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Foto: Brauer Photos / J. Reetz
Prof. Dr. Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), nach einer Pressekonferenz zur Corona-Krise am 18. März 2020 in Berlin.

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Corona-Morgenlage: RKI-Chef Wieler zu Gast beim VfS

Der VfS hat RKI-Präsident Lothar Wieler als Redner für die Corona-Morgenlage gewonnen. Ein weiteres Ausrufezeichen für den seit über einem Jahr etablierten Branchentreff.

Der Verband für Sicherheitstechnik (VfS) hat für die Corona Morgenlage am 17. Mail 2021 den Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Prof. Dr. Lothar H. Wieler, als Redner gewinnen können. Der Branchentreff, den der VfS kurz nach Beginn der Corona-Pandemie gemeinsam mit Mata Solutions ins Leben rief, bringt wöchentlich regelmäßig mehr als 60 Teilnehmer auf den aktuellen Stand zum allgemeinen Infektionsgeschehen und vermittelt über Expertenvorträge die Auswirkungen der Krise auf die Sicherheitstechnik-Branche.

Das Thema am Montag, 17. Mai 2021, war die Digitalisierung der Impf- und Testnachweise sowie die Frage nach deren aktuellen Stand sowie deren Bedeutung und Nutzen. Lothar H. Wieler lobte die Fortschritte auf diesen Gebieten, warnte aber auch vor einer Überbewertung dieser Maßnahmen. Digitale Tools seien für die Bekämpfung der Pandemie wichtig und notwendig, aber nicht der alleinige Heilsbringer. Es sei natürlich sehr positiv, dass die Infektionszahlen und Inzidenzwerte seit einiger Zeit konstant zurückgingen.  Man dürfe aber nicht vergessen, dass dieser Erfolg vor allem durch viele, teils harte Maßnahmen wie etwa Kontakteinschränkungen durch die temporäre Schließung von Einrichtungen oder Verhängung von Ausgangssperren erreicht worden sei. Die positive Entwicklung der letzten Wochen könne sich auch wieder ins Gegenteil kehren, wenn sich die Menschen in Sicherheit wögen und unvorsichtig würden. Dazu könnten auch die Überschätzung der Aussagekraft von Schnell- und Selbsttests beitragen. Denn einen hohen Grad an Sicherheit erhalte man nur über einen PCR-Test, so Wieler. Im Vergleich dazu seien Antigen- und Schnelltests weniger genau, zudem könne man bei der Testabnahme auch Fehler machen, die das Testergebnis beeinflussen.

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Der RKI-Chef betonte in diesem Zusammenhang auch die Wichtigkeit der Impfkampagne, die so schnell wie möglich fortgesetzt werden müsse: „ Aktuell haben erst zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland den vollen Impfschutz. Wir brauchen aber 80 Prozent, um eine ausreichende Bevölkerungsimmunität zu erreichen“. Die Digitalisierung der Impfnachweise könnte auf diesem Weg ein hilfreiches Tool sein. Wieler verwies auch auf Herausforderungen, die dabei sogar hinderlich seien. Im Bestreben der Bundespolitik, über ein flächendeckendes Impfmonitoring, zuverlässige Zahlen über das aktuelle Infektions- und Impfgeschehen zu bekommen, seien viele Länder vorgeprescht, und hätten die Maßnahme regional über Drittanbieter umgesetzt, was zu einem Flickenteppich digitaler Programme geführt und die Datenzusammenführung der Informationen schwieriger gemacht habe.

Eindringlich warnte der RKI-Präsident zudem davor, den Blick bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie allein auf Deutschland oder Europa zu richten. Die Pandemie werde die Menschheit mindestens noch bis Ende 2022 im Griff behalten, prophezeite er. Die Fortschritte seien in Deutschland inzwischen zwar großartig, weltweit betrachtet sei die Lage aber nach wie vor dramatisch. Die Variante B1.167 des SARS-Coronavirus 2, die erstmals in Indien nachgewiesen wurde, und die nach wie vor nicht vollständig geklärte Frage, wie hoch die Übertragbarkeit sein und wie effektiv die Impfstoffe gegen diese und mögliche zukünftig auftretende Varianten noch wirkten, seien in dieser Hinsicht beunruhigend. Solange es Menschen gebe, die in der momentanen Situation zum Beispiel ohne wirklich trifftigen Grund nach Indien reisen, bestünde jederzeit die Gefahr, dass sich die Lage auch hierzulande wieder verschärfe.

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