Fachartikel vom 01/30/2015

VfS-Tagung JVA Technik und Prozessketten

Die inzwischen achte Auflage der Fachtagung JVA des Hamburger Verbandes für Sicherheitstechnik (VfS) verdeutlichte erneut: Das Interesse am persönlichen und direkten Erfahrungsaustausch mit Fachkollegen bleibt ungebrochen.

Bild: Seifert
Die Podiumsdiskussion macht den Austausch zwischen Anwendern, Aufsichtsgremien, Anbietern und Dienstleistern direkter. (Bild: Seifert)

Auch die Kommunikation mit den Spezialisten für die breite Palette der Aufgaben- und Verantwortungs-bereiche von Technik, Personaleinsatz und -befähigung, psychologischer Therapierung bis Bau und Modernisierung im Justizvollzug ist für die Teilnehmer aufschlussreich. Und so fanden sich etwa 270 Verantwortliche der Ministerien der Länder und der Anstalten, Entscheider aus Baubehörden und Planungsbüros, Hersteller von Sicherheitstechnik und Dienstleister zu Spezialistenvorträgen, Industrieausstellung und Diskussionsrunden unter der Überschrift „Planung und Realisierung von Bauvorhaben“ traditionell im Berufsförderungswerk Nürnberg.

„Wir orientieren uns bei der Auswahl der Themen einzig am geäußerten Informationsbedarf unserer Teilnehmer“, so VfS-Verbandsgeschäftsführer Wilfried Joswig. Dabei, versichert er, bleibe die Betrachtung und Weiterentwicklung der Technik im Fokus. Zunehmend jedoch ginge es um den gesamten Prozess, also um die effiziente Schaffung der Bedingungen für deren Einsatz. Und so thematisierten die Vorträge Bauordnungsvorschriften sowie deren normgerechte ressourceneffiziente Umsetzung in Theorie und insbesondere Praxis.

Umbau mit Kompromissen

Nach erfolgreicher Premiere zur JVA VII im Jahr 2013 widmeten sich mit Michael Stumpf, JVA München, Hans Amannsberger, JVA Straubing, dem Mannheimer Brandsachverständigen Frank D. Stolt und Eberhard Dahme, Staatliches Hochbauamt Landshut zwei Anwender mit einem Dienstleister und einer Aufsichtsbehörde in einer facettenreichen Podiumsdiskussion den verschiedenen Aspekten von Neubau beziehungsweise Bauen und Modernisieren im Bestand. Naheliegend, dass dem Neubau der Vorrang eingeräumt wurde. Dennoch müsse häufig der aufwendigere und mit Kompromissen behaftete Umbau realisiert werden.

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Die Ruhe täuscht: Während der Tagungspausen waren die 30 Produktpräsentationen in der Fachausstellung dicht umringt. (Bild: Seifert)

Ständige Entwicklung sei bei einer Vielzahl biometrischer Verfahren zu finden, so der Tenor des Technikvortrages von Alexander Nouak, Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD Darmstadt. Datenschutz und Schutz der Identitäten der Nutzer hätten bei deren Einsatz oberste Priorität, so seine Forderung nach einheitlichen europäischen Verschlüsselungsstandards. Allerdings, so sein Fazit nach der Erläuterung auch weniger geläufiger Techniken zur Identifikation oder Verifikation, sei die Technik bereits wesentlich weiter als die Umsetzung und der Einsatz.

Technik und deren Rahmenbedingungen

Die Betrachtung der Technik und in stärkerem Maße auch der Rahmenbedingungen für deren wirkungsvollen Einsatz mache einen wesentlichen Teil der Arbeit des VfS aus, so Wilfried Joswig in seinem Abschlussvortrag. Am Beispiel des Positionspapiers zum Einsatz biometrischer Verfahren in Justizvollzugsanstalten stellte er ein neues VfS-Format vor. „Hierin werden eigene und Vorschlagsthemen kompakt beschrieben und entsprechendes Expertenwissen schnell und breit verteilt“, warb er für Themenvorschläge und lud Spezialisten als Autoren ein. Zudem verdeutliche sich seiner Aussage nach mit der Veranstaltung ebenso wie mit der Neuauflage des Handbuchs Perimetersicherung der erweiterte Anspruch der Hamburger Sicherheitsspezialisten: Neben der Technik werde nun die komplette Prozesskette behandelt.

Karsten Seifert

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