Viel wird In der Coronakrise an die Solidarität der Bevölkerung appelliert. Doch eine Studie kommt zu dem Ergebnis, dass in Deutschland Egoismus überwiegt.
Foto: Pixabay

Katastrophenschutz

Coronakrise: Egoismus statt Zusammenhalt

Viel wird in der Coronakrise an die Solidarität der Bevölkerung appelliert. Doch eine Studie kommt zu dem Ergebnis, dass in Deutschland Egoismus überwiegt.

Die Hochschule für Humanwissenschaften Akkon und das Meinungsforschungsinstitut Forsa haben in einer breit angelegten Bevölkerungsschutz-Studie 7.200 Verhaltensweisen von Menschen in Deutschland während der Coronakrise analysiert und festgestellt, dass ein Großteil der Menschen egoistisch statt solidarisch reagiert. Die Ergebnisse überraschten die Forscher, für gegenseitige Hilfe in der Bevölkerung seien deutlich höhere Werte erwartet worden, heißt es.

Antisoziales und egoistisches Verhalten könnte Coronakrise verstärken

50 % der Teilnehmenden beschreiben laut Studie zwar einen prosozialen Umgang mit der aktuellen Situation, bei den anderen 50 % überwiegt aber antisoziales und egoistisches Verhalten. Bisherige Studien der Akkon Hochschule und der aktuelle Forschungsstand verzeichnen eine sehr viel deutlichere Tendenz der Bevölkerung zur Kooperation, daher könnte das antisoziale Verhalten in der aktuellen Corona-Krise krisenverstärkend wirken.

Bevölkerungsschutz-Studie untersucht Risikowahrnehmung und Verhaltensweisen

Ein Forschungsteam um Prof. Dr. Henning Goersch, der einen Lehrstuhl für Bevölkerungsschutz und Katastrophenmanagement an der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften begleitet, hatte Bürgerinnen und Bürger in Deutschland seit dem 20. März 2020 aufgerufen, an der breit angelegten Bevölkerungsstudie der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften teilzunehmen. Ergänzt wurde diese durch eine in Kooperation mit der Forsa Sozial- und Politikforschung durchgeführte repräsentative Befragung. Mehr als 4.500 Personen haben insgesamt an den Studien, deren vollständige Ergebnisse auf der Homepage der Hochschule zum Download hinterlegt sind, teilgenommen. Untersucht wurden die Betroffenheit, die Risikowahrnehmung und die Verhaltensweisen der Bevölkerung während der Covid-19-Pandemie.

„Wir arbeiten auch viel mit offenen Fragen. Das ermöglicht tiefere Einsichten in das Erleben der Menschen. Obwohl wir dabei viele Verhaltensweisen gefunden haben, die die gegenseitige Hilfe betonen, hält sich das ungefähr die Waage mit egoistischen Verhaltensweisen. Das hat uns sehr erstaunt. Dieser Aspekt muss sorgfältig weiter untersucht werden, da sich die allgemeine Situation bei diesem Verhältnis leichter verschlechtern kann, warnte Goersch.

Lehrstuhl für Bevölkerungsschutz und Katastrophenmanagement

An der Akkon Hochschule in Berlin lehren und forschen Experten seit 2009 transdisziplinär in den drei für Hilfs- und Krisensituationen relevanten Fachbereichen „Pflege und Medizin“, Pädagogik und Soziales“ sowie „Humanitäre Hilfe und Bevölkerungsschutz“. Am Lehrstuhl für Bevölkerungsschutz und Katastrophenmanagement wurden vergleichbare Studien bereits nach dem Starkregen in Münster (2014), dem Tornado in Bützow (2015), dem Fallwind in Framersheim (2015), dem Starkregen von Braunsbach/Simbach (2016) oder dem Schneechaos in Deutschland 2019 vorgelegt.

Gute Noten für das Krisenmanagement von RKI und Bundesregierung

In der aktuellen Corona-Studie gibt mehr als die Hälfte der Befragten an, den Virus für gefährlich zu halten und von der Situation insgesamt verunsichert zu sein. Trotzdem fühlen sich die meisten gut informiert. Rund die Hälfte der Befragten beurteilt das Krisenmanagement der Bundesregierung als gut bis sehr gut. Bestnoten erhält das Robert-Koch-Institut (RKI) für seine Krisenkommunikation – deutlich über 70 % der Befragten geben diese Einschätzung ab.

Zweite Befragung soll Ergebnisse konkretisieren

Heute startet die zweite Befragungswelle der Online-Studie. Bei den Teilnehmenden handelt es sich um diejenigen, die in der ersten Studienwelle der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften ihre E-Mail-Adressen für weitere Befragungen hinterlassen hatten. In zehn- bis 14-tägigen Intervallen werden diese Personen nun erneut befragt, um Veränderungen in ihrem Erleben und Verhalten im zeitlichen Verlauf sichtbar zu machen und gegebenenfalls Warnhinweise an die Politik geben zu können.

Hochschule für systemrelevante Berufsfelder in Hilfs- und Krisensituationen

Die Akkon Hochschule für Humanwissenschaften in Berlin ist seit 2009 Deutschlands erste Hochschule für Humanwissenschaften. Die staatlich anerkannte private Hochschule bietet transdisziplinäre Studiengänge in den drei für Hilfs- und Krisensituationen relevanten Fachbereichen „Pflege und Medizin“, Pädagogik und Soziales“ sowie „Humanitäre Hilfe und Bevölkerungsschutz“. Die Studiengänge richten sich überwiegend an Berufstätige und qualifizieren sie akademisch für erweiterte Fach- und Führungspositionen. In der praxisorientierten Lehre und wissenschaftlichen Forschung arbeitet die Akkon Hochschule eng mit nationalen und internationalen sozialen und humanitären Organisationen sowie öffentlichen Institutionen zusammen.

Foto: Ralf Eisenbach

Sicherheit von Großveranstaltungen

Baukastenprinzip

Bei Großveranstaltungen muss jedes Ereignis für sich betrachtet werden. Wie man dennoch ein übertragbares Sicherheitskonzept für Veranstaltungen entwerfen kann, wollte PROTECTOR von Professor Dr.-Ing. Frank Fiedrich, Bergische Universität Wuppertal und Projektkoordinator Basigo, wissen.

Eine weltweite Krise wie jetzt Corona mit weitrechenden Folgen für die vernetzte Wirtschaft – viele Unternehmen haben aus Krisen in der Vergangenheit gelernt.
Foto: denisismagilov - stock.adobe.com

Sicherheitskonzepte

Krisenmanagement: Auswirkungen der Coronakrise

Die weltweiten Auswirkungen der Corona-Krise betreffen auch das Krisenmanagement, wie Rainer von zur Mühlen erläutert.

Foto: HWR

Studiengang Sicherheitsmanagement

Das Undenkbare denken lernen

Terrorangriffe auf Großveranstaltungen, Lebensmittelskandale, Hackerangriffe: die Liste der Bedrohungen moderner Gesellschaften ist lang. Damit einher gehen gesteigerte Anforderungen an die Sicherheitsbranche. Qualifiziertes Personal ist entsprechend gesucht.

Die Trinkwasserversorgung als Teil der Kritischen Infrastrukturen muss entsprechend gesichert werden – hier das Beispiel eines Wassertransportmoduls.
Foto: M. Lülf, Berufsfeuerwehr Mülheim an der Ruhr

Katastrophenschutz

Trinkwasser als Teil der Kritischen Infrastruktur

Die Trinkwasserversorgung gehört zu den Kritischen Infrastrukturen (Kritis). Für Not- und Krisensituationen muss entsprechend vorgesorgt werden.

Special Zutrittskontrolle: Informieren Sie sich rund um den Themenbereich der Zutrittskontrolle

×