Fachartikel vom 07/23/2018

IT-Risiko der Woche Cybergefahren im Sommerurlaub

Sommer bedeutet Urlaub, Entspannung und Ruhe. Und doch bleiben wir digital. Wir buchen Hotels online, lesen die digitale Version eines Sommerromans auf dem E-Reader am Strand und schicken digitale Grüße in die Heimat. Sind wir dabei auch „cybersafe“? Hier folgen sechs Tipps für einen entspannten Urlaub mit Smartphone & Co.

Bild: Julien Christ/ Pixelio.de
Geräte und Anti-Malware-Software sollte auch im Urlaub auf allen digitalen Geräten auf dem neuesten Stand gehalten werden. (Bild: Julien Christ/ Pixelio.de)

Internet-Kriminelle machen keinen Urlaub. Sie wollen Ihr Geld, Ihre Informationen, Ihre Identität. Und speziell in Urlaubsregionen haben „Internet-Gauner“ oftmals leichtes Spiel. Sechs Tipps sollten Sie beachten, damit Sie während Ihres Sommerurlaubs sicher sind.

1. Nutzen Sie sicheres WLAN

Öffentliches WLAN im Urlaub ist praktisch: kein Roaming, keine Zusatzkosten, sondern eine schnelle, meist kostenlose Verbindung in die Heimat. Viele Hotspots sind sicher, aber eben leider nicht alle. Und nicht immer lässt sich ein guter Zugang von einem schlechten unterscheiden. Genau darauf bauen Cyber-Kriminelle bei sogenannten Man-in-the-Middle-Angriffen. Sie verbinden sich mit einem öffentlichen Zugangspunkt und geben sich dann als dieser aus. So können sie mitlesen, welche Daten Sie beim Online-Shopping oder -Banking verwenden.

Schalten Sie WLAN aus, wenn Sie ein neues Land betreten. Wenn Sie Internetzugang benötigen, fragen Sie im Hotel oder an vertrauenswürdigen Locations nach dem offiziellen WLAN-Namen, bevor Sie eine Verbindung herstellen. Ebenfalls sinnvoll ist die Installation einer VPN-Software auf Ihrem Gerät. Damit können Sie eine sichere, verschlüsselte Verbindung zu einem bekannten Dienst herstellen.

2. Aktualisieren Sie Ihre Passwörter

Sie haben ein Passwort, das Sie für all ihre Online-Konten verwenden? Klar, bei der Fülle an Websites und Anwendungen ist es schier unmöglich, sich ein eindeutiges Passwort für jede Seite zu merken. Doch das Erstellen sicherer Passwörter, an die Sie sich auch erinnern können, ist nicht so schwer, wie es scheint. Zudem gibt es Sicherheitslösungen, die Ihnen dabei helfen.

Verwenden Sie einen Passwort-Tresor. Er speichert Benutzernamen und Passwort für jedes Konto. Bieten Online-Dienste die Zwei-Faktor-Anmeldung mit Passwort und einer zusätzlichen Art der Authentifizierung wie der Eingabe eines Einmal-Codes, den Sie auf Ihr Smartphone geschickt bekommen, sollten Sie diese auch nutzen.

Für sichere Passwörter, die Sie sich auch selbst merken können, verwenden Sie zum Beispiel die ersten Buchstaben eines bekannten Satzes oder Liedtexts. Fügen Sie Großbuchstaben hinzu und ersetzen Sie einige der Buchstaben durch Zahlen oder Sonderzeichen – so schnell, so sicher. Und stellen Sie in Ihrem Kalender eine Erinnerung ein, die Passwörter alle paar Wochen zu ändern.

3. Klicken Sie nicht auf unbekannte Links

Kommt Ihnen etwas komisch vor? So verlockend es auch sein mag: Öffnen Sie niemals eine E-Mail oder klicken Sie auf einen Anhang oder Link von jemandem, den Sie nicht kennen. Besonders nicht, wenn die E-Mail eine einladende Betreffzeile enthält wie eine Belohnung. Ein Klick – und Ihr E-Mail-Account könnte der nächste sein, der von Cyber-Kriminellen verwendet wird, um Malware an Personen in Ihrer Kontaktliste zu senden.

Schauen Sie genau hin: Ist der Link hinter einem Kürzel versteckt oder sind darin Buchstaben durch Zahlen ersetzt wie „amaz0n.com“? Finden sich im E-Mail-Text viele Beispiele schlechter Grammatik oder falsch geschriebene Wörter? Wenn ja, dann liegt die Vermutung nahe, dass es sich hier um einen Phishing-Angriff handelt. Wenn Sie den Absender kennen, sich aber fragen, warum dieser so etwas schickt, fragen Sie erst einmal nach. Diejenige Person weiß vielleicht nicht einmal, dass ihr Konto als Malware-Schleuder verwendet wird.

4. Halten Sie Ihre Geräte up-to-date

Werden Schwachstellen und Schlupflöcher für Hacker auf Ihrem Smartphone oder PC bekannt, werden diese von den Entwicklern Ihrer Geräte oder Anti-Malware-Herstellern schnellstmöglich gestopft und Sie bekommen ein Sicherheitsupdate zur Verfügung gestellt. Halten Sie Ihre Geräte und Anti-Malware-Software, die Sie hoffentlich bereits installiert haben, immer auf dem neuesten Stand. Zusätzlich sollten Sie von Zeit zu Zeit Ihr System mit kostenlosen Online-Tools auf Schwachstellen scannen.

5. Kontrollieren Sie Ihre Social-Media-Profile

Es kann zwar Spaß machen, jedem über Facebook, Instagram & Co. zu sagen, wohin Sie in Urlaub fahren. Allerdings freuen sich dann auch die Leute, die es auf Ihr Hab und Gut zu Hause abgesehen haben. Diese erfahren einfach durch einen Post, wo Sie sich gerade aufhalten.

Um dies zu verhindern, sollten Sie Ihre Privatsphäre-Einstellungen checken und nur ausgewählten Personen erlauben, Ihre Posts zu sehen. Kontrollieren Sie vor dem Urlaub auch Ihre Freundeslisten. Cyber-Kriminelle richten häufig gefälschte Seiten oder Konten ein und versuchen so, sich mit potenziellen Opfern „anzufreunden“. Sehen Sie sich also zuerst die Startseite der Person an, die einen „friend request“ schickt. Wenn Ihnen etwas seltsam vorkommt, lehnen Sie lieber ab. Sollte die Anfrage von einer Person kommen, die Sie bereits kennen, fragen Sie nach. Hacker „entführen“ oft Konten oder duplizieren diese, um an fremde Daten zu gelangen.

6. Machen Sie Ihre Familie und Freunde cybersafe

Wir verriegeln unsere Autos, unsere Türen, schauen in beide Richtungen, bevor wir die Straße überqueren – und vermeiden dunkle Gassen. Das sind wir gewohnt. In der digitalen Welt sollten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen gelten. Ob offline oder online – Gefahren lauern überall. Das müssen wir lernen.

Mehr auf Sicherheit.info

Weisen Sie auch Ihre Freunde und Familie auf mögliche Gefahren hin und geben Sie Tipps wie diese weiter. Wenn wir alle ein wenig vorsichtiger vorgehen, Tools und Online-Anwendungen genauer überprüfen und nur ein wenig mehr gesunden „Online-Verstand“ entwickeln, wird die digitale Welt, in der wir leben, schnell wesentlich sicherer. Und der Urlaub noch entspannter.

Kontakt- und Firmen-Infos im Branchenverzeichnis