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Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf die internationalen Lieferketten?

Märkte

Auswirkungen der Pandemie auf Lieferketten

Alexander Heine, Geschäftsführer der CM Logistik Gruppe, kommentiert die Fragilität der internationalen Lieferketten in Zeiten der Pandemie.

Über die Pandemie hinweg haben unterschiedliche Faktoren die internationalen Lieferketten an verschiedenen Stellen erodieren lassen. Personalausfall bei Logistikern, blockierte oder überstrapazierte Grenzübergänge sowie Quarantänen auf Containerschiffen und an Häfen haben eindeutige Schwachstellen im globalen Warenverkehr aufgezeigt, deren Nachwirkungen Logistiker und in letzter Instanz natürlich das produzierende Gewerbe immer noch spüren. Hinzu kommen auch virusunabhängige Faktoren wie der zuletzt vollzogene Brexit, die Blockierung des Suez-Kanals und der aktuelle Containerstau in China. Vor allem letzter Punkt hat Schuld an einer für lange Zeit nicht dagewesene Störung des Welthandels. Im Reich der Mitte befindet sich mittlerweile der größte Knotenpunkt der globalen Logistik. Wenn nun allerdings einer der wichtigsten Häfen nur noch auf halber Kapazität läuft und Frachter im Schnitt 16 Tage auf einen Anlegeplatz warten, kann sich dies nur schlecht auf die restliche Lieferkette auswirken – von den zusätzlichen Kosten ganz abgesehen. Auswirkungen dieses Staus machen sich auch bereits in deutschen und europäischen Häfen bemerkbar.

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Pandemie mit großen Auswirkungen auf Lieferketten

Die weltweite Vernetzung, welche den globalisierten Handel zuvor über Jahrzehnte so stark machte, erweist sich nun als Katalysator für große Probleme. Wie der berühmte Schmetterlingseffekt beschreibt, reicht auch eine Störung ähnlich eines Flügelschlags aus, um am anderen Ende der Welt Chaos auszulösen. Laut Zahlen der EZB hat sich die Anzahl der Industrieunternehmen, die mit Lieferkettenproblemen kämpfen, von Mitte 2020 bis Januar 2021 auf fast 20 % verdoppelt. Eine derartige Akkumulation von Störungen alltäglicher Abläufe könnte sich als der letzte Tropfen erweisen, der ein ohnehin bereits volles Fass an Lieferkettenproblemen zum Überlaufen bringt. Egal wie lange es an chinesischen Häfen dauert oder wie sehr die Frachtkosten in die Höhe schießen – solange sich Ware in den Containern befindet, läuft auch der Handel weiter. Konnten Logistikunternehmen bislang immer noch nach diesem Prinzip reagieren und den Verkehr aufrechterhalten, stellt diese jüngste Entwicklung wohl einen endgültigen Schlussstrich dar: Um Produkte transportieren zu können, müssen diese auch erst produziert werden.

Lieferketten und Nachfrage

Wo Deutschland zurzeit erst noch aus dem pandemischen Tief taumelt, haben die USA, aber vor allem auch China, die Kaufkraft schon in den letzten Monaten wieder hochgeschraubt. Da sich die deutsche Industrie derweil allerdings noch im Corona-Tiefschlaf befand, überraschte die explodierende Nachfrage auch die hiesigen Produzenten. Dieser verpasste Einsatz könnte sich nun als Rattenschwanz durch den postpandemischen Aufschwung ziehen – ein wirtschaftlicher Wellenbrecher in der allgemein euphorischen Stimmung. Zusätzlich stellt der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik keine Änderung dieser Situation in Aussicht und prognostiziert sogar anhaltende Engpässe bis zum Ende des Jahres 2022. Dass jede Verknappung immer Preissteigerungen nach sich zieht, die im nächsten Schritt so lange nach unten weitergegeben werden, bis sie den Endverbraucher erreichen, sollte niemanden mehr überraschen. Hinzu kommen noch nicht komplett vorhersehbare Folgen für Logistikunternehmen – leere Container und volle Fuhrparks verbleiben nicht mehr nur in der Fantasie ewiger Schwarzmaler. Kurz gesagt erwarten wir also eine Krise nach der Krise, die ähnlich schwer zu bewältigen sein wird wie die nun scheinbar vergangene. Zu einem ruhigen Status quo kommen Weltwirtschaft und internationale Logistik jedenfalls zunächst nicht.

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Foto: CM Logistik Alexander Heine, Geschäftsführer der CM Logistik Gruppe, sieht Lieferketten nach wie vor mit Engpässen durch die Pandemie.
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