Fachartikel vom 10/10/2018

Rückblicke/Ausblicke Abenteuer Geldtransport

Heute widmen wir uns in unserer Archiv-Rubrik dem „Abenteuer Geldtransport", wie es einmal 1975 im PROTECTOR hieß und gehen der Frage nach, wie viele Abenteuerliches heute noch in diesem Sektor steckt.

Seit nunmehr gut zehn Jahren wirft das Redaktionsteam von PROTECTOR & WIK immer wieder einen Blick in das 45 Jahre zurück reichende Archiv des Heftes. Die interessantesten historischen Fundstücke, Kuriositäten und Zeitzeugnisse präsentieren wir in jeder Ausgabe im „Abspann“. Sofern möglich und angebracht versehen wir die Archivtexte mit einem aktuellen Bezug zu Jetztzeit. Die besten dieser bisher Heft-exklusiven Archiv-Beiträge stehen nun auch online auf Sicherheit.info zur Verfügung.

Bild: Archiv
Scan aus PROTECTOR-Ausgabe Dezember 1975. (Bild: Archiv)

Abenteuer Geldtransport

Wo das Geld ist, sind Diebe nicht weit. Das gilt vor allem, wenn Geld auf Reisen geht. Schon zu Zeiten der Postkutsche, welche man als eine Art Vorläufer des modernen Geldtransports sehen könnte, war Bares unterwegs immer in größter Gefahr. In der Dezember-Ausgabe 1975 des PROTECTOR nennt Autor Jupp Raab Geldtransporte deshalb ein „Abenteuer“. Und wenn es nicht die Szenen aus dem Wilden Westen waren, die ihn zu dieser Umschreibung führten, so doch mindestens genauso haarsträubende Zustände. Er berichtet von Transporten in den 1970ern, bei denen Werte in Millionenhöhe einfach lose in einem Kleinbus von Kaufhaus zu Kaufhaus gefahren wurden und bei jedem Stopp sämtliche Mitarbeiter leichtsinnig einfach den Bus verließen.

Der Beitrag stellte im Folgenden deshalb neue Containerlösungen vor, die die Werte effektiver zu schützen vermochten. Trotzdem gibt es heute noch genug Bedrohungen, die den Geldtransport zum „Abenteuer“ machen können – wie etwa ein kurioser Fall von 2002 zeigt, als ein Täter im nordrhein-westfälischen Werl einen Geldtransporter mit der Panzerfaust überfallen hatte. Und auch andere Täter schlagen immer wieder zu, nämlich die von innen. Gerade hat die Polizei einen knapp vier Jahre zurückliegenden Überfall auf einen Geldtransport der Deutschen Bahn in Travemünde aufgeklärt. Ein Fahrer habe den Raub gemeinsam mit zwei Bekannten inszeniert, die ihn als maskierte und bewaffnete Täter überfielen.

Oder man denke an den Coup des Sven K., der seinen Beifahrer unter einem Vorwand aus dem Geldtransporter lockte und mit 3,6 Millionen Euro einfach davonraste. Er wurde erst nach 15-monatiger Flucht per Zufall gefasst. Es zeigt sich, der Reiz der schnellen Million verblasst nicht. Und: Ihm ist schwer beizukommen. Bei aller Technik und Vorsicht werden Geldtransporte wohl immer ein bisschen Abenteuer bleiben.

Erstveröffentlichung
Dieser Beitrag erschien ursprünglich in der Printausgabe des PROTECTOR 7/2010, er besitzt aber nach wie vor inhaltliche Relevanz. Ein möglicher konkreter Bezug zu aktuellen Ereignissen ist dessen ungeachtet jedoch im Kontext des Erstveröffentlichungsdatums zu sehen. Der Text wurde nicht erneut aktualisiert, sondern dient seinerseits als Blick ins Archiv dieser Ausgabe.

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