BDSW/BVSW

2. Gemeinsame Bayerische Sicherheitstage

Teil 2

Zum Image der Sicherheits-dienstleister erklärte Stüllenberg: „Image fördernde Maßnahmen wirken nur, wenn sie mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Die Sicherheits-dienstleister werden in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, weil alle das Gleiche sagen, und dadurch unglaubwürdig sind. Natürlich wirbt keiner mit der Aussage 'Wir bilden unsere Mitarbeiter nicht aus, aber dafür sind wir billig', oder 'Wir haben in diesem Sektor keine Erfahrung, aber wir versuchen es bei Ihnen'.“ Hier müssten Dienstleistungen weiterentwickelt werden und einen zielorientierten Einsatz von Personal und Technik versprechen, die den Anforderungen des Kunden entsprechen.

Unterstützung für die Polizei

Der Bayerische Staatsminister des Innern, Joachim Herrmann, betonte, dass trotz höchstem Personalstand der bayerischen Polizei die Kooperation mit privaten Sicherheitsdienstleistern unverzichtbar sei. Als Beispiele nannte er den Einsatz privaten Sicherheitpersonals beim Oktoberfest und bei Fußballspielen. Zum Imagefaktor Sicherheit in Deutschland bezog Dr. Hans-Peter Uhl (Vorsitzender der Arbeitsgruppe Innenpolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, MdB) Stellung. Waldemar Kindler, zum Veranstaltungszeitpunkt noch Bayerns Landespolizeipräsident, gab Einblicke in die Sicherheit in Bayern, die zum Image der Region beiträgt.

BDSW-Hauptgeschäftsführer Dr. Harald Olschok konnte diese Trends mit Zahlen belegen. So halten laut einer aktuellen Umfrage der Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung (GMS) 76 Prozent der Befragten private Sicherheitsdienste für die innere Sicherheit in Bayern für wichtig. Auch eine Forsa-Umfrage von 2013 ergab, dass sich in Bayern 73 Prozent der befragten Fahrgäste sicher fühlen, wenn Sicherheitspersonal in öffentlichen Verkehrsmitteln mitfährt. In Bahnhöfen und an Haltestellen fühlen sich sogar 91 Prozent der Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs sicher, wenn Sicherheitspersonal in der Nähe oder schnell erreichbar ist.

Einzelpersonen schädigen Branchen-Image

Auf die Imagefaktoren bei Polizei und Sicherheitsdiensten ging Hermann Benker (Landesvorsitzender der DPolG Deutschen Polizeigewerkschaft im dbb) ein. Er zeigte, wie das unverhältnismäßige Verhalten von Einzelpersonen und aggressive Berichterstattung das Ansehen der gesamten Polizei schädigen können – eine Problematik, die auch die Sicherheitsdienstleister betrifft.

Rechtsanwalt Dr. Stefan Kursawe (Partner von Heise Kursawe Eversheds Rechtsanwälte) stellte deshalb die Auswirkungen von Schadensfällen und negativen Schlagzeilen auf das Unternehmensimage vor. So habe ein Sicherheitsdienstleister maximal 36 Stunden Zeit, um bei einem unerwünschten Vorfall die öffentliche Berichterstattung zu beeinflussen. „Bei Social Media sind es allerdings nur drei Stunden“, gab Dr. Kursawe zu bedenken. Seine Empfehlung: „Geben sie der Krise ein Gesicht, zeigen Sie Emotionen und Mitgefühl, geloben Sie Besserung – und ziehen Sie sichtbare Konsequenzen in Form von Strukturänderungen oder Compliance-Einführung.“

Externe integrieren, Azubis führen

Die Anforderungen an das Imagebild der Sicherheitsbranche aus Sicht der Wirtschaft stellten Reinhard Noske (Sicherheitschef der Linde AG) und Alexander Borgschulze (Leiter Sicherheitsbereich Security der Flughafen München GmbH) dar. Sie betonten, dass eine starke Identifikation mit dem Auftraggeber, Transparenz und Dokumentation der Leistungen sowie klare Zuständigkeiten ein merkbares Sicherheitsplus hervorbrächten.

Zur langfristigen, vertrauensvollen Bindung gehöre auch, dass die externen Sicherheitsdientleister integriert würden und zusammen mit den Mitarbeitern den Pausenraum nutzen, in der Kantine essen und auf dem Firmenparkplatz parken dürften, so Katharina Fügen, Studentin an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) die ihre Bachelor-Thesis zum Thema „Das Image der Branche der Sicherheitsdienstleister“ verfasst hat. Zudem sei es wichtig, Verbesserungsvorschläge der Sicherheitsmitarbeiter anzuhören und ernst zu nehmen. Sie sprach auch die Missstände in der Ausbildung an, wo Azubis Doppelschichten schieben müssen, so dass sie in der Berufsschule einschlafen.

Über solche Missstände konnte auch BVSW-Geschäftsführer Heinrich Weiss aus seiner Erfahrung als Berufsschullehrer berichten. Fast die Hälfte der Azubis in der Sicherheitsbranche lösen ihren Vertrag vorzeitig auf. Als Gründe nannte Weiss einige: Feiertage werden nicht als freie Tage gewertet, Nachtschichtzulagen nicht gezahlt, die Unterrichtung nach §34a muss selbst gezahlt werden, ebenso die Observation mit dem Privat-PKW, und auch der Einsatz eines Azubis als kostengünstiger Objektleiter kommt vor. Er beleuchtete das Thema „Personalführung als Imagebildung“ und erklärte: „Führen bedeutet, Vorbild sein. Und Personalführung heißt: schnelle Antworten, eindeutige Weisungen und Kommunikation mit dem Mitarbeiter.“ Neben der Empathie für den Mitarbeiter sei auch eine ergebnisorientierte Aufgabenbeschreibung notwendig, die dem Mitarbeiter die erwartete Leistung vor Augen führt. Motivation erfährt der Mitarbeiter dann durch ein ehrlich gemeintes Lob als Rückmeldung – oder aber auch durch konkrete Kritik.

Britta Kalscheuer

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Foto: Arning/BDSW

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2. Gemeinsame Bayerische Sicherheitstage

Am 18. und 19. Juni 2013 fanden in München die zweiten gemeinsamen Bayerischen Sicherheitstage von BVSW und BDSW statt. In diesem Jahr standen die Außendarstellung und Imagebildung bei Bayerns Sicherheitsdienstleistern auf der Agenda.

Foto: Kalscheuer

Bayerischer Sicherheitstag von BDSW und BVSW

Sicherheit in der Zukunft

Beim 7. Bayerischen Sicherheitstag von BDSW und BVSW in München standen die großen Fragen der Sicherheitswelt auf der Agenda: Wie entwickelt sich die Branche? Was sind die rechtlichen Rahmenbedingungen? Wo liegen die Sicherheitsrisiken von morgen? Und warum sehen wir Donald Trump nie lachen?

Foto: Kalscheuer

BDSW- und BVSW-Sicherheitstage

Sensible Trennung von Polizei und Privaten

Rund 100 Teilnehmer folgten am 16. und 17. Oktober 2012 der Einladung zu den 1. Gemeinsamen Bayerischen Sicherheitstagen, die BVSW und BDSW ausgesprochen hatten. Auf der Agenda standen aktuelle Herausforderungen für private Sicherheitsdienste: Mindestlohn, Qualität, Zertifizierung, Demografie und Abgrenzung zum Polizeidienst.

Foto: Kalscheuer

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Bayerischer Sicherheitstag zu „Sicherheit 4.0“

Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) und der Bayerische Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW) organisieren auch in diesem Jahr wieder ihren gemeinsamen Bayerischen Sicherheitstag am 6. Juli 2015 in München, diesmal zum Thema "Sicherheit 4.0".