Foto: Hekatron/Frank Steinhorst

Löschansteuerung im Braunkohlekraftwerk

Bewährte Partnerschaft

Das vom europäischen Energiekonzern Vattenfall betriebene 1.840-Megawatt-Kraftwerk Lippendorf ist eines der modernsten Braunkohlekraftwerke Deutschlands. Die Kraftanlagen Gruppe tauschte jetzt die bestehenden Löschanlagensteuerungen gegen neue Steuerlöschzentralen aus. Dadurch wurde der anlagentechnische Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht.

Das etwa 15 Kilometer südlich der Messestadt Leipzig gelegene Braun-kohlekraftwerk Lippendorf umfasst zwei Blöcke mit einer Leistung von je 920 Megawatt. Einer der Blöcke gehört dem Betreiber des Gemeinschafts-kraftwerks, der Vattenfall Europe Generation AG, der andere dem süddeutschen Energieversorger EnBW. Bei der Stromerzeugung erreicht die Anlage einen Nettowirkungsgrad von 42 Prozent. Auch im Umweltbereich setzt das neue Kraftwerk mit einer drastischen Reduzierung der Emissionen Maßstäbe.

Für den Brandfall gerüstet

Durch eine Vielzahl von brandschutztechnischen Anlagen und Einrichtungen innerhalb des Kraftwerks Lippendorf ist sichergestellt, dass im Brandfall in den betroffenen Bereichen Brände schnellstmöglich wirkungsvoll bekämpft und so größere Schäden an den technischen Anlagen und am Objekt verhindert werden. So sorgen im Kraftwerk Brandmeldeanlagen des Typs Integral IP von Hekatron dafür, dass Entstehungsbrände zuverlässig detektiert werden.

Weiterhin werden zum Schutz technischer Einrichtungen Wasserlöschanlagen durch Steuerlöschzentralen vom gleichen Hersteller angesteuert. Ein Beispiel hierfür sind die Sprühwasser-löschanlagen für Trafos, Kohlebänder und Kabelkeller. Im Brandfall erfolgt die Alarmierung über die Brandmelderzentralen oder auch über Handauslösetaster. Die Steuerlöschzentrale steuert daraufhin das Alarmventil des betreffenden Schutzbereichs der Wasserlöschanlage an und löst den Löschvorgang aus. Dieser kann durch die Feuerwehr beendet und der Alarm wieder zurückgesetzt werden.

Umfassende Modernisierung

Da die VdS-Zulassung für die bestehenden Steuerzentralen ablief, entschied sich die Vattenfall Europe Generation AG als Betreiber für eine Modernisierung und den Austausch durch neue Zentralen. Aufgrund guter Erfahrungen aus der bisherigen Zusammenarbeit wurde bei der Ausschreibung für den Austausch der Löschzentralen auch die Business Unit Versorgungstechnik Kraftanlagen Gruppe angefragt, die bereits seit vielen Jahren die Vattenfall Europe Generation AG im Kraftwerksbau sowie für Instandhaltungsarbeiten im Rohrleitungsbau unterstützt.

Aus einer Hand

Auch aufgrund der guten Erfahrungen mit den alten Hekatron-Anlagen entschieden man sich dafür, wieder Löschzentralen dieses Herstellers zu installieren, erläutert Thomas Winkler, Fachingenieur Bautechnik beim Instandhaltungsmanagement von Vattenfall. Außerdem seien auch die bei ihnen installierten Brandmeldeanlagen vom gleichen Hersteller, so dass es sinnvoll sei, durchgehend auf eine Bedienphilosophie zu setzen und auf technischer Seite keine überflüssigen Schnittstellen zu schaffen.

Im Rahmen des Projekts tauschte man insgesamt 18 alte Zentralen gegen 18 neue Löschzentralen Integral IP MX aus – die ersten Anlagen von Oktober bis Dezember letzten Jahres, die restlichen vier dann im Januar 2015. Philipp Stockbauer-Muhr, Gruppenleiter EMSR-Technik der Business Unit Versorgungstechnik, führt aus, dass sie jeweils nur eine Zentrale im laufenden Kraftwerksbetrieb austauschen konnten, da die Anlagen aus Sicherheitsgründen am selbigen Tag wieder aktiv geschaltet worden seien. Die Zentralen wurden 1:1 getauscht, so dass man bei der neuen Programmierung der Löschansteuerung nichts veränderte, sondern sie lediglich den aktuellen VdS-Richtlinien entsprechend anpassen musste. Sämtliche Anlagen wurden vom TÜV Süd geprüft und abgenommen.

Die Installation der neuen Zentralen durch die Kraftanlagen Gruppe ebenso wie die Abnahme verliefen reibungslos. Die Betreiber sind mit der Ausführung sehr zufrieden.

Foto: Kathrin Rößler

Brandmeldeanlage im Kraftwerk Lippendorf

System mit Power

Das Kohlekraftwerk Lippendorf erzeugt im Jahr durchschnittlich 13.000 Gigawattstunden Strom. Um die Infrastruktur und Mitarbeiter zu schützen, setzt der Betreiber auf umfangreiche Sicherheitstechnik. Wichtiger Teil ist das Brandschutzsystem, das kürzlich umfassend erneuert wurde.

Foto: Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG

Brandschutz in Kraftwerken

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Moderne Industriestaaten sind auf eine lückenlose und effiziente Versorgung mit Energie rund um die Uhr angewiesen. Umso wichtiger ist es, dass die Energieerzeuger ihre Anlagen entsprechend gegen Risiken absichern. Dazu gehört vor allem der Brandschutz.

Foto: Dussmann

Dussmann

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Foto: VdS

VdS

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