Fachartikel aus PROTECTOR 4/09, S. 43

Hausalarmanlagen in Schulen Blau machen

Blaue Handfeuermelder mit der Beschriftung „Hausalarm“ sind mehr als ein Klingelknopf. Sie sind elementarer Bestandteil von Hausalarmanlagen, die gerade in Schulen eine geeignete Lösung zur Alarmierung darstellen.

Eine Hausalarmanlage (HAA) ist eine sicherheitstechnische Einrichtung, und dient in einem Gebäude zur Warnung von Personen vor einer Gefahr. Die örtliche Alarmierung erfolgt bei diesen Anlagen durch Alarmgeber. Das sind im einfachsten Fall Sirenen, die einen genormten Ton abgeben. In Bauten, in denen als Bestandteil der Uhrenanlage zusätzlich auch Signalgeber zur Pausensignalisierung (in Schulen beispielsweise die Schulklingel) benötigt werden, sind Schulsignalisierungen die geeignete Lösung.

Darüber hinaus setzt man auch Geräte ein, die zusätzlich zur akustischen Signalisierung mit optischen Signalen für Hausalarm und Pausensignal ausgestattet sind. Diese Geräte nutzt man vor allem dort, wo eine Ansammlung einer Sirene, einer Klingel und einer Blitzleuchte nicht gut aussehen würde. In jedem Fall ist es wichtig, dass sich der Hausalarm von anderen Signalen unterscheidet, und den allgemeinen Geräuschpegel jederzeit um zehn Dezibel(A) übersteigt - und damit auch deutlich wahrnehmbar ist. In Schulen geht man beispielsweise von einem Geräuschpegel von ungefähr 65 Dezibel(A) aus. Das bedeutet, dass die Signalisierung im Klassenraum nicht unter 75 Dezibel(A) liegen darf. Bringt man den Signalgeber im Flur an, muss bereits bei der Planung der Schallschutz der Türen und die Entfernung zum nächsten Signalgeber berücksichtigt werden.

Gut sichtbar und frei zugänglich

Einen Hausalarm löst man an den blauen Handfeuermeldern aus. Dazu schlägt man, wie bei einem roten Feuermelder, die Scheibe ein und drückt den Knopf. In besonders gefährdeten Bereichen sowie in Flucht- und Rettungswegen sollte der Abstand zwischen zwei Meldern nicht mehr als 40 Meter betragen. Die Melder müssen gut sichtbar und frei zugänglich im Gebäude angebracht sein. Zu bestimmten Zwecken können auch automatische Melder, wie Rauch- oder Wärmemelder in der Anlage eingebunden sein.

Bei einer Hausalarmanlage handelt es sich nicht um eine Brandmeldeanlage (BMA) im Sinne der dafür geltenden Normen. Dennoch kommen einfache Zentralen aus dem Brandmeldebereich auch als Hausalarmzentralen zum Einsatz. Durch die Vielzahl von Signalgebern in einem Gebäude reichen jedoch häufig die Netzteile der Zentralen nicht aus. Unterbrechungsfreie Gleichstromversorgungen (DC-USV) gewährleisten auch bei einem Stromausfall von bis zu drei Tagen einen sicheren Betrieb der Anlage. Diese Geräte stellen permanent akkumulatorgepuffert Gleichspannung zur Verfügung. Sie zeigen Störungen, wie Netzausfall, Defekte im Ladeteil oder einen Ausfall der Akkumulatoren, an und leiten sie an Störmeldesysteme weiter.

Überwachte Leitungen

Damit sichergestellt ist, dass die Signalgeber bei einem Alarm auch tatsächlich ertönen, ist es wichtig, die Leitungen zu den Signalgebern ständig auf Funktionsstörungen durch Drahtbruch, Kurzschluss oder Erdschluss zu überwachen. Dazu setzt man eine Signalleitungsüberwachung ein. Die Fehler an den Signalleitungen zeigt das Gerät selbst an, gibt sie aber auch an externe Störmeldesysteme einer ständig besetzten Stelle weiter.

Eine Hausalarmanlage verfügt über ein eigenes Leitungsnetz, das im Brandfall einen Funktionserhalt von mindestens 30 Minuten sicherstellen muss, sofern es sich nicht um Ringleitungen handelt. Die Art der Leitungsverlegung ist in einer Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Leitungsanlagen festgelegt.

Hausalarmanlagen projektieren und errichten Fachfirmen, die die Anlagen später auch instand halten. Die Alarmorganisation mit den erforderlichen Maßnahmen legt üblicherweise der Betreiber gemeinsam mit dem Planer sowie gegebenenfalls dem Sicherheitsbeauftragten fest.

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