News vom 08/12/2009

Entführungsrisiko Wikipedia zur Opfersuche genutzt

Die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia ist in den vergangenen Jahren zu einem enormen Wissensreservoir geworden. Doch auch Kriminelle bedienen sich hier, um Informationen über mögliche Entführungsopfer zu erhalten.

Die Datenmengen sind in erster Linie Wikipedia Open-Source-Ansatz zu verdanken, der es jedem Besucher ermöglicht, relevante Fakten zu einem bestimmten Artikel hinzuzufügen oder einen gänzlich neuen Eintrag zu erstellen. Andere User, Administratoren und auch fest angestellte Redakteure bemühen sich um eine ständige Qualitätskontrolle.

Dennoch kann es - gerade auch bei Personen - zu Einträgen kommen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. So auch im Fall des in Afghanistan entführten Reporters David Rohde, der sich sieben Monate in der Hand von Kidnappern befand. Um die Entführung vor der Öffentlichkeit geheim zu halten und somit das Leben des Reporters nicht aufs Spiel zu setzen, wurden entsprechende Entführungs-Einträge bei Wikipedia gelöscht. Um Neueinträge zu verhindern, wurde die Seite bis zu seiner Flucht eingefroren, also für die Bearbeitung gesperrt - eine übliche Vorgehensweise, wenn es um strittige Passagen geht.

Auch ist es gängige Praxis von Entführern, über das Internet Informationen zum „Wert“ ihrer Geiseln einzuholen. Wie prominent ist das Opfer, wie vermögend ist es und wie sieht das Privatleben aus? Zunehmend geraten auch die Familienangehörigen von Managern oder vermögenden Personen ins Visier der Täter.

Um zu testen, ob derartig private Öffentlichkeitsauftritte von einem selbst zu finden sind, muss man seinen Namen nur in eine gängige Suchmaschine eintippen. Sollte man dabei etwas finden, dass nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist, empfiehlt die Unternehmensberatung für Sicherheitsdienstleistungen Corporate Trust eine zeitnahe Konsultation von Experten.

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