Google besteht in der Coronakrise gegenüber Reiseanbietern auf Rechnungen in Millionenhöhe. Hilfskredite aus Steuergeldern landen so direkt beim Internetriesen.
Foto: Pixabay

Märkte

Coronakrise: So bereichert sich Google mit Steuergeldern

In der Corona-Krise besteht Google gegenüber Reiseanbietern auf Rechnungen in Millionenhöhe. Hilfskredite aus Steuergeldern landen so beim Internetriesen.

Der Internetkonzern Google besteht auf die vollständige und fristgerechte Bezahlung von Werbung, die Reiseanbieter noch vor der Corona-Krise gebucht hatten, inzwischen aber von einer Stornierungswelle überrollt und mit Hilfskrediten, die aus Steuergeldern finanziert werden, gerettet werden müssen.

Weil Google im Gegensatz zu anderen Internetgrößen wie Microsoft oder Facebook auf die Einhaltung der gültigen Verträge pocht, und sich weder gesprächs- noch verhandlungsbereit zeigt, stehen die Reiseanbieter vor der grotesken Situation, dass sie staatliche Steuergelder, die zu ihrer Rettung gedacht waren, direkt an Google weiter transferieren müssen.

Das Mutterunternehmen von Google, Alphabet, hatte im ersten Quartal 2020 rund 41,16 Mrd. USD und einen Gewinn von 6,84 Mrd. USD erwirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg der Umsatz um rund 13 %.

Reiseunternehmen beklagen Überweisungen staatlicher Hilfskredite aus Steuergeldern an Google

Führende deutsche Startups aus der Reisebranche beklagen sich laut eines Berichts der Tageszeitung die Welt über das Verhalten des Internetriesen. In einem offenen Brief an Google-Vorstand Philipp Schindler fordern die Chefs von acht Unternehmen und der Präsident des Startup-Verbands, Christian Miele, den Konzern dazu auf, sich solidarisch zu zeigen und die Last der Coronapandemie mit ihnen gemeinsam zu tragen.

Demnach warnen die Unterzeichner davor, dass staatliche Hilfsgelder aus Deutschland in der Kasse des US-Konzerns landen. Während sich fast alle anderen Unternehmen, darunter auch Microsoft und Facebook, in der Krise kulant verhielten, gebe es von Google kein Entgegenkommen. „Für uns war das Verhalten von Google ein Schlag ins Gesicht“, sagt Johannes Reck, Gründer des Tourenvermittlers Get Your Guide. Neben ihm haben den Brief unter anderem die Chefs des Fernbusanbieters Flixbus, der Reisesuchseite Trivago und des Kreuzfahrtvermittlers Dreamlines unterschrieben.

Reisebranche droht Pleitewelle durch das Verhalten von Google

Angesichts der Corona-Beschränkungen machen die Reiseanbieter derzeit praktisch keinen Umsatz. Außerdem mussten sie ihren Kunden alle Anzahlungen für ausgefallene Leistungen zurückerstatten. Die Mitarbeiter sind zum größten Teil in Kurzarbeit, Unternehmen wie Trivago planen außerdem bereits, Stellen abzubauen. Die Branche steht vor einer ungewissen Zukunft. Die Unternehmen appellieren deshalb dringend an Google, sein Verhalten zu ändern. Sonst drohe der Exodus der Reisebranche.

Zur Bewältigung der Coronakrise ist für Unternehmen jetzt Planung gefragt.
Foto: Pixabay

Märkte

So kommen Sie durch die Coronakrise

Viele Unternehmen sind durch die Cornakrise mit existenziellen Herausforderungen konfrontiert. Diese vier Schritte helfen ihnen, diese zu überstehen.

Foto: Mike Minehan/ASW

ASW Bundesverband

„Don’t be evil“

Es ist geradezu erschreckend, wie schnell Menschen Gefahren in Kauf nehmen, wenn es ihr Leben gerade einfacher macht und die Bedrohung abstrakt ist oder irgendwann in der Zukunft liegt. Das ist eigentlich nichts Neues. Raucher verhalten sich ja genauso. Und gerade viele Ärzte rauchen.

Welche Folgen hat die Coronakrise für die Sicherheitstechnik-Branche? Gerhard Harand vom Distributor Wehrhan TPS sagt, die Ungewissheit ist das größte Problem.
Foto: Michael Gückel

Interviews

Folgen der Coronakrise: „Irgendwann kommt der Hammer"

Wie beurteilt die Sicherheitstechnik-Branche die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise? Gerhard Harand sagt, die Ungewissheit ist das größte Problem.

Phishing ist laut dem IT-Sicherheitsexperten Trend Micro die mit Abstand häufigste Angriffsmethode, wofür Mitarbeiter sensibilisiert werden müssen.
Foto: Pixabay

IT-Sicherheit

Mitarbeiter für Phishing sensibilisieren

Phishing ist die häufigste Angriffsmethode, so IT-Experten. Mitarbeiter müssen daher für dieses Thema sensibilisiert werden, Stichwort Security Awareness.