Foto: Hekatron

Lösungen für Flüchtlingsunterkünfte

Dem Bedarf angepasst

Von großen Zelt- und Containerdörfern über umgebaute Bürogebäude und Turnhallen bis hin zu kleineren Objekten wie Hotels oder Mehrfamilienhäusern gibt es eine Vielfalt unterschiedlichster Unterkünfte für Asylbewerber. Für jedes dieser Objekte ist eine maßgeschneiderte Brandschutzlösung notwendig. Für größere Unterkünfte wie das als Ankunfts- und Rückführungseinrichtung betriebene Containerdorf in Ingolstadt empfiehlt sich die Absicherung mit einer ausbaufähigen Brandmeldeanlage.

All die Menschen, die in diesem und im vergangenen Jahr als Flüchtlinge nach Deutschland kamen, angemessen und sicher unter-zubringen, stellt Bund, Länder und Kommunen vor erhebliche Herausforderungen. Wichtig ist dabei auch der Aspekt des Brandschutzes: Für jede der Flüchtlingsunterkünfte muss eine passende, gesetzeskonforme anlagentechnische Brandschutzlösung gefunden werden.

Schnell gewachsen

Für Unterkünfte mit mehr als 60 Betten gilt dabei laut Beherbergungsstättenverordnung, dass sie zusätzlich zur schon für Objekte von 13 bis 60 Betten geforderten Alarmierungseinrichtung mit einer automatischen Brandmeldeanlage auszustatten sind, bei der die Brandmelder in Flucht- und Rettungswegen auf die Feuerwehr aufgeschaltet sind. Ganz klar in diese Kategorie fällt das Containerdorf an der Manchinger Straße in Ingolstadt, das von Beginn an für die Aufnahme einer größeren Zahl von Menschen eingerichtet war.

Als am 1. Dezember 2014 die ersten Flüchtlinge die auf einem Parkplatz innerhalb weniger Wochen errichtete Asylbewerberunterkunft bezogen, war diese für 250 Personen ausgelegt. Am 1. September 2015 wurde sie zu einem von vier Standorten der Ankunfts- und Rückführungseinrichtung Manching umgewidmet, einer Einrichtung speziell für Asylbewerber mit geringer Bleibewahrscheinlichkeit. In diesem Zuge erweiterte die Stadt Ingolstadt den Standort mit der Bezeichnung P3 auf aktuell 550 Plätze, was auch dem geplanten Endzustand entspricht. Neben den Wohncontainern gibt es in dieser kleinen, in einzelne Blöcke aufgeteilten Siedlung auch Sanitärbereiche, einen Verwaltungstrakt, eine Essensausgabe mit Küche, Sanitärbereiche, Unterkünfte für das Wachpersonal und einen Arztcontainer.

Mit der brandschutztechnischen Absicherung des Containerdorfs wurde die Gebrüder Peters Gebäudetechnik GmbH beauftragt.

Erste Ausbaustufe

In der ersten Ausbaustufe des Containerdorfs errichtete das Unternehmen Ende 2014 für den flächendeckenden Brandschutz eine Brandmeldeanlage von Hekatron mit einer Hauptzentrale Integral IP MX mit zwölf Ringen. Die verschiedenen Container wurden mit einer jeweils ihrer Größe entsprechenden Anzahl von Meldern abgesichert: Insgesamt wurden 50 Mehrfachsensormelder MTD 533X und 169 Mehrfachsensormelder MTD 533XSCT mit integriertem akustischen Signalgeber installiert. In einzelnen Bereichen wie der Küche wurden diese Melder als reine Wärmemelder parametriert, um so durch Küchendunst bedingte Täuschungsalarme zu verhindern. An den Ausgängen sind 21 Handfeuermelder MCP 535X installiert.

Die Feuerwehr-Erstinformationsstelle der Anlage umfasst eine Standsäule für das Feuerwehrinformations- und -bediensystem mit Feuerwehranzeigetableau und Feuerwehr-bedienfeld sowie Freischaltelement und Feuerwehrschlüsseldepot. „Im Brandfall werden die Bewohner des betroffenen Bereichs akustisch durch die Melder mit integriertem akustischen Signalgeber gewarnt, so dass sie sich in Sicherheit bringen können“, erläutert Hans Neumayer, Projektleiter Sicherheitstechnik bei Gebrüder Peters Gebäudetechnik. „Gleichzeitig wird die Feuerwehr automatisch alarmiert. Außerdem können die Mitarbeiter der Security auf dem an ihrem Standort installierten, externen Bedienfeld sofort erkennen, welcher Melder ausgelöst hat, und dann gleich vor Ort erkunden, welche Maßnahmen sie ergreifen müssen.“ Damit die Feuerwehr bei ihrem Eintreffen auf den ersten Blick sieht, aus welchem Bereich der Alarm gekommen ist, sind an jedem der Containerblöcke Blitzleuchten montiert, die bei einem Brandfall in ihrem Bereich weithin sichtbare Lichtsignale aussenden.

Modularer Aufbau

Als 2015 das Containerdorf erweitert wurde, wuchs auch die Brandmeldeanlage mit. Die Techniker installierten dort eine Unterzentrale Integral IP MX, ebenfalls ausgestattet mit einem externen Bedienfeld für die Security-Mitarbeiter, sowie flächendeckend Mehrfachsensormelder teilweise mit und teilweise ohne integrierten akustischen Signalgeber. „Dank des modularen Aufbaus der Integral IP sind solche Erweiterungen problemlos möglich“, betont Neumayer. „Die bestehende Unterzentrale ist noch um sechs bis sieben zusätzliche Loops erweiterbar, und wenn das Containerdorf dann noch weiter wachsen sollte, erweitern wir die BMA um weitere Unterzentralen.“

Für den Fernzugriff vorbereitet

Die Brandmeldenlage ist technisch bereits für den Zugriff mit Hekatron Remote eingerichtet, der jederzeit in Betrieb genommen werden kann, wenn die Stadt Ingolstadt ihre Zustimmung dazu gegeben hat. „Damit können beispielsweise bei Auslösung eines Alarms, bei Melderentnahmen oder bei Störungen automatisiert entsprechende Meldungen direkt auf mobile Endgeräte der Security geschickt werden“, führt Neumayer aus. „Der Security-Mitarbeiter sieht dann auf seinem Smartphone oder Tablet genau, welcher Melder ausgelöst hat. Er kann zeitnah überprüfen, warum der Alarm erfolgte, und dann entsprechend reagieren. Bei anderen Objekten haben wir schon sehr gute Erfahrungen mit dieser Fernzugriffsmöglichkeit gemacht. Wenn dort nicht rund um die Uhr ein Verantwortlicher vor Ort ist, kann der zuständige Techniker zum Beispiel zu Hause auf seinem Smartphone Meldungen empfangen und die Brandmeldeanlage bei Bedarf auch bedienen.“
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