Fachartikel vom 09/28/2018

Rückblicke/Ausblicke Vom Autoknacker zum Autohacker

Heute blicken wir in unserer Archiv-Rubrik in die September-Ausgabe Jahres 1974, in der unterschiedliche Methoden zur Selbstverteidigung für Autofahrer vorgestellt wurden.

Seit nunmehr gut zehn Jahren wirft das Redaktionsteam von PROTECTOR & WIK immer wieder einen Blick in das 45 Jahre zurück reichende Archiv des Heftes. Die interessantesten historischen Fundstücke, Kuriositäten und Zeitzeugnisse präsentieren wir in jeder Ausgabe im „Abspann“. Sofern möglich und angebracht versehen wir die Archivtexte mit einem aktuellen Bezug zu Jetztzeit. Die besten dieser bisher Heft-exklusiven Archiv-Beiträge stehen nun auch online auf Sicherheit.info zur Verfügung.

Bild: Archiv
Scan aus der PROTECTOR-Ausgabe September 1974. (Bild: Archiv)

Vom Autoknacker zum Autohacker

Als Autofahrer musste man sich seit jeher mit vielfältigen Gefahren auseinandersetzen. Das umfasst nicht nur das Grundrisiko eines Unfalls – sei er bedingt durch technischen Defekt, schlechte Witterung, eigene Unachtsamkeit oder rücksichtslose Dritte –, sondern auch allerlei andere Gefahren. In den 70ern war beispielsweise ein brennendes Thema der Überfall auf Autofahrer, was angesichts des damals herrschenden Inlandsterrorismus plausibel klingt. So befasste sich der PROTECTOR in den Jahrgängen 1974 und 1975 in einer ganzen Serie mit der Selbstverteidigung für Automobilisten.

In den 80er bis 2000er Jahren dominierten die thematische Sparte der KFZ-Sicherheit zunächst Berichte über mechanische und elektronische Diebstahlsicherungen und später GPS/GSM-Ortungssysteme. Heute wiederum ist das Auto dank der fortschreitenden Digitalisierung und Vernetzung gänzlich anderen Angriffsszenarien ausgesetzt. Die Autoknacker werden zunehmend zu Autohackern, die versuchen, gezielt Schwachstellen auszunutzen. Diese Angriffe dürften weiter zunehmen, wie auch die Versicherung Allianz kürzlich warnte. Verantwortlich seien nach Experteneinschätzung ungesicherte Datenschnittstellen im Auto, die zum Einfallstor für Hacker werden können. Trotz aller smarten Technik im Auto, seien die Fahrzeuge nur unzureichend geschützt.

Und noch etwas hat sich verändert. Anders als früher, als der Autofahrer selbst zur Sicherheit beitragen konnte, etwa indem er Selbstverteidigung trainierte, vorsichtig fuhr oder in zusätzlichen Diebstahlschutz investierte, sieht er sich heute den Gefahren durch Hackerangriffe beinahe machtlos gegenüber. Umso mehr sind die Hersteller in der Pflicht, ihre Fahrzeuge zu wappnen und Sicherheitslücken zu schließen. Man kann nur hoffen, dass es ihnen baldmöglichst gelingt.

Erstveröffentlichung
Dieser Beitrag erschien ursprünglich in der Printausgabe des PROTECTOR 11/2017, er besitzt aber nach wie vor inhaltliche Relevanz. Ein möglicher konkreter Bezug zu aktuellen Ereignissen ist dessen ungeachtet jedoch im Kontext des Erstveröffentlichungsdatums zu sehen. Der Text wurde nicht erneut aktualisiert, sondern dient seinerseits als Blick ins Archiv dieser Ausgabe.

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