Zentrale zur Verfügung. Diese dient zum einen der fließenden Auftragsübermittlung, vermittelt dem Fahrer aber auch das sichere Gefühl, im Schadens- oder Notfall schnell Hilfe anfordern zu können.

Einfache Integration

In der Regel lassen sich Telematik-Lösungen einfach per Schnittstelle in die meist schon vorhandene Standard-Transportmanagement-Lösung integrieren. Mit Hilfe eines Internetzugangs über PC, Laptop oder mobile Endgeräte wie Tablet und Smartphone loggt sich der Betreiber in das passwortgeschützte Webportal ein und erhält über das globale Positionsbestimmungssystem via Satellit die einzelnen Wegpunkte der Fahrzeuge. Eine separate „SOS-Anzeige“ liefert eine Übersicht über ausgelöste Alarme in Fahrzeugen. Die Daten, darunter auch Informationen zu Geschwindigkeit, Verbrauch und Bremsvorgängen der Flotte, werden über das Mobilfunknetz an einen Server übermittelt. Die Zentrale hat somit immer den Überblick über derzeitige Fahrzeugpositionen beziehungsweise die Standorte der Flotte und die aktuelle und auch zuletzt gefahrene Route der jeweiligen Fahrzeuge. Neben der Echtzeitortung zum Diebstahlschutz bieten Telematik-Lösungen damit auch eine Reihe von Funktionen zur Unterstützung der Geschäftsprozesse. So sorgen beispielsweise der digitale Tachograf, die Erfassung von Lenk- und Ruhezeiten sowie eine Auswertung der Fahrereffizienz anhand von FMS-Daten dafür, die Dienstzeiten von Fahrzeugführern ideal zu gestalten und damit beispielsweise Übermüdung zu vermeiden.

Prävention ist besser als Schadensregulierung

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Fuhrparkbetreiber und Flottenmanager sollten nicht nur an die Kosten für eine Telematik-Lösung denken, sondern auch berücksichtigen, welche Möglichkeiten eine Echtzeitortung bietet. Auch bewegt sich die Anzahl der Lkw-Diebstähle mit rund 1.500 gestohlenen Fahrzeugen pro Jahr auf einem vergleichbar hohen Niveau, so dass das Risiko für Unternehmer in diesem Bereich durchaus real ist. Schon allein deshalb sollten die hohen Schadenssummen im Fall eines Diebstahls in die Entscheidungsfindung mit einbezogen werden. Durch den Einsatz moderner Telematik-Lösungen wird gewährleistet, dass der Fahrer durch eine optimierte Tourenplanung nicht nur schnell, sondern auch sicher ans Ziel kommt – und somit durch eine effektive Prävention von Schadensfällen bares Geld gespart wird.

Gernot Dähne ist Geschäftsführer der DeDeNet GmbH

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