Foto: stummi123/ Pixelio.de

Fußballfan-Gipfel

Alkoholverbot im ÖPNV gefordert

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat sich beim Fußballfan-Gipfel der Deutschen Bahn in Frankfurt am Main für deutlich höhere Sicherheitsmaßnahmen bei der An- und Abreise von Fußballfans ausgesprochen.

"Die Verkehrsunternehmen sind dabei wichtige Partner", betonte Herrmann. "Das reicht von der Bereitstellung ausreichender Beförderungskapazitäten bis hin zum Einsatz von genügend qualifiziertem Sicherheitspersonal." Der Innenminister appellierte an die Verkehrsunternehmen, die Zahl der Sicherheitskräfte zu erhöhen und auch die technischen Sicherheitseinrichtungen zu verbessern.

Als Beispiele nannte Herrmann intelligente Videosysteme zum automatisierten Erkennen von Gefahrensituationen und moderne Detektoren im Gleisbett, die bei Personen auf den Gleisen eine Notbremsung einfahrender Züge auslösen. "Ein weiterer wichtiger Ansatz ist ein striktes Alkoholverbot im öffentlichen Personennahverkehr", sagte Herrmann mit Blick auf die positiven Erfahrungen in München und Nürnberg.

Wie die Polizeiliche Kriminalstatistik jedes Jahr erneut bestätigt, ist Alkohol der Aggressionsverstärker Nummer eins. Beispielsweise standen 2011 gut 41 Prozent aller Gewalttäter unter Alkoholeinfluss. Zudem hat eine umfassende Untersuchung der Münchner Verkehrsgesellschaft ergeben, dass insbesondere Betrunkene in Gruppen für die Fahrgäste sehr bedrohlich wirken können. Daher wurde in München bereits 2009 ein Alkoholkonsumverbot unter anderem in U-Bahnen, Tram und Bussen eingeführt. Seit Ende 2011 darf auch in Münchner S-Bahnen kein Alkohol mehr getrunken werden. Auch die Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg hat seit Anfang 2012 ein generelles Alkoholverbot in Straßenbahnen, Linienbussen und U-Bahnen verhängt.

Jedes Wochenende sind Hunderttausende von Fußballfans in Deutschland unterwegs, viele davon nutzen die Angebote der Bahn. "Leider kommt es auch im Schienenverkehr immer häufiger zu Sicherheitsstörungen durch gewaltbereite Personen", erläuterte Herrmann. So werden vor allem in den Bahnhöfen Sachbeschädigungen, Diebstähle und Körperverletzungen begangen. "Das sind nicht mehr hinzunehmende Zustände", machte der Innenminister deutlich. "Ich setze mich daher mit aller Kraft dafür ein, dass alle Verantwortlichen und Beteiligten für friedliche und gewaltfreie Fußballspiele eintreten. Das vertrete ich mit Nachdruck auch auf der Innenministerkonferenz."

Foto: Fotolia/Marcita

Sicherheit im ÖPNV

Emotional aufgeladen

Täglich streben Millionen Bürger mit den Fahrzeugen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu ihrem Gelderwerb. Die Zahlen steigen erfreulich. Und objektiv – also statistisch – ist der ÖPNV auch weitgehend sicher. Doch Realität und Empfinden klaffen deutlich auseinander.

Foto: Siegfried Bellach/ Pixelio.de

Deutsche Bahn

Fußball-Fan-Gipfel gegen Randale geplant

Randalierende Fans in Stadien und Zügen sind nicht erst seit dem chaotischen Ende des Relegationsspiels zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC vom 16. Mai 2012 und den anschließenden Krawallen im Sonderzug nach Berlin ein Problem. DB-Konzernvorstand Gerd Brecht will nun Fans, Vereine und Verbände mit einem Fußball-Fan-Gipfel an einen Tisch bitten, um der Lage Herr zu werden – und womöglich Vereine mehr in die Pflicht zu nehmen.

Foto: MVG/Kerstin Groh

Sicherheit bei der MVG

Sehen und gesehen werden

Immer mehr wird tatsächliche und gefühlte Sicherheit zum Gradmesser der Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Was Wunder, dass die Verantwortlichen der Verkehrsunternehmen hohe Millionensummen in die Steigerung der Sicherheit investieren.

Foto: Plustek

Sicherheit im Nahverkehr durch digitale Videoaufzeichnung

Gesamtlösung von Technik und Mensch

Der Öffentliche Nahverkehr gewinnt heute sowohl in Ballungszentren als auch in deren Umland immer mehr an Bedeutung. Dies belegen laut Statistik die steigenden Fahrgastzahlen der großen Verkehrsverbünde. Die Passagiere erwarten allerdings im Gegensatz zur Fernbahn nicht nur pünktliche An- und Abfahrtzeiten, sondern insbesondere in Ballungsgebieten auch ein Höchstmaß an Sicherheit.