Fachartikel aus PROTECTOR 11/2018, S. 32 bis 33

Wärmebildkameras schützen Ölraffinerie Ausfallsicher aufgerüstet

Lukoil Neftochim Burgas in Bulgarien ist die größte Ölraffinerie in Südosteuropa. Hier werden jährlich 9,5 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet. Um den Schutz seiner kritischen Infrastruktur vor Eindringlingen sicherzustellen, entschied sich das Unternehmen seine eigenen Systeme für den Perimeterschutz durch eine Lösung mit Wärmebildkameras zu ersetzen.

Bild: Flir Systems
Mit einer relativ geringen Anzahl von Wärmebildkameras kann Lukoil Bulgaria das gesamte Betriebsgelände überwachen. (Bild: Flir Systems)

Bis vor Kurzem nutzte die Ölraffinerie Lukoil Neftochim Burgas zwei eigenständige Systeme für den Perimeterschutz: zwei Zäune mit Sensorkabel-systemen, die circa fünf Meter voneinander entfernt waren. Obwohl diese Systeme zufriedenstellende Ergebnisse lieferten, verursachten sie hohe Installationskosten: für das Ausbaggern und die Verkabelung, ebenso wie für die visuellen Kameras und die Leuchten zur visuellen Verifizierung des erkannten Ziels. Deshalb prüfte das Unternehmen laut Lyubomir Dimov, Projektmanager bei Lukom-A, alternative Lösungen: „Wir haben uns für Wärmebildkameras entschieden, da sie uns die Überwachung des gesamten Geländes mit einer relativ geringen Anzahl von Kameras ermöglichen. Sobald eine Bewegung erkannt wird, geht in unserer Leitstelle ein entsprechender Alarm ein. Der Unterschied besteht darin, dass man bei einem Sensorkabelsystem entlang der gesamten Perimetergrenze Kabel verlegen und Leuchten installieren muss. Außerdem braucht man alle 60 Meter eine Videokamera. Das macht die Implementierung wesentlich schwieriger und auch kostspieliger. Mit Wärmebildkameras sehen wir hingegen unabhängig von der Lichtsituation bei Tag und Nacht immer direkt, was vor sich geht.“

Bessere Sicht bei Tag und Nacht

Lukoil testete die Wärmebildgebung zunächst in einem kleineren Bereich. Dabei erkannte das Unternehmen, dass Wärmebildkameras visuellen Kameras nicht nur nachts überlegen sind, sondern auch bei Tag wirksam funktionieren. Lyubomir Dimov: „Vor drei Jahren haben wir beschlossen, Kameras zur Überwachung einer Abfackelvorrichtung zu installieren, einer Konstruktion mit hohem Explosionsrisiko. Dabei konnten wir Tests mit einer Wärmebildkamera von Flir ausführen und feststellen, dass es Eindringlingen selbst am helllichten Tag relativ einfach gelingt, sich vor einer herkömmlichen Farbüberwachungskamera im Gebüsch zu verstecken, wenn sie gleichfarbige Kleidung tragen. Mit Wärmebildkameras können wir sie hingegen selbst dann noch mühelos erkennen und verfolgen, wenn sie sich hinter den Büschen verstecken. Das hat uns davon überzeugt, dass die Wärmebildgebung die ideale Lösung für unsere Anforderungen darstellt.“

Wärmebild kombiniert mit Analysesoftware

Für seine petrochemische Anlage in Burgas wandte sich Lukoil an Telelink EAD, Flir Vertriebshändler für Bulgarien und Systemintegrationsunternehmen in Südosteuropa sowie dessen Partner- System integrationsunternehmen 2 Plus Bulgaria AD. Gemeinsam empfahlen sie Flir-FC und F-Series-Kameras in Kombination mit einer Video-Analysesoftware einzusetzen. Ivan Ilchev, Systemtechniker bei Telelink, kommentiert: „Obwohl sich das von der Ölraffinerie genutzte Sensorkabelsystem durchaus bewährt hat, ist es sehr wartungsintensiv und produziert eine relativ hohe Anzahl von Fehlalarmen. Außerdem ist ein visuelles Überwachungskamerasystem mit weiteren Nachteilen verbunden. Da das Betriebsgelände von Lukoil sehr weitläufig ist und auf einer Länge von über 22 Kilometern überwacht werden muss, bräuchte man dazu über 400 herkömmliche Videoüberwachungskameras. Wir wussten jedoch, dass eine Wärmebildkamera ausreicht, um sechs bis sieben visuelle CCTV- Kameras zu ersetzen. Deshalb haben wir Lukoil dazu geraten, Wärmebildkameras von Flir in Kombination mit einer Video- Analysesoftware einzusetzen. Der sogenannte Wärmebildzaun, der dabei entsteht, ist eine kostengünstige Lösung. Erstaunlich ist, dass Wärmebildkameras in nahezu jeder Situation eingesetzt werden können. Bei Nacht, Nebel, Regen und unübersichtlichen Umgebungen wie dieser, in denen es keine freien Flächen, sondern viele Büsche und Bäume gibt.“

Investition zahlt sich aus

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Für Lukoil Neftochim sind die Vorteile deutlich: Wärmebildkameras erfordern eine geringere Investition als die Installation von unzähligen Leuchten und visuellen Kameras entlang der gesamten Perimetergrenze. „Aufgrund der besonderen Beschaffenheit und Lage des Überwachungsbereichs haben sich Wärmebildkameras für uns als die beste Lösung erwiesen. Die Lukoil-Raffinerie liegt in einem Gebiet ohne öffentliche Beleuchtung, und die meisten Probleme treten nachts auf. Deshalb sind Wärmebildkameras für uns praktisch“, argumentiert Petyr Bakalov. „Der entscheidende Vorteil der Flir- Kameras ist jedoch ihre Zuverlässigkeit, denn damit lassen sich Objekte bei Tag und Nacht deutlich erkennen. Nur kurze Zeit nachdem wir die Wärmebildkameras installiert hatten, konnten wir bereits zwei Einbrecherbanden fassen. Sie hatten versucht, auf das Gelände vorzudringen, um Metallschrott zu stehlen. Ich werde die Flir-Kameras unserer Geschäftsleitung empfehlen, damit wir unsere Zusammenarbeit mit Flir in Zukunft fortsetzen können.“

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