Fachartikel aus PROTECTOR 4/2018, S. 38 bis 39

Schließanlage für Kliniken Symbiose der Hochleistungen

„Gesunden im Grünen“ – der Leitspruch des katholischen St. Franziskus-Krankenhauses, 1908 in Mönchengladbach als Deutschlands erstes Spezialkrankenhaus für Tuberkulose-
Patienten eröffnet, ist heute aktueller denn je. Für Sicherheit sorgt eine moderne Schließanlage des Herstellers CES.

Bild: CES
Zu den zwölf Operationssälen des St. Franziskus-Krankenhauses gehört ein sogenannter Hybrid-OP, der die Mediziner bei der Herz- und Gefäßchirurgie mittels neuester Bildgebungsverfahren unterstützt. (Bild: CES)

Umgeben von Park- und Waldflächen hat sich die Klinik durch die schrittweise Zusammenlegung dreier mittlerer Häuser zu einem der modernsten Gesundheitszentren der Region entwickelt. In insgesamt 17 Fachbereichen mit 766 Betten und zwölf Spezialzentren arbeiten heute 2.400 Mitarbeiter. Jährlich werden rund 37.000 stationäre und 120.000 ambulante Patienten nach neuesten medizinischen Erkenntnissen und unter Einsatz modernster Medizintechnik behandelt. Zu den zwölf Operationssälen gehört beispielsweise ein sogenannter Hybrid-OP, der die Medizi ner bei der Herz- und Gefäßchirurgie mittels neuester Bildgebungsverfahren unterstützt.

Von Mechanik zu Elektronik

In den vergangenen 15 Jahren sind rund 200 Millionen Euro in die Modernisierung und Erweiterung des St. Franziskus-Krankenhauses geflossen, unter anderem in neue Intensivstationen, Ambulanzen und OPs. Mit dem fortschreitenden Ausbau des Krankenhauskomplexes geriet das bestehende, rein mechanische Schließsystem jedoch immer mehr an seine Grenzen. Die manuelle Schlüsselausgabe und -verwaltung war mit hohem bürokratischen Aufwand verbund en, zumal das mechanische System keine flexibel gestalteten oder zeitlich befristeten Zutrittsberechtigungen erlaubt. Verschärft wurde die Situation zudem, weil Klinikbetriebe generell eine hohe Fluktuation aufweisen – Ärztinnen und Ärzte im Praktikum etwa verlassen die Klinik turnusmäßig nach einem Jahr, Schwestern und Pfleger wechseln regelmäßig die Abteilungen. Im Jahr 2009 wurde deshalb der Umstieg in die elektronische Schließtechnik eingeleitet. Die Anforderungen waren klar definiert: Das neue System sollte in einer dynamisch wachsenden Einrichtung mit häufig wechselnden Nutzern, zahlreichen Türen und Schlüsseln sowie unterschiedlichen Berechtigungen signifikante Nutzenvorteile bringen. Infrage kam nur eine Lösung, die sich online über ein Funknetzwerk steuern lässt. Nach intensiver Marktabfrage fiel die Wahl auf den Velberter Schließanlagenhersteller CES. Das Unternehmen gehörte Anfang der 2010er Jahre zu den wenigen Anbietern, die das Anforderungsprofil erfüllen konnten. In bewährter Partnerschaft mit der Konntec Sicherheitssysteme GmbH aus Mönchengladbach wurde die neue elektronische Schließanlage im Jahr 2010 realisiert und permanent an die ständig wachsenden Anforderungen angepasst. Ende 2016 wurde das System mit der neuesten Schließanlagen-Generation Omega Flex ausgestattet, die deutlich mehr Leistung und Sicherheit in der Datenübertragung mit sich bringt.

Echtes Multitalent

Mit seinen flexiblen Einsatzmöglichkeiten, den beliebig erweiterbaren Systemkomponenten und der unkomplizierten Vergabe individueller Berechtigungen bietet sich Omega Flex für den Krankenhausbetrieb geradezu an. Hardware und Software stammen zu 100 Prozent aus dem Hause CES. Ob beim Aufbau der Systemarchitektur oder der Benutzeroberfläche: Überall ist das Know-how der Schließanlagenspezialisten eingeflossen. Wie aus der Welt der mechanischen Schließanlagen bekannt, ist die Benutzeroberfläche analog wie eine Schließplanmatrix aufgebaut. Das ermöglicht eine einfache und intuitive Bedienung der Software und erleichtert den Übergang vom mechanischen zum elektronischen System. Hinzu kommt, dass die elektronischen Schließzylinder des Herstellers, aber auch Beschläge, genauso einfach zu montieren sind wie mechanische Lösungen.

Schließanlage im Realbetrieb

Die gesamte Schließanlage kann von einem PC aus verwaltet und gesteuert werden. Die elektronischen Schließgeräte – ob Knaufzylinder, Wandterminals oder Beschläge – sind mit Funkbausteinen ausgestattet und kommunizieren über Access Points mit dem Leitrechner. Jede Berechtigungsänderung kann schnell und bequem an die jeweiligen Türen übertragen werden, ohne dass der entsprechende Zylinder aufgesucht werden muss. Mit wenigen Klicks am PC lässt sich so bestimmen, wer wann und wo Zutritt hat. Ebenso können zeitlich begrenzte Zutritte gestattet und festgelegt werden, beispielsweise zu welchen Uhrzeiten das Reinigungspersonal die OP-Säle betreten darf. Zugleich können verschwundene Schließmedien direkt gesperrt werden.

Im Gegenzug melden auch die Schließgeräte sämtliche Zutrittsereignisse über Funk an die zentrale Software. Bei aller Größe legen die Kliniken Maria Hilf Wert darauf, ein offenes Haus für Mitarbeiter, Patienten und Besucher zu sein. Umso wichtiger ist es, sensible und nicht öffentlich zugängliche Bereiche effektiv abzusichern. Während Patientenzimmer, die in der Regel unverschlossen bleiben, mit einer mechanischen CES- Schließung ausgestattet sind, kommt das Omega-Flex-System überall da zum Einsatz, wo erhöhte Sicherheitsanforderungen gelten und individuelle Zutrittsregelungen erforderlich sind. Dazu zählen Funktionstrakte wie OPs, Endoskopie oder das Herzkatheter-Labor, Ambulanzen und Intensivstationen.

Auch der Zutritt zu Arzt- und Schwesterndienstzimmern, zur Pflegeadministration und den Bürotrakten wird elektronisch geregelt. Eingebunden in die elektronische Schließanlage ist darüber hinaus die Rettungs- und Fluchtwegesteuerung. Das Berechtigungskonzept, das die jeweiligen Zutrittsrechte des Klinikpersonals detailliert regelt, ist in der „CEStronics“ Software als virtueller Schließplan mit intuitiver Benutzeroberfläche abgebildet. So lassen sich mit einem Klick auf die Matrix die abgestuften Zutrittsrechte eines Chefarztes, Oberarztes oder Arztes im Praktikum vergeben. Für einige Funktionsbereiche werden Wandleser, elektronische Türbeschläge und Schlagtaster eingesetzt, die im Zusammenspiel bedarfs- und nutzergerechte Zutrittsoptionen ermöglichen.

Vor dem OP und Herzkatheter-Labor etwa können sich Mitarbeiter an einem Wandleser identifizieren, die Türen öffnen automatisch und Patientenbetten können problemlos passieren. Mittels Authentifizierung an den elektronischen Türbeschlägen ist der Zugang jederzeit möglich, über die Schlagtaster nur innerhalb festgelegter Zeitfenster. Auch in hochsensiblen Sicherheitsbereichen lässt sich Omega Flex integrieren: So kommt in den IT-Serverräumen eine Zwei- Faktor-Authentifizierung zum Einsatz. Im ersten Schritt müssen sich Mitarbeiter am CES-Wandterminal identifizieren, Zugang erhalten sie aber erst über die Berechtigung am Fingerprinter. Tausende von Informationen fließen täglich in die Schließanlagen-Datenbank: Jedes ein zelne Zutrittsereignis, jede Batteriezustandsmeldung wird aufgezeichnet.

Mehr auf Sicherheit.info

Damit die Rechenleistung mit den steigenden Datenmengen Schritt halten kann, wurde im November 2017 in enger Abstimmung zwischen dem Facility- Management der Klinik, Konntec und CES eine deutlich leistungsfähigere PC-Software getestet und aufgespielt. Herzstück der Software ist eine neue Serverarchitektur, die eine Vielzahl komplexer Datensätze wesentlich schneller verarbeiten kann. Auch die IT-Sicherheit wurde verbessert, zum einen durch ein integriertes Backup, zum andern durch die sichere Verschlüsselung der Netzwerkkommunikation zwischen Server und Clients. Noch funktioniert die CES-Omega-Flex- Anlage im Stand-Alone-Modus. Die Experten von Konntec denken jedoch schon weiter und haben eine Schnittstelle zum Personalmanagement-System entwickelt. Künftig könnten bereits bei der Einstellung von Mitarbeitern die entsprechenden Zutrittsberechtigungen direkt in der Personalabteilung vergeben werden. So wächst das Schließsystem dynamisch mit seinen Aufgaben. Hier zeigt sich erneut die Stärke der Teamarbeit zwischen CES und Konntec. Auch nach der Projektierung und Inbetriebnahme stehen die Projektbetreuer der Klinik zur Seite und stoßen neue Entwicklungen an, die die Sicherheit und Effizienz des Klinikbetriebs verbessern.

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