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Eventsecurity

Aus- und Weiterbildung ist maßgeblich

Bei der Eventsecurity ist die Kommunikation mit dem Veranstalter einer der wichtigsten Punkte, denn er bestimmt in Übereinstimmung mit den geltenden Vorschriften das Ausmaß der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen.

Der Veranstalter kümmert sich in diesem Zusammenhang um alle Genehmigungen seitens der Behörden, was gerade bei Großveranstaltungen oftmals bedeutet, sich mit unterschiedlichen Anforderungen der Ämter und Behörden auseinanderzusetzen.

Für den Veranstalter stellt sich dabei immer wieder die Frage, welcher Sicherheitsdienstleister der richtige ist, denn die Qualität der Ausbildung der Mitarbeiter kann für den erfolgreichen Ablauf einer Großveranstaltung mitentscheidend sein. Informationen hierüber sind häufig in einem ersten Schritt über das Internet und bei entsprechenden Verbänden zu finden; in einem zweiten Schritt können ferner auch Kommunen oder Behörden Auskunft geben, die bereits mit einem bestimmten Sicherheitsdienstleister zusammengearbeitet haben.

Teamwork optimieren Angesichts der Ereignisse um die Loveparade 2010 hat eine in NRW angesiedelte Projektgruppe Standards für sichere Großveranstaltungen entwickelt. Fachleute aus den Bereichen Feuerwehr, Polizei, Veranstaltungsmanagement, Bevölkerungsschutz und Bauaufsicht sowie aus den Kreisen und Kommunen arbeiten darin zusammen. Ziel ist die Erstellung eines Orientierungsrahmens gewesen, der die Verantwortung des Hauptverwaltungsbeamten klarstellt und die Entscheidungskompetenzen, insbesondere am Veranstaltungstag, eindeutig regelt, um auf auftretende Gefahrensituationen in der gebotenen Schnelligkeit reagieren zu können.

Ein Sicherheitskonzept für eine Großveranstaltung wird dazu gemäß des Orientierungsrahmens von der Kommune geprüft, in der die Veranstaltung durchgeführt wird. Diese setzt für Großveranstaltungen im Freien ein Koordinierungsgremium ein, in dem alle Fachämter und Behörden vertreten sind, die fachlich betroffen sind. Die Ämter und Behörden entscheiden nach eingehender Prüfung des Sicherheitskonzeptes über die in ihrem Bereich angesiedelten genehmigungspflichtigen Abschnitte und können gegebenenfalls Nachbesserungen fordern, die das Gremium dem Veranstalter mitteilt.

Eine ausreichende Qualität der Mitarbeiter von Anbietern von Sicherheitsdienstleistern kann dabei nur über Aus- und Weiterbildung erreicht werden. So arbeiten etwa derzeit zwei Projektgruppen beim Deutschen Fußballbund an einer Qualifizierungsoffensive für Ordnungskräfte in Stadien. Ein weiterer Arbeitskreis, mit gleicher Intention für Ordner bei Veranstaltungen, wurde im März durch den BDWS ins Leben gerufen. Hier ist zu überlegen, ob die Qualifizierung nach § 34a Gewerbeordnung ausreicht oder ob künftig nicht weitere, fachspezifischere Kenntnisse notwendig sind.

Eine solche zusätzliche zu erbringende Zertifizierung eines Sicherheitsdienstleisters oder einzelner Mitarbeiter würde dazu beitragen, insgesamt die Ausbildungsqualität in der Branche zu erhöhen und es „schwarzen Schafen“ erschweren, mit Unterlaufen des Mindestlohns und schlecht ausgebildetem Personal in Konkurrenz mit seriösen Anbietern zu treten. Um ausreichend eigenes qualifiziertes Personal zu beschäftigen, ist es daher wichtig, regelmäßige Schulungen durchzuführen und erfahrenen Kollegen die Möglichkeit zu geben, ihr langjähriges Berufswissen an jüngere Kollegen weiterzugeben. Abgesehen von einem kleiner werdenden Pool geeigneter Bewerber bietet der richtige Mix aus jüngeren und älteren Kollegen Vorteile hinsichtlich des Wissenstransfers in beiden Richtungen.

Zur Person
Ralf Ziewer ist Geschäftsführer der Baysecur GmbH Sicherheitsdienste
*1975-1981 Polizeivollzugsbeamter i. BGS
*1981-1983 BKA-Sicherungsgruppe
*1983-1996 Werkschutz Bayer AG
*1996-Heute Sicherheitsbeauftragter und Leiter Ordnungsdienst Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH
*2003-Heute Geschäftsführer Baysecur GmbH
*2001-Heute Ehrenamtliche Mitarbeit in der Hauptabteilung Prävention und Sicherheit des Deutschen Fußball Bundes.

Foto: Jörg Mattick

Sicherheitskonzepte für Veranstaltungen

Empfehlungen im Vergleich

Wie ein Sicherheitskonzept aussehen muss, beschäftigt jeden Veranstalter, der während des Genehmigungsverfahrens von der Behörde aufgefordert wird, jenes zu erstellen. Eine Studienarbeit untersucht die Unterschiede, die zwischen dem Orientierungsrahmen aus NRW, der Handreichung an die Sicherheitsgewerke aus Bayern und dem Vabeg-Konzept bestehen.

Es wird zunehmend schwieriger, Sicherheitskräfte für den Einsatz in Stadion zu gewinnen.
Foto: Mario Klassen

Sicherheitsdienstleister

Personalbeschaffung für Sicherheitsdienste in Stadien

Um Fußballspiele abzusichern, wird ein zuverlässiger Sicherheitsdienst benötigt. Allerdings bereitet die Personalbeschaffung zunehmend Schwierigkeiten.

Foto: Kai Vogelmann

Baysecur

Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst

Die Malteser in NRW und die Baysecur GmbH Sicherheitsdienste (Leverkusen) haben eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Diese betrifft vor allem Großveranstaltungen von Fußball bis hin zu Karneval, bei denen Einsatzkräfte zur gemeinsamen Gefahrenabwehr eingesetzt werden.

Foto: Kalscheuer

BDSW

Verbesserte Sicherheit in Fußballstadien

In den Fußballstadien in Köln, Karlsruhe oder Düsseldorf kam es vor kurzem zu unerfreulichen Auseinandersetzungen und Ereignissen. In den Medien wird häufig den eingesetzten privaten Sicherheitsdiensten die Schuld für die chaotischen und gewaltsamen Begegnungen zugeschoben.