Zahlreiche Mitarbeiter kamen im Dezember 2019 in Düsseldorf im Büro von Dahua Technology zu einem Interview mit PROTECTOR über die Ziele des Unternehmens auf dem deutschsprachigen Markt sowie über die regionalen Partner zusammen.
Foto: Isaac Lee, Dahua Technology GmbH

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Dahua Technology sucht regionale Nähe zu Partnern

Dahua Technology will 2020 seine Stellung im deutschsprachigen Markt ausbauen. Dazu sucht der Hersteller vor allem die regionale Nähe zu seinen Partnern.

PROTECTOR besuchte die Dahua Technology GmbH am Stammsitz Düsseldorf zu einem Gespräch über die Ziele des Unternehmens in diesem Jahr, von denen eines die Intensivierung der Beziehungen zu seinen Partnern im deutschsprachigen Markt ist. Hier die Kurzversion einer Reportage, die Sie ausführlich ab dem 7. Februar im PROTECTOR lesen:

Dahua sucht regionale Nähe zu seinen Partnern und baut DACH-Team aus

Düsseldorf im Dezember 2019 an der Grenze zu Neuss. Im Gewerbegebiet zwischen den beiden Lifestyle-Städten werden frei stehende Büros als „Flächen für Kreativwirtschaft“ beworben. Namhafte Unternehmen, etwa der Teehandelsgigant „Teekanne“ haben hier ihren Unternehmensstammsitz.

Das Taxi hält vor einem Hochhaus mit großen Fenstern und wenig Beton. Neben dem Eingang listet ein Schild die ansässigen Firmen auf. Dahua Technology befindet sich im siebten Stock. Hier oben, mit Blick über Düsseldorf, plant das Unternehmen die Eroberung des deutschsprachigen Markts für Sicherheitstechnik.

Schon beim Betreten der Räumlichkeiten wird deutlich, dass das Unternehmen in nächster Zeit viel vorhat. Im Flur stapeln sich Kartons, Mitarbeiter eilen von einem Büro zum nächsten, die Wände im Konferenzraum hängen voll mit Kameras, und um den Besprechungstisch drängen sich 15 Personen, die die Fragen der Fachpresse erwarten.

Da sind unter anderem General Manager Brant Liu, Product & Solution Manager Alex Xiang, Channel Manager Lewes Liu, Pre-Sales Support Technical Engineer Hauke Kerl, und die Key Account Manager Tayfun Buyar und David Schäfer. Auf den ersten Blick ist klar: das Team der Dahua Technology GmbH ist wesentlich größer geworden.

Regionale Vertriebsbüros und Roadshow durch Deutschland in Planung

20 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen aktuell, und 2020 soll das Team noch weiter wachsen. „Viele in ihrer Region lokal verwurzelte Talente sind bereits auf dem Weg zu uns“, sagt Brant Liu, seit November 2019 neuer General Manager bei Dahua Technology. Zuvor war er zehn Jahre lang für den Telekommunikationsausrüster ZTE in Griechenland, Zypern und Israel unterwegs, er kennt sich mit dem Aufbau von Netzwerken und Märkten bestens aus: „Wir wollen mit unserem Team die ganze DACH-Region regional abdecken. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir bei unseren Partnern und Kunden vor Ort präsent sein. In der DACH-Region hat unsere Marktbekanntheit noch viel Raum zur Verbesserung, und wir sind entschlossen, unsere Präsenz nicht nur durch Marketingaktivitäten, sondern auch durch langfristige Partnerschaften und professionelle Dienstleistungen zu verbessern.“

Dazu sollen 2020 nicht nur noch mehr neue Mitarbeiter eingestellt werden, auch die Eröffnung lokaler Vertriebsbüros, unter anderem in Hamburg und Berlin sowie eine Roadshow von März bis Juni durch ganz Deutschland sind in Planung.

Enge Beziehungen zu Systemintegratoren, Distributoren und Endkunden

Im süddeutschen Raum betreut Key Account Manager Tayfun Buyar bereits seit August 2019 Kunden von Dahua Technology. Unterstützt wird er dabei durch die neu geschaffene Position des Channel Managers in Person von Lewes Liu, der ihm die Beratung der Distributoren abnimmt.

„Bisher war es so, dass die Key Accounts für die ganze Kette, also vom Endkunden über den Systemintegrator bis zum Distributor zuständig waren“, erklärt der erfahrene IT-Spezialist, der über acht Jahre Erfahrung in der Sicherheitstechnikbranche verfügt und unter anderem für Axis Communications am Aufbau der deutschen Niederlassung des schwedischen Herstellers in Ismaning beteiligt war.

„Durch die Unterstützung von Lewes, der als Channel Manager für die Betreuung und Beratung der Distributoren zuständig ist, können wir uns als Key Accounts noch intensiver ums Projektgeschäft kümmern“, betont Tayfun Buyar. Und das sei auch notwendig, wolle man die Beziehungen zu seinen Partnern und Kunden weiter stärken und ausbauen.

Aus KI und IoT wird AIoT

Eine Vorstellung davon, wie beratungsintensiv der Job von Tayfun Buyar ist, bekommt man schon durch einem Blick in die Produktbroschüren des Herstellers, der längst kein reiner Anbieter von Videoüberwachungskameras mehr ist. Zutrittskontrolle und IP-Intercom hat Dahua inzwischen ebenso im Programm wie Lösungen für die Gebäudeautomation und Smart-Building. Die Begriffe „Lösungen“ und „smart“ sind dabei die Schlüsselwörter, die das umfangreiche Angebot Dahuas miteinander verbinden.

Basis dafür seien intelligente Technologien, bei deren Entwicklung sich Dahua gegenüber dem Wettbewerb im Vorteil sieht, betont Alex Xiang, Product & Solution Manager D-A-CH. „Wir haben über 20 Jahre Erfahrung im CCTV-Business, und alle unsere Machine Vison Produkte, mit denen wir flexible Lösung für verschiedene Szenarien anbieten, wie das Auslesen von Barcodes, Lebensmittelkontrolle, Gesichts- und Bewegungserkennung und so weiter, basieren auf intelligenten Technologien.“

2018 habe bei Dahua die Weiterentwicklung von Produkten im Vordergrund gestanden, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basieren, erläutert Alex Xiang. In diesem Jahr sei dies das Internet der Dinge (IOT) gewesen, und 2020 werde man beide Technologien auf eine neue Stufe heben und im AIOT (Artificial Intelligence of Things) zusammenführen.

Datenschutz wird ernst genommen

Dabei ist sich das Unternehmen bewusst, dass es in Europa vor allem hinsichtlich des Datenschutzes wesentlich größere Vorbehalte gibt, als in China. Die Bestimmungen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) nehme man äußerst ernst, betont Hauke Kerl, Pre-Sales Support Technical Engineer. Neue Produkte und Lösungen lasse man regelmäßig auf DSGVO-Konformität prüfen, und diese sei vom TÜV Rheinald auch bestätigt.

„Der deutschsprachige ist im Gegensatz zum chinesischen bereits ein reifer, hochentwickelter Markt, der eigene Regeln hinsichtlich Struktur, Regulierung und Vertriebswege besitzt“, erklärt Brant Liu: „Und diese Regeln respektieren wir voll und ganz. Wir verkaufen hier beispielsweise nicht direkt an den Endkunden, sondern ausschließlich über unsere Fachhandelspartner.“

Geringere Wachstumsraten, aber intensiviere Partnerschaften

Die Unterschiede zum DACH-Markt, vor allem was Marktdichte und Regulierung betreffe, bedeute auf der einen Seite zwar, dass man hier nicht dieselben Wachstumsraten erwarten könne wie im aufstrebenden, schnell wachsenden chinesischen Markt. „Andererseits geben uns die Strukturen des deutschsprachigen Marktes die Möglichkeit, langfristige Partnerschaften aufzubauen. Und genau das wollen wir tun.“

Etwa zwei Stunden dauert das Gespräch im Düsseldorfer Konferenzraum von Dahua Technology. Danach geht alles ganz schnell. Visitenkarten werden ausgetauscht, ein Gruppenfoto zum Abschluss, und schon sitzen einige Mitarbeiter wieder am Tisch. Es gilt, die Zeit zu nutzen. Ein Beamer geht an und projiziert eine Deutschlandkarte an die Wand, die mit unzähligen Punkten übersäht ist. Jeder einzelne davon steht für einen Partnerbetrieb des Unternehmens. Geplant werden jetzt die Stationen der Roadshow 2020.