Fachartikel aus PROTECTOR 7-8/2011, S. 22 bis 23

Videomanagement für NSL Ein System für alle Fälle

Um Unternehmenswerte oder privates Eigentum ihrer Kunden zu schützen, müssen Sicherheitsdienstleister immer auf dem neusten Stand der Technik sein. Gerade beim Videomanagement gilt diese Aussage, entwickelt sich doch gerade dieses Segment rasant – und bietet vielfältige Möglichkeiten, sich im Dickicht von proprietären Lösungen zu verirren.

Bild: Accellence
Die NSL von Pro Control arbeitet mit einer herstellerneutralen Videomanagementlösung. (Bild: Accellence)

Protection One wurde 1997 mit dem Ziel gegründet, eine 24-Stunden-Live-Fernüberwachung in Deutschland flächendeckend als Dienstleistung anzubieten.Das Unternehmen wollte dabei auch zu den ersten Dienstleistern gehören, die ihren Kunden die Vorteile moderner Videoüberwachung im Zusammenspiel mit Einbruchmeldeanlagen bieten. Diese Systeme konnten lange Zeit nur Bildfolgen von sechs Einzelbildern in mäßiger Qualität liefern. Im Jahr 2004 suchte das Unternehmen daher für seine Notruf- und Service-Leitstelle (NSL), die inzwischen von der Tochtergesellschaft Pro Control betrieben wird, eine Videomanagementlösung.

Herstellerunabhängigkeit ist entscheidend

„Wir wollten ein zentrales Videomanagementsystem, mit dem Bildquellen unterschiedlicher Hersteller aufgeschaltet, bedient und gespeichert werden können“, erinnert sich Swen Peine, Produktmanager bei Protection One und Projektverantwortlicher für die Einführung des Systems. „Diese Herstellerunabhängigkeit war uns angesichts der rasanten Entwicklung im Videobereich äußerst wichtig. Wir wollten einerseits individuell auf die Anforderungen unserer Kunden eingehen können und andererseits keinen eigenen Arbeitsplatz für jeden Hersteller einrichten und die Mitarbeiter darauf schulen müssen.“

Protection One entschied sich schließlich für Ebüs, das Einheitliche Bildübertragungssystem von Accellence Technologies. Der Anbieter konnte eine zukunftsfähige Lösung anbieten, die entsprechend den Anforderungen der NSL wachsen und sich entwickeln konnte. Zugleich konnte Accellence weitere Anforderungen von Protection One erfüllen: Trotz der Tatsache, dass das damals in der Leitstelle verwendete Leitstellen-Managementsystem Horus aus Frankreich ein Exot auf dem deutschen Markt war, hat Accellence zügig eine Kommunikationsschnittstelle zu Ebüs geschaffen. Darüber hinaus integrierte der Lieferant auf Wunsch von Protection One Videorecorder von Sanyo in sein System und sagte den entsprechenden Service für weitere Bildquellen zu. Schließlich überzeugten die einfache Bedienung und Bearbeitung von Alarmen, der Funktionsumfang sowie die Möglichkeit, in Ebüs Bilder, Daten und Konfigurationen zentral zu speichern und zu verwalten.

Perfektes Zusammenspiel

„Bei einer Alarmauslösung wird sofort eine Hör-, Sprech- und Sichtverbindung zwischen den überwachten Räumlichkeiten und unserer Notrufzentrale hergestellt“, erklärt Swen Peine. Protection One bietet so in der NSL (Pro Control) ein perfektes Zusammenspiel aus optischer und akustischer Verifikation und einer gezielten Täteransprache, welche unmittelbare Maßnahmen ermöglicht. „Durch die Reaktionsfähigkeit innerhalb von Sekunden nach Alarmauslösung entsteht ein erheblicher Zeitvorsprung gegenüber klassischen Alarmanlagen mit der Konsequenz, dass die Täter meist in die Flucht geschlagen werden, bevor sie größeren Schaden anrichten können“, sagt Swen Peine.

Moderne Technologie spart Kosten

Pro Control nutzt in der Notruf- und Service-Leitstelle inzwischen sechs Ebüs-Arbeitsplätze und fünf so genannte Test- und Konfigurationsplätze, die das Unternehmen in seinem Kunden-Support einsetzt. Mit diesen Test-Arbeitsplätzen haben die Mitarbeiter der Hotline nicht nur die Möglichkeit, Aufschaltungen zu testen und vorzukonfigurieren, sondern sie können bei Problemen oder Störungen beim Kunden auch helfend eingreifen. Zehn verschiedene Arten von Bildquellen sind gegenwärtig aufgeschaltet. Inzwischen sind es rund 3.500 Kameras, die ihre Daten über unterschiedliche Übertragungswege an Ebüs liefern. Die Mitarbeiter in der NSL bearbeiten zwischen 700 und 800 Alarmen täglich.

Kontinuierlicher Ausbau

Accellence und Ebüs haben Protection One und Pro Control im Lauf der Jahre bei Umzügen der Leitstelle, dem Wechsel des NSL-Managementsystems sowie der Integration zahlreicher neuer Bildquellen und Funktionen begleitet. Zahlreiche Anpassungen an Ebüs und an einzelnen Bildquellen wurden von Accellence realisiert, um die Prozesse bei Pro Control optimal zu unterstützen.„Wir sind mit dem Service von Accellence sehr zufrieden. Unsere Anfragen werden kurzfristig beantwortet und Wünsche fachlich kompetent analysiert und zeitnah umgesetzt“, sagt Swen Peine. „Dabei spielt auch die aktive Zusammenarbeit mit den Herstellern der Bildquellen eine wichtige Rolle. Dies wurde zuletzt bei der Integration von Seetec in Ebüs unter Beweis gestellt.“

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