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Zusatznutzen von Zutrittskontrolle erkennen

Das Mehr gewinnt

Der Trend zu mehr Effizienz in Unternehmen erfordert schlanke Systeme, die Prozesse optimieren und Ressourcen optimal nutzen. Auf Basis der Zutrittskontrolle lassen sich viele solcher Mehrwerte generieren, jedoch werden sie in Praxis noch zu selten voll ausgeschöpft, wie auch die Diskussion während des PROTECTOR Forums Zutrittskontrolle 2013 zeigte.

Moderator Boris Stamm eröffnete die Debatte zum Thema mit einem Appell an Anbieter und Anwender: „Es gibt durchaus große Ersparnispotenziale; das muss man den Betreibern von Anlagen aber nahe bringen. Und in der Regel bedeutet dies auch, ihnen zu sagen, dass sie zunächst einmal investieren müssen, um später sparen zu können. Wie kann man erfolgreich argumentieren – welcher Mehrwert lässt sich den Kunden am ehesten vermitteln?“

Horst Eckenberger von Primion Technology denkt hierbei sofort an die Besucherverwaltung: „Am leichtesten fällt es, ein Besuchermanagement zu vermitteln. Denn sobald der Kunde einen gewissen Besucherstrom hat, erkennt er die Notwendigkeit von effizienter Verwaltung. Hier möchte man zum Teil auch die Autos der Besucher mit verwalten und Parkplätze zuweisen.“ Dem stimmt Rainer Füess von Tisoware zu. „Wir betreuen neben der Zutrittskontrolle oft auch das übergreifende Thema des Ausweismanagements – dort spielt die Verwaltung von Besuchern und Fremdfirmen genauso mit hinein wie das Thema Parkplatzmanagement.“

Ausmaß der Automatisierung

Für Volker Kraiss von Kraiss & Wilke Security Consult hängt das Potenzial einer solchen Lösung von der Größe des Unternehmens und der Zahl der Vorgänge ab: „Ich sehe ein großes Einspar- und Wertschöpfungspotenzial im Bereich des Ausweis- und Berechtigungsmanagements. Das ist natürlich abhängig von der notwendigen Integrationstiefe in die notwendigen Geschäftsprozesse eines Unternehmens und der Anzahl der Bearbeitungsvorgänge pro Tag – vor allem dann, wenn ein Unternehmen mit einer hohen Zahl Besucher, Fremdfirmen und Lieferanten zu tun hat. Gerade bei den Prozessen, Ausweisantrag, Genehmigung und Plausibilitätsprüfung können manuelle Bearbeitungsvorgänge weitgehend automatisiert werden. Das kann so weit gehen, dass das gesamte Antragsmanagement als User-Self-Service webbasiert abgewickelt und automatisiert werden kann.“ Eine solche automatisierte Verknüpfung hat auch für Horst Eckenberger ihren Reiz: „Nehmen wir einmal die Verbindung mit einem Human-Ressources-System. Das betrifft nicht nur das Thema Kartensperre im Urlaub, man kann auch automatisch die Zutrittskontrollrechte anpassen, wenn ein Mitarbeiter die Abteilung wechselt. Im Handel haben wir häufiger Szenarien, bei denen, wenn ein Regionalleiter von Region A zu Region B wechselt, automatisch seine Berechtigungen für die Standorte angepasst werden, schon allein um die Warenlager zu sichern.“

Ebenfalls verlockend sind Einsparungen bei Energiekosten, wie Ludger Weihrauch von Siemens Building Technologies weiß: „Attraktiv sind für den Anwender Projekte, die auch Heizung, Licht und Stromversorgung mit einbinden. Dort gibt es sehr viele Möglichkeiten, konkret zu sparen: über die Zutrittskontrolle kann etwa die Anwesenheit überwacht, die Beleuchtung gesteuert oder der Rechner automatisch heruntergefahren werden. Genauso kann freitags, wenn der letzte Mitarbeiter den Raum verlassen hat, die Heizung niedriger gestellt werden. Die Einsparungen hier sind gewaltig, allerdings braucht es dafür die nötigen Schnittstellen.“

Statements

„Wir integrieren oft Bezahlfunktionen, zum Beispiel für das Parkplatz-management oder die Miete von Räumen und Spinden. Das hängt vor allem mit dem Hochschulsektor zusammen, in dem wir tätig sind. Wir managen dort die Zahlung für Mensa, Kopierer oder Bibliotheksgebühren – und das haben wir sehr gut verknüpft mit der Zutrittskontrolle. Die Nutzer können über Automaten oder an der Mensakasse ihre Karte aufladen und bequem die unterschiedlichsten Dienste nutzen und bezahlen.“
Sven Däberitz, Geschäftsführer, Intrakey Technologies GmbH


„Nehmen wir einmal die Verbindung mit einem Human-Ressources-System. Das betrifft nicht nur das Thema Kartensperre im Urlaub, man kann auch automatisch die Zutrittskontrollrechte anpassen, wenn ein Mitarbeiter die Abteilung wechselt. Im Handel haben wir häufiger Szenarien, bei denen, wenn ein Regionalleiter von Region A zu Region B wechselt, automatisch seine Berechtigungen für die Standorte angepasst werden, schon allein um die Warenlager zu sichern.“
Horst Eckenberger, CEO, Primion Technology AG

Verknüpfung mit Gebäudemanagement

Albrecht Kimmich stimmt zu: „Große Potenziale bietet natürlich eine solche Verknüpfung mit dem Gebäudemanagement. Da geht es um den cleveren Umgang mit steigenden Energiekosten. Aber auch die Multifunktionsfähigkeit eines Mediums spielt eine zunehmend wichtige Rolle, weil man es im Unternehmen für viele Anwendungen einsetzen kann, bis hin zur Kantinenabrechnung oder den Verpflegungsautomaten.“ Gerade aber die Integration in Systeme des Gebäudemanagements kann in der Praxis auch schwierig und teuer werden, je nachdem, wie gut sich die einzelnen Systeme miteinander integrieren lassen.

Es gehe aber je nach Konzept auch ohne zusätzliche Großinvestition, meint Jürgen Alz von Bosch Sicherheitssysteme: „In unseren Projekten gibt es nur wenige Fälle, wo man zusätzlich investieren muss, sondern es sind vielmehr Funktionen gefordert, die ohnehin nötig sind, und die wir dann integrieren müssen. Das betrifft einerseits die Scharfschaltung von Einbruchmeldeanlagen und andererseits die Videointegration, bei der wir konkrete Kameras mit den entsprechenden Türen und ihren Zutritten verknüpfen. Falls es im Unternehmen eine Brandmeldeanlage gibt, betrifft es häufig auch das Thema Fluchttürsteuerung. Das sind aber alles Dinge, die nicht zusätzlich sind, sondern State of the Art eines modernen Zuko-Systems.“

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