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Foto: BBK
Am bundesweiten Warntag ist der Probealarm leider misslungen. Dabei ist Mowas unempfindlich gegen Stromausfälle und Ausfälle der terrestrischen Übertragungswege.

Katastrophenmanagement

Bundesweiter Probealarm: Misslungener Warntag

Seit 1990 hat es am 10. September 2020 erstmals wieder einen bundeweiten Warntag geben, an dem ein Probealarm mit verschiedenen Mitteln durchgeführt worden ist.

Das Ergebnis des bundesweiten Warntags im vergangenen Herbst, an dem Probealarme durchgeführt wurden, ist als ernüchternd anzusehen.  2019 einigten sich Bund und Länder auf gemeinsame Leitlinien für ein Warnkonzept im Sinne des Bevölkerungsschutzes. Damit sollten eine durchgehende Qualität und Standards sichergestellt werden und alle eingebundenen Akteure ein einheitliches Verständnis für Warnung entwickeln. Mit dem ersten Warntag 2020 sollten die Konzepte und technischen Mittel erstmals vollumfänglich getestet werden. Ferner galt es, die Bevölkerung und Verantwortliche in Politik und Behörden wieder für das Thema Warnung zu sensibilisieren und auf die neuen Warnmittel, die es mittlerweile gibt, aufmerksam zu machen. Verschiedene Szenarien wie schwere Beeinträchtigungen durch Wetterphänomene (Starkregen, Hitzewellen) und aktuell die Coronapandemie haben gezeigt, dass es wieder einen erhöhten Bedarf an der Thematik Warnung gibt.

Warntag übt Alarmierung auf allen Ebenen

Geplant war, am Warntag die gesamte Warninfrastruktur mit einem bundesweiten Probealarm nebst zugehöriger Entwarnung zu testen. Damit sollten Prozesse, organisatorische und technische Abläufe geprüft und analysiert werden, um sie weiter zu optimieren. Seit 2001 gibt es das Modulare Warnsystem (Mowas), mit dem eine Warnmeldung via Satellit und parallel über Kabel an Warnmultiplikatoren wie Medienbetreiber, Lagezentren und regionale Warnsysteme verbreitet werden. Diese setzen dann verschiedene Warnmittel ein, etwa Radio, Fernsehen, Sirenen, Apps (Nina) oder Anzeigetafeln ein. Ausgelöst werden kann eine Meldung durch den Bund, die Länder oder die angeschlossenen Leitstellen der unteren Katastrophenschutzbehörden. Für den Warntag umfasste die Warninfrastruktur auch die nicht an das Mowas angeschlossenen kommunalen Warnmittel, also Sirenen, Hinweise auf Anzeigetafeln, Radiosender. Diese werden in der Regel vor Ort ausgelöst. Die Medien berichteten im Vorfeld des Warntags ausführlich und wiederholt über die geplanten Maßnahmen, um die Bevölkerung für diesen zu sensibilisieren und auf die Warnmittel hinzuweisen.

Probealarm nicht überall?

Das Konzept des Bundes und der Länder ging vielerorts nicht auf. Ein vielbeachtetes Thema waren in der medialen Nachschau die Sirenen, mit denen früher regelmäßig Probealarme durchgeführt worden sind. Doch mit Ende des Ost-West-Konfliktes sind zahlreiche Sirenen aus den Städten und Kommunen verschwunden. Demensprechend blieb es an vielen Orten ruhig, und der Einsatz von Lautsprecherwagen konnte allenfalls nur in einem geringen Radius eine Warnung verbreiten. Auch die Warnapps wie Nina oder Katwarn liefen nicht wie gewünscht – Nutzer erhielten die Meldungen entweder gar nicht oder stark zeitverzögert. Die ernüchternde Bilanz vom 10. September war auch Gegenstand einer Anfrage im Bundestag. Demnach war ein Designfehler in der Mowas-Software hauptursächlich für die nicht oder verspätet zugestellten Mitteilungen. Das System ist in Erwartung der auslösenden Warnmeldung aufgrund der sich wiederholenden Aktualisierungsabfragen hunderter Nutzer der Mowas-Stationen schlicht zusammengebrochen. Hinzu kam, dass viele regionale und überregionale Stationen selbst Warnmeldungen ausgelöst hatten sowie die Größe der Bundesmeldung, was zu einem weiteren Fehler führte.

Back to the 80ies?

Die Aufarbeitung der technischen und organisatorischen Fehler wird sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Lehren, die jetzt schon aus dem Warntag gezogen werden, sind indes sehr unterschiedlich. Bereits im Vorfeld hatte der ehemalige Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Christoph Unger, in einem Spiegel-Interview Sirenen als „dumm“ bezeichnet, da sie zwar bestimmte Signale senden könnten, es aber fraglich sei, ob die Bevölkerung diese auch richtig verstehen würde. Außer mit ihrem Warnton können Sirenen keine weiteren konkreten Hinweise zur Art der Gefahr oder sonstige Informationen liefern. In Heidelberg sieht man das allerdings anders, und auch andernorts scheint eine Renaissance der Sirene begonnen zu haben, die mittlerweile nicht nur heult, sondern auch Nachrichten weitergeben kann. Viele Kommunen mussten feststellen, dass es nur unzureichende Möglichkeiten gibt, die Bevölkerung zu warnen, wenn die digitalen Angebote wie Apps nicht richtig funktionieren oder die Menschen draußen nicht erreichen, was im Übrigen auch für die Medien wir das Fernsehen gilt. Daher haben viele Städte wie Heidelberg begonnen, ihr Sirenennetzwerk wieder auszubauen.

Wie werden Warnungen formuliert?

Letztendlich geht es darum, dass die Menschen rechtzeitig bei einer Bedrohungslage gewarnt werden und die Meldungen auch richtig verstanden werden. Dass dies theoretisch über textbasierte Medien wie Apps oder gesprochene Durchsagen im Radio, Fernsehen oder Lausprechern besser funktionieren kann, weil dort gleich wichtige Informationen mit gegeben werden können, mag auf den ersten Blick logisch erscheinen. Doch auch hier kommt es auf den Inhalt  und seine Wahrnehmung an. Solche Warnungen müssen verständlich, widerspruchsfrei und präzise formuliert sein, sodass der Empfänger in der Lage ist, einzuschätzen, die eigene Handlungsfähigkeit und -bereitschaft einzuschätzen und so Reaktionen abzuwägen. Dies ist umso wichtiger, wenn verschiedene Warnmittel zum Einsatz kommen, deren Inhalt den Empfänger beim Verarbeiten mehrerer Informationsquellen nicht verwirren darf. Auch die Dringlichkeit spielt eine große Rolle und wie diese von den Menschen in ihrer Situation wahrgenommen wird.

Entscheidend für einen Erfolg solcher Warnungen wird aber der Mix der Warnmittel sein, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Erstens spielt die Redundanz der Information eine Rolle, falls ein Medium ausfallen sollte, und zweitens die flächendeckende Wirkung. Und auch weitere Entwicklungen können die Reichweite und Wirkung der Meldungen verbessern. So setzen etwa die Niederlande bereits seit 2012 mit ihrem NL-Alert auf eine Alarmierung auf Mobilgeräten per Cell Broadcast. Hierbei werden Nachrichten über die Sendemasten der Provider von den Behörden an Mobilfunktelefone in einem bestimmten Umkreis geschickt. Das Land ist dazu in etwa 5.000 Zellen unterteilt, sodass entsprechend regionale oder lokale Meldungen möglich sind. Der Vorteil: Es muss keine App installiert sein, und das System funktioniert auch, falls das Netz überlastete ist, da es einen eigenen Kanal nutzt. Überlegungen, ein solches System auch in Deutschland zu etablieren, gibt es, doch noch bietet kein Mobilfunkanbieter diesen Service hierzulande an. Insofern bleibt zu hoffen, dass beim Warntag 2021 die technischen Probleme behoben sind, sodass sich mehr Menschen wieder für das wichtige Thema Warnung sensibilisieren lassen. 

DUW

7. Bundesweiter Fernstudientag

Mit Webinaren und Open House informiert die Deutsche Universität für Weiterbildung am 24. Februar 2012 über ihr berufsbegleitendes Fernstudienangebot. Die Masterstudiengänge der DUW umfassen unter anderem: General Management (MBA), Compliance (M.A.) sowie Sicherheitswirtschaft und Unternehmenssicherheit (M.A.).

Foto: Dehn+Söhne

Dehn

Bundesweite Seminare 2012

Dehn bietet praxisorientierte Aus- und Weiterbildung im Bereich Überspannungsschutz, Blitzschutz/Erdung und Arbeitsschutz. Auch im Jahr 2012 werden etwa 200 Seminare, verteilt über das ganze Bundesgebiet, angeboten.

Foto: Ei Electronics

Ei Electronics

Bundesweite Seminare veranstaltet

Ei Electronics baut seine Unterstützung für Planer und Installateure zum aktuellen Thema Kohlenmonoxid weiter aus. Die Seminare zur „TÜV-geprüften Fachkraft für Kohlenmonoxid in Wohnräumen und Freizeitfahrzeugen“ finden seit März bundesweit statt.

Foto: FM Global

Brandschutz in Hotels

Bundesweite Regelung gefordert

Im internationalen Vergleich steckt der Brandschutz in deutschen Hotels jedoch noch in den Kinderschuhen. Um Personen- und Sachschäden zu vermeiden, empfehlen Versicherer den Einbau von automatischen Sprinkleranlagen.