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BDSW-Präsident Gregor Lehnert forderte auf der 55. Jahresmitgliederversammlung erneut ein eigenständiges Gesetz für die Sicherheitswirtschaft.
Foto: Annabelle Schott-Lung
BDSW-Präsident Gregor Lehnert forderte auf der 55. Jahresmitgliederversammlung erneut ein eigenständiges Gesetz für die Sicherheitswirtschaft.

Verbände

55. Jahresmitgliederversammlung des BDSW

Im Rahmen seiner Jahresmitgliederversammlung betonte BDSW-Präsident Gregor Lehnert die Bedeutung eines Gesetzes für die Sicherheitswirtschaft.

Aktuelle Fragen die Sicherheitswirtschaft betreffend standen im Fokus der 55. Jahresmitgliederversammlung des BDSW in Hamburg. Die private Sicherheitswirtschaft ist in Deutschland für die Innere Sicherheit unverzichtbar geworden – dies ist mittlerweile Konsens. Nun ist die Politik gefragt, die Weichen für die Branche so neu auszurichten, dass sie ihrer Aufgabe in jeglicher Hinsicht gerecht werden kann. Man freue sich, dass die Arbeiten an einem eigenständigen Gesetz für die Sicherheitswirtschaft nun Fahrt aufnehmen würden und man erwarte viele positive Veränderungen, aber dadurch natürlich auch vielschichtige Herausforderungen, so BDSW-Präsident Gregor Lehnert im Rahmen der Jahresmitgliederversammlung des Verbandes in Hamburg.

Die Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministeriums des Innern und für Heimat, machte deutlich, dass nun auf politischer Ebene konkret an den so dringend notwendigen neuen Rahmenbedingungen für die Branche gearbeitet werde und eine zeitnahe Umsetzung des neuen „Sicherheitsgewerbegesetzes“ möglich sei. Das Sicherheitsgewerbe habe einen festen und anerkannten Platz in der Gewerbelandschaft, und die Bundesregierung erkenne ihren Beitrag zur Sicherheit in Deutschland an, so Schwarzelühr-Sutter.

Staatsrat Jan Pörksen, Chef der Senatskanzlei und des Personalamtes Hamburg, äußerte Verständnis für die Anliegen der Sicherheitswirtschaft, dass die Zuverlässigkeitsüberprüfungen bei neuen Beschäftigten beschleunigt werden müsse. Man werde in Hamburg versuchen, diese Prozesse durch Digitalisierung und Schulungen der Behördenmitarbeiter zu optimieren, so Pörksen. Auch André Trepoll, Mitglied und Vizepräsident der Hamburger Bürgerschaft, stellte die Bedeutung der Sicherheitswirtschaft für Hamburg heraus.

Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer unterstrich die gute Zusammenarbeit zwischen der Polizei Hamburg und der BDSW Landesgruppe Hamburg im Rahmen der seit 2002 bestehenden Sicherheitspartnerschaft. Diese trage wesentlich zur Standortsicherheit in Hamburg bei, lobte Meyer die Kooperation.

Die BDSW-Mitglieder trafen sich im Anschluss an den öffentlichen Teil der Veranstaltung noch zu ihrer internen Mitgliederversammlung, um die aktuellen und anstehenden Herausforderungen rund um die Branche zu erörtern.

5. BDSW-Mitarbeiterpreis

Der BDSW verlieh im Rahmen seiner 55. Mitgliederversammlung den nunmehr 5. BDSW-Mitarbeiterpreis. Er freue sich sehr, auch in diesem Jahr drei Beschäftigte aus den Mitgliedsunternehmen vorstellen und auszeichnen zu dürfen, an deren Beispiel sich zeigen lasse, mit welcher Einsatzbereitschaft, Aufmerksamkeit und Hingabe in der Sicherheitsbranche gearbeitet werden könne, so Lutz Kleinfeldt, Juryvorsitzender und BDSW-Vizepräsident. Immer wieder gebe es Situationen im Berufsalltag der Beschäftigten, die diese an die Grenzen dessen bringen, was als „normaler Job“ bezeichnet werden kann - aber besonders diese Momente zeigten dann, wie wichtig es in der Branche sei, gutes Personal zu haben.

Obwohl alle Bewerbungen Beschäftigte gezeigt hätten, die ein hohes Maß an Einsatz während ihrer Tätigkeit oder im Zusammenhang damit gezeigt hätten, seien die ausgewählten drei Mitarbeiter deutlich aus den restlichen Bewerbungen hervorgestochen, betont Kleinfeldt in seiner Laudatio. Mitarbeiter wie die ausgezeichneten Beschäftigten seien das Aushängeschild der Branche und sorgten dafür, dass eine Branche, die oft mit negativen Schlagzeilen zu kämpfen habe, auch strahlen könne.

Die diesjährigen Gewinner sind Bernd Jankowski, Wach- und Schließgesellschaft mbH & Co.KG Mönchengladbach (1. Platz), Robert Bako, Pond Security Service GmbH am Standort Landstuhl (2. Platz) und Oliver Heinrich, Bremer Niederlassung der Kötter SE & Co. KG Security, Hamburg (3. Platz).

1. Platz Bernd Jankowski hat in einer Nachschicht in der Leitstelle einer Bank eindrucksvoll bewiesen, welche Fähigkeiten und welches Maß an Aufmerksamkeit er während seiner Tätigkeit an den Tag legt. In der Leitstelle sind u.a. eine Vielzahl von Videoüberwachungen aufgeschaltet, die Livebilder aus allen SB-Bereichen der örtlichen Bankfilialen zeigen. Gegen 3 Uhr in der Nacht wurde Herr Jankowski auf die Bilder aus einer der Geschäftsstellen aufmerksam. Ein älterer Mann wurde von einem jüngeren Mann zum Geldautomaten begleitet. Bis auf die Tatsache, dass dies mitten in der Nacht passierte keine besondere Situation. Herr Jankowski verlies sich aber glücklicherweise auf seinen Instinkt, dass es sich bei der Situation, die er gerade beobachtete, eben doch nicht um eine reguläre SB- Bereich Situation handelte. Er verständigte die Polizei und schilderte während deren Anfahrt die Situation, die er live beobachtete. Kurze Zeit später wurde auf den alten Mann eingeschlagen und er wurde zu Boden geworfen. Nur Sekunden später erfolgte der Zugriff der Polizei. Herr Jankowski hat durch seine besonders aufmerksame Beobachtung und sein feinfühliges Gespür für die Situation dafür gesorgt, dass dem alten Mann, der zum Abheben des Geldes gezwungen werden sollte, nicht noch Schlimmeres passierte und dass die Polizei den Täter sofort stellen und in Gewahrsam nehmen konnte. „Wir möchten mit der Wahl von Bernd Jankowski zum Mitarbeiter des Jahres 2021 zeigen, wie wichtig es ist, dass sich die Beschäftigten unserer Branche mit Leib und Seele ihrer Tätigkeit widmen“, so Kleinfeldt. 

2. Platz Robert Bako fand auf seinem täglichen Kontrollgang vor einem Fahrzeug eine stark blutende und an den Unterarmen verletzte Person. Trotz zunächst starker Gegenwehr konnte er das Opfer irgendwann beruhigen und begann die Wunden zu verbinden. Aufgrund des großen Blutverlusts und der Dringlichkeit der Situation, drückte Herr Bako geistesgegenwärtig mit seinen Händen auf die Wunden, um die Blutung zu stillen. Er trug dabei aufgrund des Zeitdrucks keinerlei Schutzhandschuhe, sondern half der verletzten Person ungeachtet der eigenen Gesundheit und rettete so deren Leben. Robert Bako fand auf seinem täglichen Kontrollgang vor einem Fahrzeug eine stark blutende und an den Unterarmen verletzte Person. Trotz zunächst starker Gegenwehr konnte er das Opfer irgendwann beruhigen und begann die Wunden zu verbinden. Aufgrund des großen Blutverlusts und der Dringlichkeit der Situation, drückte Herr Bako geistesgegenwärtig mit seinen Händen auf die Wunden, um die Blutung zu stillen. Er trug dabei aufgrund des Zeitdrucks keinerlei Schutzhandschuhe, sondern half der verletzten Person ungeachtet der eigenen Gesundheit und rettete so deren Leben. „Für Herrn Bako stellte sich gar nicht die Frage, ob er neben der Alarmierung der Rettungskräfte und trotz der starken Abwehrhaltung der verletzten Person, weitere und ganz konkrete Rettungsmaßnahmen durchführen sollte. Er ließ sich nicht davon abhalten zu helfen und hat die Situation besonnen bewältigt“, so Kleinfeldt.

3. Platz

Oliver Heinrich hat von seinem Einsatzort einen Raubüberfall bemerkt. Eine Gruppe von vier Männern hielt ein männliches Opfer fest und durchsuchte es nach Wertsachen. Herr Heinrich entschloss sich einzuschreiten, um dem Opfer zu helfen. Gemeinsam mit anderen Zeugen versuchte er die Räuber zu stellen. Nachdem sie einen der Täter festhalten konnten, versuchte ein anderer Täter diesen gewaltsam zu befreien. Drei Täter konnten fliehen - einer konnte jedoch durch Oliver Heinrich festgehalten werden. Gemeinsam mit einem anderen Zeugen, der sich als Polizist zu erkennen gab, fixierte er den Täter bis zum Eintreffen der Polizei. Sowohl Herr Heinrich als auch weitere Zeugen erlitten bei ihrer Hilfestellung leichte Verletzungen, gaben aber trotzdem nicht auf. „Trotz der Brisanz der Situation ist für Herrn Heinrich Zivilcourage selbstverständlich gewesen, und er hat durch sein beherztes Eingreifen und das - wie er es selbst bezeichnet hat „bei der Arbeit auch über den Tellerrand zu schauen“ einem Menschen geholfen“, lob Kleinfeldt den Preisträger.