Fachartikel aus PROTECTOR 6/2018, S. 46 bis 47

Standardisierte Datacenter Einfach schnell verfügbar

Mit Sicherheit erfolgreich: Die Fondsgesellschaft Universal-Investment hat auf 100 Quadratmetern ein Hochsicherheits-Rechenzentrum mit Hilfe von Rittal in Rekordzeit aufgebaut. Dadurch verkürzte sich der Umzug um zwei Monate.

Bild: Rittal
Die Installation von „RiMatrix S“ erfolgt in einer der Büroetagen als Raum-in-Raum-Lösung auf einer Fläche von rund 100 Quadratmetern. (Bild: Rittal)

Universal-Investment gehört zu den erfolgreichsten deutschen Kapitalverwaltungs- gesellschaften. Dem Unternehmen mit Sitz in Frankfurt gelang in den vergangenen Jahren mit einem innovativen Geschäftsmodell, einer effizienten technischen Plattform und erfolgreichen Fonds ein starkes Wachstum. Leistungsfähige IT-Systeme sind eine zentrale Komponente der Unternehmensstrategie und unterstützen die Mitarbeiter bei der effizienten Fondsverwaltung. Das dynamische Wachstum führte dazu, dass die Gesellschaft in größere Büroräume zog. Als die Planung für den nächsten Umzug begann, wurde eine Fläche mit insgesamt 10.000 Quadratmetern angemietet. Eine der Herausforderungen hierbei: An dem Standort in Frankfurt sollte auch ein neues Rechenzentrum entstehen, das den Bedarf an IT-Ressourcen in den kommenden Jahren decken sollte.

IT suchte neues Zuhause

Zur Umsetzung des Umzugs und der Umbaumaßnahmen beauftragte Universal- Investment die Spezialisten von Canzler Ingenieure. Die Planungs- und Beratungsgesellschaft übernimmt ganzheitliche Aufgaben rund um die Entwicklung von Immobilien. Diverse Bauherrenaufgaben wurden hierzu an Canzler treuhänderisch delegiert, denn es mussten die Büroflächen auf die spezifischen Anforderungen des Mieters angepasst und daher intensiv umgebaut werden. Im Projektplan war der Neubau des Rechenzentrums die zeitkritischste Komponente. Ziel des Umzugs war der moderne IBC-Tower im Frankfurter Westen. Da hier bereits Büroflächen vermietet waren, bot die neue Immobilie nicht mehr ausreichend Platz für ein neues Rechenzen trum in den dafür vorgesehenen Flächen im Untergeschoß. Daher wurde ein neues Rechenzentrum auf rund 100 Quadratmetern nach konventioneller Bauweise in einer der Büroetagen geplant. Hierfür waren ein vollständiger Rückbau der Büroräume sowie die Bereitstellung komplexer und redundanter technischer Infrastruktur wie Kühlung, Stromversorgung, unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) sowie Störmeldeerfassung notwendig. Während die übrigen Umbauarbeiten bereits im Gange waren, fand das Team von Universal-Investment und Canzler noch eine Möglichkeit, den Bau des Rechenzen trums zu beschleunigen.

Schnelle Einsetzbarkeit

Die ursprüngliche Planung sah vor, für alle Rechenzentrums-Komponenten die Gewerke einzeln zu vergeben. Die Vergabe von Klimatechnik, IT-Schränke und Energieversorgung führt jedoch automatisch zu einem hohen Planungsaufwand sowie einem intensiven Abstimmungsprozess zwischen den Handwerkern. Bei dieser Planung war es nicht sicher, ob sich der Zeitplan für den Einzug einhalten lassen würde. Eine interessante Alternative bot sich schließlich mit „RiMatrix S“ von Rittal – ein Rechenzentrum auf Basis standardisierter Module. Hierbei erhalten Kunden unter nur einer Bestellnummer innerhalb von sechs Wochen ein vorkonfiguriertes, schlüsselfertiges Rechenzentrum inklusive IT-Racks, Klimatisierung, Stromverteilung sowie Software für Monitoring und IT-Management. Das Rechenzentrum ist als eigenständige externe Struktur in Form eines Containers einsetzbar, kann aber auch innerhalb bestehender Räume ins talliert werden: „Bei dem modularen Rechenzentrum sind alle wichtigen Komponenten wie Klima, Energie und IT-Racks bereits aufeinander abgestimmt. Aus Sicht des Planers konnten wir die Rittal-Lösung als eine Art Black-Box betrachten, wodurch sich die Komplexität ganz erheblich verringerte“, erläutert Michael Nolte, Geschäftsführer bei Canzler Ingenieure. Die Installation des modularen Rechenzentrums erfolgt in einer der Büroetagen als Raum-in-Raum-Lösung auf einer Fläche von rund 100 Quadratmetern. Die baulichen Veränderungen waren damit deutlich geringer als im ursprünglichen Konzept vorgesehen. „Durch die Raumin-Raum-Lösung konnten wir wesentliche Einsparungen bei der Nutzung der Bestandsflächen erzielen und gleichzeitig die Projektlaufzeit verkürzen“, fasst Michael Nolte zusammen.

Hohe Ausfallsicherheit

Für die Verantwortlichen der IT-Tochter von Universal-Investment standen Aspekte wie Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und die Investitionssicherheit bei der Auswahl des Rechenzentrums im Vordergrund. „Als ich damals in den IT-Bereich bei Universal-Investment einstieg, bestand unsere Infrastruktur noch aus einem zentralen Großrechner mit angeschlossenen Terminals“, erinnert sich Thomas Dietz, Abteilungsleiter Operating bei Universal IT-Services. „Heute ist unsere IT eines der zentralen Elemente der Unternehmensstrategie und besteht aus hochmodernen und ausfallsicheren IT-Systemen. Für diese komplexe IT-Landschaft benötigen wir ein flexibel nutzbares Rechenzentrum, das uns auch die notwendige Sicherheit für einen unterbrechungsfreien 24/7-Betrieb bietet“, so Dietz weiter. Der Zugang zu den Rechnern ist mehrfach gesichert, unter anderem durch das Sicherheitskonzept des Gebäudes und schließlich durch „RiMatrix S“ selbst. Das modulare Rechenzentrum bildet eine eigene Sicherheitszelle mit Zugangskontrolle und enthält darüber hinaus einen ergänzenden Schutzraum für zusätzlichen Schutz gegen Feuer, Wasser und Rauch. Die Integration in die bestehende Haus und Sicherheitstechnik gelang sehr einfach, beispielsweise durch Anbindung an das vorhandene LON-Bus-System (Local Operating Network) für die Gebäudeautomatisierung. Bei einem Ausfall der Energieversorgung springt zunächst die installierte USV-Anlage ein, anschließend übernimmt ein im Haus vorhandener Dieselgenerator die Stromversorgung für das gesamte Gebäude.

Integrierter Brandschutz

Welche zusätzlichen Auflagen sich für den Brandschutz ergeben, erörterten die Mitarbeiter von Canzler Ingenieure mit den Brandschutzexperten der Feuerwehr. Schließlich wurde für das modulare Re chenzentrum eine Lösung mit integriertem Brandschutz realisiert, sodass keine zusätzlichen Anforderungen an den Gebäudebrandschutz gestellt wurden. Die wurde beispielsweise dadurch erleichtert, dass der Rittal Sicherheitsraum bereits nach ECB-S (European Certification Body) zertifiziert ist. Ein so zertifiziertes Rechenzentrum gewährleistet den höchstmöglichen systemgeprüften Brandschutzlevel und ist speziell für die Unterbringung von IT-Infrastrukturen geprüft. „Das mit ‚RiMatrix S‘ und der Raumin-Raum-Bauweise erreichte Sicherheitsniveau erfüllt voll und ganz die hohen Anforderungen der Finanzindustrie“, beschreibt Thomas Dietz, Universal IT- Services. „Für uns war zudem besonders wichtig, dass ‚RiMatrix S‘ bereits vorzertifiziert ist, da die Innenrevision auch unsere IT-Organisation prüft und wir von Rittal die notwendigen Prüfungsbescheinigungen erhalten haben“, so Dietz weiter. „Der Einsatz des Rechenzentrums auf Basis standardisierter Module führte in Verbindung mit weiteren beschleunigten Baumaßnahmen dazu, dass wir unseren ursprünglichen Zeitplan um zwei Monate unterbieten konnten. Zudem ist es gelungen, das Budget durch ein striktes Kostenmanagement und die vereinfachte Planung um knapp 20 Prozent zu unterschreiten“, lautet das positive Fazit von Michael Nolte von Canzler Ingenieure.

Ausblick

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Mit der neuen Rechenzentrumslösung blickt Universal-Investment gut gerüstet dem weiteren Unternehmenswachstum entgegen. Ausgestattet mit zwei „RiMatrix S Double-6“-Lösungen, stehen der IT- Tochter heute insgesamt 24 Racks in voller Bauhöhe zum Einbau von Servern und Netzwerkkomponenten zur Verfügung. Mit einer leistungsfähigen Klimatechnik und Energieversorgung ausgestattet, lassen sich in diesem Rechenzentrum auch zukünftige Server-Generationen mit einer höheren Energiedichte und Leistungsklasse noch sicher betreiben.

Bernd Hanstein, Hauptabteilungsleiter Produktmanagement IT, Rittal GmbH & Co. KG

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