Foto: Mobotix

Flutfrühwarnsystem auf Basis von Videotechnik

Aus Flutkatastrophe gelernt

Zwischen dem 4. und dem 6. November 1994 fielen in der Region Piemont zirka 30 Prozent der Jahresniederschläge. Die Folge dieser extrem hohen Niederschläge: Eine Überschwemmung, die sich zu einer richtigen Katastrophe entwickelte. Unzählige zerstörte Häuser und Straßen zeugten von der zerstörerischen Kraft des Flusswassers, das ohne große Vorwarnung die Region heimsuchte. Grund genug für die Verantwortlichen der Bezirke Langa und Monferrato, sich für ein Frühwarnsystem zu entscheiden, um bei ähnlichen Ereignissen frühzeitig reagieren zu können.

Die „Gemeinschaft der Hügel“ zwischen Langa und Monferrato ist ein Zusammenschluss von acht Landkreisen im Süden der Provinz Asti (Piemont), der eine Fläche von 2.000 Quadratkilometern umfasst und Lebensraum für 25.000 Einwohner ist. Zwischen den grünen Hügeln der Region fließt der Belbo, der zusammen mit dem Tanaro die berühmte Flut von Piemont im Jahr 1994 auslöste. Diese und nachfolgende kleinere Überschwemmungen haben die heutige Landschaft deutlich verändert und neu geformt.

Die Verantwortlichen der Region Langa und Monferrato haben sich deshalb für die Einführung eines Frühwarnsystems entschieden, um bei ähnlichen Ereignissen frühzeitig reagieren und die Bewohner der Region schützen zu können.

Um das System zu finden, das die Ansprüche der Region am besten abdecken kann, hat der Gemeindeverbund das Projekt ausgeschrieben. Die Entscheidung fiel auf eine Videosicherheitslösung, die von den beiden vor Ort ansässigen Systemintegratoren Newtech Informatica und Lan Service vorgeschlagen wurde. Basierend auf der Technologie von Mobotix sollte ein System implementiert werden, das eine drahtlose und breitbandige Verbindung aller acht Regionen ermöglicht und eine verlustfreie Datenübertragung in ein zentrales Kontrollzentrum sicherstellt. Ausschlaggebend für die Wahl des Mobotix-Systems war die exzellente Bildqualität und der in der Kamera integrierte Hochleistungsrechner, der Bildanalysen in der Kamera ermöglicht und so den Datenstrom minimiert.

200 Kameras für besten Überblick

Nach der Entscheidung für die letztendliche Lösung hat Newtech Informatica mehr als 200 Mobotix-Kameras in der Region platziert. Bei der hügeligen Landschaft, die die Region charakterisiert, stellte sich Richtfunk als der bestmögliche technologische Ansatz heraus, um die hochauflösenden Megapixel-Bilder schnell und ohne Qualitätsverlust zu übertragen. Basis dafür ist ein Punkt-zu-Punkt-Backbone-Netzwerk, das vom Unternehmen Alvarion aufgebaut wurde. Dabei erlauben 90 Funkverbindungen die Übertragung von Video, Sprache und Daten in Echtzeit an die Leitstelle, die von der örtlichen Polizei in der Gemeinde Canelli verantwortet wird. Das Personal kann durch die gelieferten Informationen der Kameras die gesamte Region überwachen, notwendige Maßnahmen sofort ergreifen und - wenn notwendig - das Katastrophenschutzteam aktivieren.

Das Frühwarnprojekt zwischen Langa und Monferrato, das zum größten Teil von der Region Piemont und in geringem Maße von den einzelnen an dem Projekt beteiligten Landkreisen finanziert wird, erlaubt die Beobachtung einiger Umwelt-Phänomene, die die Sicherheit der Städte in der Region bedrohen. Das drahtlose Videosicherheitssystem ermöglicht beispielsweise die Überwachung des 100 Kilometer langen Belbo-Stroms, der in der Vergangenheit erhebliche Schäden in der Region verursacht hat. Zusätzlich werden die kleineren Flüsse Tanaro und Tinella beobachtet.

Auf Nachbargemeinden ausgedehnt

Nachdem sich auch die Nachbargemeinden von den Ergebnissen und dem wahren Potenzial des Projekts überzeugt hatten, bekundeten etliche Interesse, das System auch auf ihren Zuständigkeitsbereich - sowohl für den Katastrophenschutz als auch die öffentliche Sicherheit - auszuweiten. So auch die lokale Katastrophenschutzbehörde der Gemeinde Nizza Monferrato. Hier wurden die Arbeiten kürzlich abgeschlossen, eine Erweiterung wird bereits geprüft. Auch die Gemeinde San Marzano Oliveto setzt bereits ein Videosicherheitssystem für das Flut-Monitoring am Belbo ein. Ereignisgesteuerte Alarme der Kameras als auch die Messung von Wasserständen an festen Stationen dienen dazu, den zivilen Katastrophenschutz im Falle von Überschwemmungen zu informieren.

Foto: Johann Schwepfinger

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