Die 12. Luftsicherheitstage widmeten sich den aktuellen Herausforderungen für die Sicherheitsbranche.
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Die 12. Luftsicherheitstage widmeten sich den aktuellen Herausforderungen für die Sicherheitsbranche.

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12. Luftsicherheitstage: Sicherheitsbranche meistert Herausforderungen

Die 12. Luftsicherheitstage widmeten sich den aktuellen Herausforderungen für die Sicherheitsbranche.

Nach einer zweijährigen, coronabedingten Zwangspause fanden in der letzten Woche die 12. Luftsicherheitstage des BDLS und des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam statt, die die Herausforderungen für die Sicherheitsbranche in den Fokus stellten. Den rund 250 teilnehmenden Fachleuten aus dem Bereich der Luftsicherheit wurde an zwei Tagen ein interessantes Programm rund um das Motto „Mit (Luft-)Sicherheit raus aus der Krise!“ geboten.

Luftsicherheitstage thematisiert neue Lösungsansätze im Luftverkehr

Sie hätten die Pandemie letztendlich gut gemeistert – das System Luftsicherheit sehe sich aber auch weiterhin mit vielen Herausforderungen konfrontiert, die man gemeinsam mit allen Akteuren angehen müsse, so BDLS-Präsident Udo Hansen. Hierzu wurden einige interessante Lösungsansätze und Strategien skizziert. Es sei wichtig, den Dialog endlich wieder von Angesicht zu Angesicht fortzusetzen – denn die Herausforderungen beträfen alle am Prozess Beteiligten. Dass dieser nunmehr wieder persönlich stattfinden könne, sei eine große Chance. Klar sei aber: Bei der Sicherheit dürfe es keine Abstriche geben, so der Vertreter des Bundespolizeipräsidiums, Carsten Glade.

Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch den Präsidenten des BDLS sowie den Vertreter der Bundespolizei, dem Abteilungsleiter für Gefahrenabwehr im Bundespolizeipräsidium, Direktor in der Bundespolizei, Carsten Glade, die jeweils die größten Herausforderungen auf Auftraggeber- sowie Auftragnehmerseite darstellten, erläuterte BKA-Direktor Oliver Krambrich eindrücklich die aktuelle Gefährdungslage für den zivilen Luftverkehr aus den Phänomenbereichen der politisch motivierten Kriminalität.

Luftsicherheit: Zu viele Zuständigkeiten am Flughafen

Udo Hansen, Präsident des BDLS, äußert sich zur Situation an deutschen Flughäfen in diesem Sommer und zur Perspektive der Luftsicherheit.
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Für die drei Tätigkeitsbereiche der Sicherheitsdienstleister nach §§ 5, 8 und 9 Luftsicherheitsgesetz - die Passagier-, Personal- und Waren- sowie Frachtkontrolle - gaben mit Oliver Damer, Geschäftsführender Direktor I-Sec Deutsche Luftsicherheit SE & Co. KG, Andy-Matthias Müller, Geschäftsführer Securitas Aviation Service GmbH & Co. KG, und Peter Haller, Geschäftsführender Gesellschafter All Service Sicherheitsdienste GmbH, Vertreter der ausführenden Sicherheitsunternehmen einen Rück- und Ausblick auf die Tätigkeitsfelder. Der Leitende Polizeidirektor Rene Kexel, Leiter der Bundespolizeiinspektion Flughafen BER, schilderte zudem die bundespolizeiliche Sicht auf die Passagierkontrollen, und Dipl.-Verw. (FH) Tobias Pundschus, Abteilungsleiter Unternehmenssicherheit, Notfall- und Krisenmanagement Flughafen Hannover-Langenhagen GmbH, verdeutlichte die Situation am konkreten Beispiel dieses Flughafens. Im Anschluss an diese Vorträge fand eine Podiumsdiskussion mit den Herren Kexel, Müller und Haller sowie Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, zum Thema „Erfahrungen aus der Krise - Was haben wir gelernt?“ statt.

Der zweite Tag der Veranstaltung befasst sich mit konkreten Beispielen der bevorstehenden Herausforderungen für den Luftverkehr. Er startete mit einem Sachstandsbericht „Frankfurt Neue Welt“ von Kerstin Kohlmetz, Präsidentin der Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt am Main, und Alexander Laukenmann, Fraport AG, Senior Executive Vice President Aviation. Es folgte ein Bericht über die aktuelle und zukünftige Vertragsgestaltung zwischen der Bundepolizei und den Sicherheitsdienstleistern von Polizeidirektor Thomas Mania, BPOLP, Referat 24, sowie jeweils einem Bericht zu aktuellen Entwicklungen in der Luftsicherheit aus Sicht des Bundesinnenministeriums, von Ministerialrat Dr. Sven Berger, Referatsleiter B 3 im BMI, und zu den Anforderungen an Luftsicherheitsausrüstung, von Direktor BPOL Rainer Weinzierl, Referatsleiter B 6 im BMI.

Sicherheitswirtschaft mit neuen Konzepten zur Mitarbeitergewinnung

Das für die Sicherheitsdienstleister so wichtige Thema der Mitarbeitergewinnung im Bereich Luftsicherheit stellte Nicole Ebner, Geschäftsführerin der Frasec Luftsicherheit GmbH, detailliert dar. Für den Bereich der Luftfracht referierten LUG Aircargo Handling GmbH-Geschäftsführer Rainer Wittenfeld und Nina Strippel, Chief Operating Officer, zu „Luftfracht: Bewegt durch die Krise“.

In ihren Schlussworten brachten Polizeidirektor Mania und Hansen zwei Tage voller interessanter Vorträge, Gespräche und Diskussionen letztendlich auf einen Punkt – die Luftsicherheit sei und bleibe ein so wichtiger Aspekt des Luftverkehrs, dass man als Akteure auch für die Zukunft weiterhin das höchstmögliche Sicherheitslevel beibehalten müsse, sich aber den nun auf sie zukommenden Herausforderungen noch stärker als Gemeinschaft entgegenstellen müsse. Es gehe um ein Gesamtsystem, bei dem nicht die einzelnen „Player“ maßgeblich seien, sondern das Zusammenspiel und das Resultat „Sicherheit“, das höchste Priorität haben müsse, so Hansen.