Fachartikel aus PROTECTOR 5/2018, S. 48

Intelligente Haustechnik Smarter Schutz

Sicherheitstechnik, Komfort- und Entertainment-Lösungen: Häuser und Wohnungen werden mit zahlreichen Stellmotoren, Sensoren, Funk- und Kabelnetzen sowie eigenen Servern ausgestattet. Kostspielige Komfort-, Regel- und Sicherheitstechnik, die selbst nach einer speziellen Absicherung verlangt. Die Versicherungsbranche reagiert auf diesen Trend.

Bild: Zurich Gruppe
Eine spezielle Smart-Home- Versicherung schützt fest installierte, intelligente Haustechnik. (Bild: Zurich Gruppe)

Smart Home ist der Inbegriff für intelligente Haustechnik. Die Möglichkeiten, das eigene Zuhause zum Smart Home zu machen, sind ebenso vielfältig wie faszinierend. Vom Strand aus per App checken, wer sich im heimischen Garten herumtreibt? Fenster, die auch von unterwegs aus geschlossen werden können? All das ist keine Zukunftsmusik, sondern auch für den durchschnittlichen Privathaushalt möglich. Smart-Home-Technik kann alltägliche Vorgänge automatisieren und vor allem individualisieren – auch von unterwegs aus. Die Einstellungen können meist per Smartphone ortsunabhängig angepasst werden.

36 Prozent nutzen Smart Home

Laut des „Smart Home Monitors“, nutzen bereits 36 Prozent der Deutschen mindestens eine Smart-Home-Anwendung. Weitere 40 Prozent zeigen Interesse. Der Statista Digital Market Outlook (DMO) prognostiziert, dass von derzeit 300.000 Haushalten bis 2020 etwa 2,4 Millionen Haushalte Smart-Home- Technik nutzen werden. Hauptmotivation ist – laut Smart Home Monitor – neben „zusätzlichem Komfort“, „Spaß bei der Nutzung“ und „Energiesparen“ auch „zusätzliche Sicherheit“. Vor allem bei den Befragten, die ein Haus bauen wollen, war dieses Motiv stark ausgeprägt, denn ein Bereich mit großem Potential ist die smarte Sicherheitstechnik: Einbrecher können durch Sensoren, die bei Manipulation an Fenstern oder Türen Alarm schlagen, abgeschreckt werden. Überwachungskameras können hochauflösende Bilder der Eindringlinge an das Smartphone des Bewohners senden. Diese können sogar dank entsprechender Software auch erkennen, dass nicht die Tante als Überraschungsgast vor der Tür steht. Vernetzte Feuer- oder Gasmelder warnen frühzeitig vor Bränden oder einer Explosionsgefahr. Undichte Wasserleitungen oder Rohrbrüche können dank Leckage-Sensoren schnell bemerkt und behoben werden. Zudem können Anwesenheitssimulationen durch automatisierte Licht- und Rollladensteuerung Gelegenheitsdiebe abschrecken.

Schäden am intelligenten System

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Auch für Versicherungen wird das Thema Smart Home immer wichtiger. Zum einen können bestimmte Komponenten zusätzlichen Sicherheitsschutz bieten, sei es vor Einbruch-, Brand- oder Wasserschäden. Zum anderen muss die Technik aber auch selbst abgesichert werden, denn Schäden an ihr sind in vielen Fällen nicht über eine Hausrat oder Wohngebäudeversicherung abgedeckt. Unsachgemäße Handhabung, Kurzschlüsse, Sabotage oder auch durch Konstruktions oder Materialfehler verursachte Folgeschäden an der intelligenten Haustechnik können oft verheerende Folgen haben. Was ist, wenn der Heimwerker versehentlich ein Kabel der Schaltzentrale anbohrt? Wer leistet, wenn der Home-Server im Keller durch Hochwasser leidet? Was passiert, wenn die Kinder die intelligente Haustechnik durch Fehlbedienung beschädigen? Die Zurich Versicherung beispielsweise hat für diesen Fall eine spezielle Smart Home-Lösung entwickelt. Als All-Risk-Ergänzung zu einer Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung schützt Techno Plus die fest installierte, intelligente Haustechnik. So wird unabhängig vom Hersteller smarte Steuertechnik für Heizung, Kühlung und Licht sowie Kommunikations- und Sicherheitstechnik abgesichert. Wichtiger Punkt bei allen Smart-Home- Versicherungen: Kunden sollten darauf acht, dass – wie mit Techno Plus – auch Wasserschäden durch Nicht-Leitungswasser abgedeckt sind, diese sind in der herkömmlichen Hausratversicherung nämlich meist nicht inbegriffen. Für einen Rundum- Schutz der Technik ist das aber ein wesentlicher Punkt.

Benedikt Kreuzberg, Leiter Underwriting Engineering Lines SME bei der Zurich Gruppe Deutschland

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