Fachartikel aus PROTECTOR 11/2018, S. 48 bis 49

Aus- und Weiterbildung Auf dem neusten Stand

Die Vereinigung für die Sicherheit der Wirtschaft (VSW) hat auf Basis ihrer 50-jährigen Erfahrung verschiedene Weiterbildungen entwickelt, die der dynamischen Entwicklung von Sicherheitsthemen wie etwa der Cyberkriminalität Rechnung tragen.

Bild: VSW Mainz
Die Weiterbildungen tragen der dynamischen Entwicklung von Sicherheitsthemen Rechnung. (Bild: VSW Mainz)

Die Qualifikation von Mitarbeitern für den Sicherheitsbereich ist neben der Schnitt-stellenfunktion zwischen Wirtschaft und Sicherheits-behörden das zweite zentrale Aufgabenfeld der VSW.

Ein Beispiel dafür ist die Weiterbildung zum „Wirtschafts- kriminalität und Cyber-Security Professional (IHK)“. Cyberkriminalität in Form von Hackerangriffen, Datendiebstahl über das Internet sowie die gezielte Verbreitung von Viren und die damit verbundene Erpressung durch das Verschlüsseln von Dateien gehören weltweit bereits zu den häufigsten Wirtschaftsstraftaten und nehmen weiter zu. Für Unternehmen gilt es daher, auf diese aktuellen Bedrohungen adäquate Antworten zu finden. Der relativ neue VSW-Lehrgang, der in dieser Form in Deutschland einmalig ist, richtet sich entsprechend an Verantwortliche in den Unternehmensbereichen Konzernsicherheit, IT-Sicherheit, Rechtsabteilung, Revision und Compliance international ausgerichteter Unternehmen. Sie erhalten in fünf Lehrgangsmodulen die neuesten Informationen und Daten zu den Themen Wirtschaftskriminalität und Wirtschaftsspionage, Kriminologie und Täterpsychologie von Wirtschaftsstraftätern, IT-Forensik und Beweissicherung im Unternehmen, Detektion von Cyberangriffen sowie sichere Kommunikation und Verschlüsselung. Nach dem Absolvieren aller fünf Module sowie einer abschließenden Präsentation erwerben die Teilnehmer des Lehrgangs mit dem IHK-Zertifikat einen anerkannten Weiterbildungsabschluss. Erfahrene und kompetente Referenten aus den verschiedenen Themenbereichen vermitteln in diesem Weiterbildungskurs praxisnahe und aktuelle Inhalte.

Ermittlungen im eigenen Unternehmen

Ebenso bundesweit einmalig ist der Lehrgang „Koordinator(in) – Betriebliche Ermittlungen (IHK)“, der auch mit IHK-Zertifikat abgeschlossen werden kann. Die Straftaten im Rahmen von Betriebskriminalität werden immer vielfältiger und verursachen leider immer höhere Schäden. Verschiedene aktuelle Statistiken zu die sem Phänomenbereich weisen seit einiger Zeit deutlich steigende Fallzahlen, verbunden mit ebenfalls steigenden Schadenssummen, auf – beispielsweise unter anderem auch im Bereich der Lieferketten. Betriebliche Ermittlungen sind für Unternehmen daher immer wichtiger. Anhand interaktiver Fallstudien, Praxisbeispielen aus realen Fällen und speziellen, anwendungsorientierten Übungen vermitteln Experten den Teilnehmern fundierte Grundlagen für die Durchführung betrieblicher Ermittlungen. Das Seminar richtet sich an kleine und mittelständische Firmen ebenso wie an international aktive Konzerne. Führungskräfte, Behörden- und Werkschutzleiter, Ermittler, Revisoren und Controller lernen Möglichkeiten und Grenzen der betrieblichen Ermittlungen kennen. Dazu gehören unter anderem auch die wirtschaftsrechtlichen, strafrechtlichen und arbeitsrechtlichen Grundlagen. Mit dem Seminar werden auch Mitarbeiter privater Detekteien und von Ermittlungsdiensten angesprochen.

Qualifizierte Führungskräfte

Die Weiterbildung als „Geprüfter Meister (m/w) für Schutz und Sicherheit (IHK)“ adressiert den Bedarf an qualifizierten Führungskräften in der Bewachungs- und Sicherheitsbranche, die Verantwortung für Betriebsabläufe und Mitarbeiter stellen. Industriemeister für Schutz und Sicherheit planen, entwickeln und setzen Sicherheits- und Ordnungsmaßnahmen verantwortungsvoll um. Dazu gehören unter anderem die qualifizierte Betreuung von Produktionsanlagen, die Einzelbetreuung bei Personenschutz oder besonders hochwertigen Werttransporten sowie Führungsaufgaben in der Bewachung und Sicherheit von Großveranstaltungen. Darüber hinaus erwerben die Teilnehmer die Ausbilderkompetenz und können in ihren Unternehmen die wichtige Aufgabe der betrieblichen Aus- und Weiterbildung übernehmen.

Die Weiterbildung mit rund 880 Unterrichtseinheiten inklusive der Prüfungsvorbereitung lässt sich durch das Aufstiegs-BAföG teilfinanzieren. Für die Zulassung zur Prüfung für die grundlegenden Qualifikationen ist einer der folgenden Nachweise erforderlich:

  • eine mit Erfolg abgelegte Prüfung zur „Geprüften Schutz- und Sicherheitskraft“ (ehemals „Geprüfte Werkschutzfachkraft“)
  • oder eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem dreijährigen sicherheitsrelevanten Beruf
  • oder eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem anderen sicherheitsrelevanten Beruf und danach mindestens ein Jahr Berufspraxis
  • oder eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem sonstigen anerkannten Beruf und danach mindestens zwei Jahre Berufspraxis
  • oder eine mindestens vierjährige Berufspraxis.
Für die Zulassung zur Prüfung für die handlungsspezifischen Qualifikationen ist es erforderlich, dass die grundlegenden Qualifikationen abgelegt sein müssen, aber nicht länger als fünf Jahre zurück liegen und mindestens noch ein weiteres Jahr Berufspraxis vorliegt.

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Diese Berufspraxis soll wesentliche Bezüge zu den Aufgaben eines „Geprüften Meisters für Schutz- und Sicherheit“ haben. Darüber hinaus muss der Nachweis über den Erwerb der berufs und arbeitspädagogischen Kenntnisse erbracht werden (AdA/AEVO). Ein weiterer IHK-Zertifikatslehrgang im Veranstaltungsprogramm der VSW ist der Lehrgang „Mitarbeiterführung und Einsatzleitung (IHK)“, der sich Mitarbeiter aus dem Werkschutz sowie Angestellte in Bewachungsunternehmen richtet, die Führungs- und Einsatzaufgaben wahrnehmen. Hierdurch soll den immer anspruchsvolleren Anforderungen im Bereich Schutz und Sicherheit gerecht werden. Den Teilnehmern werden dabei rechtliche und organisatorische Themen praxisnah dargestellt. Außerdem bietet die VSW einen Vorbereitungslehrgang auf die GSS-Prüfung, die dann den Abschluss Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft (IHK) beinhaltet. Neben der reinen Vermittlung von Fachwissen ist die methodisch-didaktische Vorbereitung auf die besonderen Anforderungen der IHK-Prüfung wesentlicher Bestandteil dieses VSW- Lehrgangs. Der Abschluss als „GSSK“ ist weitestgehend als erste Stufe der beruflichen Fort- und Weiterbildung im Bewachungsgewerbe anerkannt, wobei Personen mit einem GSSK-Abschluss nicht nur bei klassischen Bewachungsdienstleistern eingesetzt werden, sondern ebenso in den Unternehmen direkt in den internen Sicherheitsabteilungen, deren Aufgabenbereich die physische Sicherheit ist.

Basis-Qualifikation Schutz und Sicherheit

Darüber hinaus bietet die VSW in Kooperation mit der IHK für Rheinhessen Lehrgänge zur Qualifikation im Bewachungsgewerbe und zum Einstieg in dieses Berufsfeld an, insbesondere den Erwerb der Sach- und Fachkunde gemäß § 34a GewO. Dies betrifft sowohl die Unterrichtung als auch die Prüfung nach § 34a GewO, optional mit einem dreitägigen Prüfungstraining. Zudem ist es möglich, die Waffensachkunde bei der VSW zu erlangen. Für diese Bereiche besitzt die VSW eine AZAV-Zertifizierung, sodass die Abrechnung auch mittels eines Bildungsgutscheines erfolgen kann. Ein weiteres Angebot für Mitarbeiter in Bewachungsunternehmen, die als Interventionskräfte, Alarm- und Revierfahrer eingesetzt werden sollen beziehungsweise für Beschäftigte des Werkschutzes, die im Bereich der Alarmverfolgung tätig sind, ist die Schulung zur Interventionskraft mit Prüfung gemäß VdS 2172.

Wissen gibt Sicherheit

Abgerundet wird das Qualifikationsportfolio der VSW durch allgemeine Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen für Beschäftigte aus Bewachungsunternehmen, Werkschutz und Konzernsicherheit zu grundlegenden Themen wie „Meldungen und Berichte optimal erstellen“, „Sicherheit und Service an Pforte und Empfang“, „Mitarbeiterschutz durch Eigensicherung und Einsatztaktik“ sowie „Konflikte rechtssicher bewältigen“. Dazu kommen Fachseminare und -tagungen, die auch für das Personal in sensiblen Firmenbereichen sowie in Telefonzentralen, Leitstellen oder Rezeptionen geeignet sind. Sie behandeln Themen wie „Sicherheit am Telefon“, „Arbeitsrecht für Sicherheitsmanager“, „Veranstaltungsschutz und -organisation“ sowie „Bombendrohungen und verdächtige Postsendungen“. Die VSW und die Dozenten erhalten von den Teilnehmern der Lehrgänge regelmäßig sehr gute Rückmeldungen zu den fachlichen Inhalten, dem Nutzen für die Praxis, den Auftritt der Referenten sowie die Organisation der Veranstaltungen.

Gero Dietrich, Geschäftsführer der Vereinigung für die Sicherheit der Wirtschaft e. V.

Bereits erschienen in DSD-Der Sicherheitsdienst 03-2018

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